Westfälische Rundschau, Dortmunder Rundschau, vom 3.10.2011
Mit „Fire in motion“, dem pyrotechnischen Spektakel auf dem Friedensplatz, war die DEW Museumsnacht zwar noch nicht zu Ende, doch wurde ein ganz besonderes Highlight besetzt. Mit einem Arrangement aus Feuer, Farbe und Filmmusiken hatte Pyrotechniker René Osterhage aus Herten viele tolle farbliche Effekte an den mediterranen Abendhimmel gezaubert.
„Fünf Tage dauerte die Computerprogrammierung für die 130 verschiedenen Bilder“, erzählte der 38-Jährige Cheffeuerwerker, der mit seinem siebenköpfigen Team vor Ort war, um die vielen tausend Besucher auf dem Friedensplatz ins Staunen zu versetzen. Über zwölf Stunden dauerte der Aufbau, um für 20 Minuten den lauen Spätsommerabend zu verzaubern. „Auf die ganz lauten Knaller mussten wir aus Sicherheitsgründen verzichten“, sagte René Osterhage beinahe entschuldigend. Doch dass Kleiner durchaus Feiner sein kann, bewies seine Inszenierung und der dankbare Beifall der Zuschauer, als das letzte kaleidoskopartige Feuerrad erloschen war.
Das „violett quartet“ mit Bettina Wagemann, Sabine Rau, Andreas Häuser und Stefan Emde überraschte mit einem ganz besonderen Musikerlebnis in der besonderen Akustik der Petrikirche. Von vier Seiten gab es einen eindrucksvollen, fast sphärisch klingenden Klangteppich zu hören, geheimnisvoll, anmutig, fremd. Pfarrerin Barbara von Bremen freute das Angebot: „Viele Gäste sind zum ersten Mal gekommen“.
Rhythmen aus aller Welt auf der Percussion-Power-Party im Keuning-Haus. Getrommelt wurde abwechselnd auf zwei Bühnen mit sechs hochkarätigen Gruppen. Trotz hochsommerlicher Temperaturen draußen verfolgten viele Zuhörer an den mit Teelichtern verzierten Tischen die Auftritte. Sehenswert Sen Ryoku und seine elf Trommler oder „Dassiragi“, koreanische Frauen, die eher für mehr Dynamik sorgten als für leise asiatische Töne. Als Lokalmatadore stand Boogie Voodoo, das Schlagzeugensemble der Musikschule Dortmund, auf der Bühne. „Até Logo“ musste Helga Rüzgar entschuldigen; dafür war ganz schnell „Ramba Samba“, das Percussions-Ensemble der Gesamtschule Gartenstadt eingesprungen.
Von keinem geringeren als Albert Hoesch wurden die Gäste im Hoesch-Museum willkommen geheißen. Ein historisches Spiel gab’s zur Museumsnacht, das im Jahr 1871 begann als Hoesch nach Dortmund kam. Auf dem Gelände kochten Arbeiterfrauen Kartoffelsuppe für ihre werktätigen Männer; zwei Arbeiter reinigten einen Gichtgasschieber, und in der Meisterstube gab’s Unterricht für Kinder in Sütterlin. Auf dem Museumsgelände hatten die Mitstreiter um Kurator Michael Dückershoff auch an die kleinen Besucher gedacht - mit Stockbrot backen, Dosenwerfen, Murmelweitwurf.
Joachim vom Brocke
Rainer Wanzelius