Klein, aber fein: Das Mengeder Mini-Museum
Im ehemaligen Torhaus der stillgelegten Zeche Adolf von Hansemann wartet eine kleine, einzigartig liebevoll zusammengetragene Ausstellung darauf, entdeckt zu werden. Dabei geht es nicht nur um den Beruf des Bergmanns, sondern auch um das typische Bergmannsleben.
Das Museum ist in einer Drei-Raum-Wohnung untergebracht, die von der Handwerkskammer kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Die Exponate aus dem Bergbau stammen unter anderem vom Bergmann-Unterstützungs-Verein Dortmund-Mengede 1884 (BUV).
Karbidlampen, Öllampen, Handlampen, Steigerblitzer - Bergmannsgeleucht in allen Variationen.
Foto: Manfred König
Der erste Raum ist für die Ausrüstung und den Berufsalltag der Bergleute reserviert: Die Besucher lernen das Bergmannsgeleucht von der Karbidlampe über Handlampen bis zu Steigerblitzern kennen. Ein Prunkstück ist eine Wetterlampe, die vom damaligen Fahrsteiger der Zeche Gustav, Wilhelm Ceilenbrügge, nach dem 1. Weltkrieg genutzt wurde. Die Vergangenheit des BUV wird durch Bilder, Urkunden und Plastiken dokumentiert. Ein Vereinsbild des Bergmann-Unterstützungs-Vereins aus dem Jahr 1899 ist ein besonderes Kleinod. Mineralien und Gesteine komplettieren den ersten Raum.
Eine Lore begrüßt die Museumsbesucher am Eingang.
Foto: Manfred König
Der zweite Raum führt die Besucher unter Tage: Er ist als Flözstrecke eingerichtet, inklusive einem deutschen Türstock und Kohlen an den Wänden. Das Licht kommt von Original-Grubenlampen, und es gibt Schachthammer und Stechuhr, Bohrhammer mit Bohrsäule, Kopflampen und Grubenwehr-Rettungsgeräte zu sehen. Wer die Grubenfahrt überstanden hat, wird im dritten Raum von der Heiligen Barbara empfangen, Schutzpatronin der Bergleute. Sie steht in einer authentischen Küche, wie sie im Haus einer jeden Bergmannssiedlung zu finden war.
Das BUV-Bergbaumuseum befindet sich im ehemaligen Torhaus der stillgelegten Zeche Adolf von Hansemann.
Foto: Manfred König
Besuchergruppen können den Museumsbesuch mit Kaffee und Kuchen oder einer zünftigen Brotzeit verbinden. Sogar Hochzeiten wurden in den anheimelnden Räumen der BUV-Kleinzeche bereits ausgerichtet. Auch Gäste aus dem Ausland und sogar Bundespräsident Horst Köhler war schon zu Gast.
Der Diplomingenieur und einstige Reviersteiger Max Rehfeld hatte die Idee, mit dem Mini-Museum die Erinnerung an Mengedes frühere Kohle-Tradition aufrecht zu erhalten. Er kümmerte sich so aktiv um die Einrichtung des Museums, dass es demnächst den Namen des 82-Jährigen tragen wird: "BUV-Kleinzeche Max Rehfeld".
Bergbaumuseum BUV Kleinzeche
Im alten Torhaus, Barbarastraße 7, 44357 Dortmund
Geöffnet jeden dritten Samstag im Monat von 10 bis 16 Uhr sowie nach Absprache mit Max Rehfeld, Tel. 0231/352602 oder mobil 0162/5154279
Eintritt frei