Kunst zwischen alten Mauern
Unter dem Titel "Starke Orte" machen die Künstlerbünde der Metropole Ruhr erstmals gemeinsame Sache. Sie wollen Kunst an starke Orte bringen – Orte, die typisch für Leben, Arbeit und Kultur des Ruhrgebietes sind. Dortmund wartet gleich mit drei starken Orten auf: der Phoenixhalle, dem Amtshaus Mengede und dem Atelierhaus Westfalenhütte sowie einer Mauer auf dem Gelände der Westfalenhütte.
Das Projekt "Starke Orte" wurde auf Initiative des bochumerkünstlerbundes schon im Sommer 2007 ins Leben gerufen. Bald darauf fanden sich auch in anderen Städten spannende und unentdeckte Orte für eine Ausstellung der besonderen Art: nicht nur alte Industrieanlagen und Bunker, sondern auch eine aufgelassene Kirche oder der öffentliche Raum. Musik, Tanz, Schauspiel und Bildender Kunst – oder alles zusammen – sollten diese Orte neu interpretieren und mit Leben füllen.
Mittlerweise besteht das Projekt aus 15 Künstlervereinigungen, die für die "Starken Orte" in ihren Städten künstlerische Interventionen erarbeitet haben. Eine Besonderheit der Ausstellungen wird sein, dass sich die „Künstlervereinigungen Ruhr“ gegenseitig einladen und als Netzwerk gemeinsam aktiv werden. Den Auftakt übernimmt der Herner Künstlerbund im März 2010, dann geht es Schlag auf Schlag weiter bis zum Ende des Kulturhauptstadtjahres. Die Kooperation soll allerdings auch danach bestehen bleiben.
Dortmund ist die einzige Kommune, die mit drei historisch interessanten Ausstellungsorten vertreten ist: Dem historischen Amtshaus Dortmund-Mengede, dem Atelierhaus Westfalenhütte und der Phoenixhalle. Im 105 Jahre alten Amtshaus Mengede plant der Bundesverband Bildender Künstler Westfalen (BBK) vom 14. Mai bis 6. Juni 2010 eine Ausstellung unter dem Titel "Freiräume". Der Keller des Amtshauses war bereits Luftschutzbunker und Gefängnis – die Ausstellung mit unter anderem mit Malerei, Grafik, Fotografie, Skulpturen, Objekten, Installationen, neue Medien wird auf die Besonderheiten des Ortes eingehen. Beteiligt sind 25 Künstler.
So wird diese Mauer an der Westfalenhütte nicht mehr lange aussehen - 18 Künstler werden sie zur Ausstellungsfläche machen
Foto: Andreas Heiser
Der Ausstellungsort "Atelierhaus Westfalenhütte" befindet sich auf dem Werksgelände der Firma Thyssen Krupp Steel. 17 Künstler der Künstlerbünde der Metropole Ruhr zeigen ihre Arbeiten in Haus und Garten. Titel der Ausstellung vom 30. Mai bis 3. Juli 2010 ist "SchichtWechsel" – der Strukturwandel und der Wandel der Bevölkerungszusammensetzung sollen künstlerisch thematisiert werden. Zusätzlich arbeiten 18 Künstler aus den Künstlerbünden der Metropole Ruhr an einer Mauer auf dem Gelände der Westfalenhütte (Springorumstraße). Ihre 36 Arbeiten sind vom 21. März bis Anfang Dezember 2010 zu sehen.
Hauptort in Dortmund ist die Phoenixhalle, die von Künstlern der Dortmunder Gruppe, des BBK Ruhrgebiet, des Westfälischen Künstlerbundes und des BBK Westfalen bespielt wird.
Den fast 1000 Interessierten, die zur Eröffnung der Ausstellung kamen, wurde eine Performance geboten.
Foto: Axel M. Mosler
Die Phoenixhalle ist mit ihrer aufwändig gestalteten Backsteinfassade eine industriehistorische Attraktion auf dem Phoenix-West- Gelände in Hörde. Vom 11. April bis 9. Mai 2010 werden künstlerische Interventionen und Installationen von 50 Künstlerinnen und Künstlern aus der Region dort zu sehen sein.
Ausstellung "Freiräume"
14. Mai 2010 bis 06. Juni 2010, Amtshaus Mengede, Remigiusstraße / Am Amtshaus 1, 44359 Dortmund
Ausstellung "SchichtWechsel"
21. März 2010 bis Anfang Dezember 2010 / Mauer Springorumstraße
Ausstellung in der Phoenixhalle
11. April 2010 bis 9. Mai 2010, Hochofenstraße / Ecke Rombergstraße, 44263 Dortmund-Hörde
Ausstellung "SchichtWechsel"
30. Mai 2010 bis 3. Juli 2010, Atelierhaus Westfalenhütte in Haus und Garten / Springorumstr. 11, 44145 Dortmund,
21. März 2010 bis Anfang Dezember 2010, Mauer Springorumstraße; Eröffnung um 11 Uhr durch Kulturdezernent Jörg Stüdemann