Eine runde Sache für Dortmund
Wenn sich im Frühsommer 2014 die Tore des DFB-Fußballmuseums erstmals öff-nen, ist Dortmund um eine einzigartige Attraktion reicher. Direkt gegenüber dem Hauptbahn-hof entsteht eine neue Pilgerstätte: für Fußballfans und Familien, Großeltern und Enkel, Jung und Alt. Wer noch kein Fußballfan ist, wird nach dem Besuch einer sein, hofft Manuel Neu-kircher, Sprecher der Geschäftsführung der Stiftung DFB Fußballmuseum gGmbH.
Bewerbungsfilm "Nationales DFB-Fußballmuseum"
Seit im April 2009 die Entscheidung für den Standort des Fußballmuseums fiel, wird in Dortmund fieberhaft gearbeitet. Noch vor Beginn der Weltmeisterschaft in Südafrika soll das Grundkonzept des Museums feststehen. Zurzeit läuft ein europaweit ausgeschriebenes Verfahren für die Szenografie und Konzeption des Museums – also die Frage, wie die Inhalte lebendig, modern und emotional in Szene gesetzt werden können. Erst im Anschluss daran wird ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. "Wir bauen das Museum von innen nach außen auf", erklärt Neukirchner die zeitgemäße Herangehensweise.
So sehen Siegerbälle aus: Mit diesem künftigen Exponat des Fußballmuseums wurde Deutschland im Jahr 1954 erstmals Weltmeister.
Foto: Deutscher Fußball-Bund.
"DFB-Fußballmuseum" ist übrigens nur ein Arbeitstitel – welchen Namen der neue Erlebnisort tatsächlich tragen wird, steht noch nicht fest. „Nur Fotos und alte Fußbälle in Vitrinen – das wird es bei uns nicht geben“, sagt Neukircher, "wenn wir zum Beispiel alte Schuhe zeigen, dann auch einen emotionalen Film mit einer Geschichte über das berühmte Tor, das mit diesen Schuhen geschossen wurde." Zum attraktiven Erlebnisort soll das Museum auch au-ßerhalb des offiziellen Betriebs werden: Empfänge und Galas, Preisverleihungen und Pressekonferenzen, Lesungen und TV-Produktionen sollen dort stattfinden.
Insgesamt soll die Ausstellung neugierig machen auf den Sport und seine Wirkung - schließlich zählt Fußball nicht nur im Ruhrgebiet längst zur Alltagskultur. Dass eine solche Ausstellung funktioniert, hat unter anderem die Schau "Der Ball ist rund" zum 100. Geburtstag des DFB im Jahr 2000 im Oberhausener Gasometer bewiesen.
In Dortmund rechnen der DFB und die Stadt Dortmund als gemeinsame Gesellschafter mit 250.000 Besuchern im Jahr. Für den Bau stehen knapp 30 Millionen Euro von DFB und Land NRW zur Verfügung. Die Stadt Dortmund steuerte das Grundstück in herausragender City-Lage bei.