Stadtgespräche im Museum
Wann immer vom Ruhrgebiet die Rede ist, geht es meist um die Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Region. Bislang wenig beleuchtet wurde die Rolle der öffentlichen Kultur im Ruhrgebiet. Eine neue Veranstaltungsreihe mit 14 Stadtgesprächen im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) soll dies ändern. Titel der Reihe, für die das MKK und die Technische Universität kooperieren: "Jenseits der Kohle - Kulturgeschichte(n) des Ruhrgebiets". Los geht es am 22. April.
Festakt des Westfälischen Roten Kreuzes auf dem Alten Markt Dortmund 1909.
Foto: Stadtarchiv Dortmund
Geprägt ist das Ruhrgebiet vom wirtschaftlichen Strukturwandel. Die wechselhafte Geschichte der Stadt Dortmund etwa reicht von der blühenden Hansestadt über die Bauernstadt und die Zeit der Industrialisierung bis hin zur Dienstleistungsgesellschaft. Doch es lassen sich in dieser Geschichte auch erstaunliche Traditionslinien kulturellen Handelns aufzeigen, die beweisen: Das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt RUHR.2010 ist eine logische Folge aus der Geschichte.
Die Stadtgespräche wollen die Kulturen der Öffentlichkeit nicht nur in der historischen Tiefe von den mittelalterlichen Städten bis in unsere Zeit beleuchten, sondern auch in der Breite ihrer medialen Ausprägungen. Themen sind unter anderen die regionale Zeitungskultur, die Gestaltung des öffentlichen Raums, die Religionsausübung, die Kunstbewegungen, die Musikkultur, das Fußballwesen, die städtische Selbstdarstellung und die Repräsentationsformen der Wirtschaft. So wichtig Industrie- und Arbeiterkultur für das Ruhrgebiet waren – im historischen Rückblick zeigt sich, dass die Region schon lange vor dem aktuellen Strukturwandel weit vielfältigere Kulturen der Öffentlichkeit hervorgebracht hat.
Die Referenten sind Wissenschaftler aus dem Ruhrgebiet. Die Moderation übernimmt Heike Mund vom Institut für Journalistik der TU Dortmund.