Lektionen in Sachen Ruhrdeutsch
Beim Sommerkabarett-Festival „RuhrHOCHdeutsch“ dreht sich von Juli bis September drei Monate lang alles um die einzigartige Umgangssprache des Ruhrgebiets.
Im Spiegelzelt am Dortmunder U wird von Juli bis September 2010 nur eine Sprache gesprochen: Ruhrdeutsch
Foto: Fletch Bizzel
Ruhrdeutsch ist der märchenhafteste aller deutschen Dialekte.
Wat is los? Doch, genau das behauptet das Theater Fletch Bizzel, das dem Ruhrdeutschen im Sommer 2010 ein eigenes Festival widmet. Schließlich verbindet die Ruhrpott-Bewohner kaum etwas so sehr wie die gemeinsame Sprache. Wer sie noch nicht spricht, kann sie nun kennen lernen: Von Juli bis September wird beim Sommerkabarett-Festival "RuhrHOCHdeutsch" im Spiegelzelt am U-Turm nichts anderes gesprochen. Zusätzlich locken Lesungen, Filme, Ausstellungen und ein Kongress zum Thema.
Schon seit langem machen vor allem Künstler und Kulturschaffende den ruhrdeutschen Regiolekt in ganz Deutschland bekannt – etwa Jürgen von Manger, Elke Heidenreich, Herbert Grönemeyer, Adolf Winkelmann, Herbert Knebel oder Helge Schneider. Beim Sommerkabarett können sich Besucher einen Überblick über das ruhrdeutsche Kulturleben verschaffen.
"Künstler wie Ex-"Missfit" Gerburg Jahnke, HERBERT KNEBEL, BRUNO KNUST ("GÜNNA"), Fritz Eckenga oder Frank Goosen treten im Bühnenprogramm auf, und in einem neuen Wettbewerb für Nachwuchs-Kabarettisten, dem "Tana-Schanzara-Preis", werden neue Talente gesucht. In Gedenken an die große Mimin, die in Dortmund geboren wurde, feiert außerdem die Produktion "Tana!" über das Leben und Wirken der Schauspielerin, Diseuse und Kabarettistin Tana Schanzara ihre Uraufführung.
In einer Retrospektive von Ruhrgebietsfilmen, DEN "RUHRPOTT MOVIES", sind Werke von Adolf Winkelmann, Peter Thorwarth oder die "Schimanski"-Tatorte zu sehen, und in Lesungen lehren Krimi-Autoren wie Sabine Deitmer oder Jürgen Pomorin alias Leo P. Ard das Gruseln.
Video "50plus! Seniorenteller?". Die Kabarettistin Uta Rotermund tritt auf dem Festival RuhrHOCHdeutsch selbst auf.
Sogar wissenschaftlich beleuchtet wird das Ruhrdeutsche – mit dem sprachwissenschaftlichen Symposium und Kongress "Die Dialektik der Dialekte", der am 27. September 2010 im U-Turm der Geschichte und Zukunft des Ruhrdeutschen auf den Grund gehen will.
Symposium "Die Dialektik der Dialekte – Eine sprachwissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Ruhrdeutschen" am 27. September 2010, 13 bis 18 Uhr im Dortmunder U.
Verleihung des Tana-Schanzara-Preises an Maja Beckmann am 12. September 2010 im Spiegelzelt am Dortmunder U.