Zwischen Schwarzarbeit und Straßenstrich
In der Dortmunder Nordstadt gehen nicht nur Frauen, sondern auch Männer auf den Straßenstrich: Frauen verkaufen als Prostituierte ihre Körper, Männer als Schwarzarbeiter ihre Arbeitskraft. Fotograf Tobias Zielony dokumentierte und begleitete das Geschehen mit seiner Kamera. Seine Bilder sind vom 19. September bis 7. November im Dortmunder Kunstverein zu sehen.
Ziellos, rauchend, wartend an einem Un-Ort: Fotograf Tobias Zielony dokumentierte bereits Jugendszenen in verschiedenen Städten Europas. Sein Bild "Dawn" aus der Serie "Zgora" stammt aus dem Jahr 2008.
Foto: Tobias Zielony
Der 1973 in Wuppertal geborene Fotograf thematisiert in seinen Aufnahmen häufig die Subkulturen in den Randgebieten moderner Großstädte. In Dortmund schaute er hinter die geschlossenen Ladenlokale der Nordstadt, porträtiert die Alkohol trinkenden Männer und Frauen auf Parkbänken, beobachtete die Straßenstrich-Szene. Täglich konnte er verfolgen, wie hunderte von Arbeitern, vor allem Bulgaren, zu verschiedenen Baustellen gefahren wurden, um dort für einen Mindestlohn zu arbeiten.
Interessant ist für Zielony die räumliche Enge zwischen Prostitution und Schwarzarbeit der Migranten. Sie, die als dritte Immigrationswelle seit 2008 nach Dortmund kamen, haben kaum mehr als ihre Körper, die sie für Sex oder Schwarzarbeit anbieten. Zielony riskierte eine Annäherung, näherte sich den Menschen langsam, zögernd, mit und ohne Kamera – für das Projekt "GrenzGebiet Ruhr" ging er auch an seine eigenen Grenzen.
Eröffnung der Foto-Ausstellung "Tobias Zielony: GrenzGebiet Ruhr" am 19. September, 19 Uhr.
Die Ausstellung läuft bis 7. November im Dortmunder Kunstverein, Hansastraße 2-4.
Geöffnet di-fr 15.00-18.00 Uhr, so 11.00-16.00 Uhr
Vernissage am 19. September, 19.00 Uhr.
Geöffnet di-fr 15.00-18.00 Uhr, so 11.00-16.00 Uhr, Kunstverein, Hansastraße 2-4, 44137 Dortmund.