Die Ästhetik der Apparate
Mit aufwändigen Instrumenten untersuchen Wissenschaftler in biophysikalischen Laboren winzige Substanzen – zum Beispiel im Max Planck Institut für molekulare Physiologie in Dortmund. Eine Diskrepanz, die die Fotografin Simone Demandt ebenso eindrucksvoll wie befremdlich findet. In ihrer Arbeit „Stand By“ beschäftigt sie sich mit diesem Dimensionsunterschied. Ihre Fotografien wehen seit Ende Mai auf Fahnen gedruckt an der Hansastraße/Höhe Stadtgarten sowie am Südwall neben der Einfahrt zum Parkhaus Stadthaus.
Laborszenen bei Tag und in der Nacht. Die Fotografien wehen seit Ende Mai auf Fahnen gedruckt an der Hansastraße sowie am Südwall.
In den zumeist schwarz gestrichenen Laboren des MPI Dortmund und in einer eigentümlichen, auf besondere Weise hochästhetischen Atmosphäre fotografierte die Künstlerin die bizarren apparativen Installationen. Der subjektive Blick der Fotokünstlerin verleiht den Geräten und Instrumenten eine befremdliche Kreatürlichkeit.
Gleichzeitig kommentiert die in Dortmund aufgewachsene Künstlerin mit "Stand By" auch den Wandel der grauen, mit Kohlestaub bedeckten Stadt ihrer Kindheit zu einem Ballungsraum wissenschaftlicher Forschung unter der völlig entgegen gesetzten Bedingung der totalen Staubfreiheit.
Die Fahnen für Dortmund entstanden in der Folge der Werkgruppe "Dunkle Labore", die noch bis 18. Juli 2010 im Arp Museum Bahnhof Rolandseck zu sehen ist. Für diese Werkgruppe hat die Künstlerin Simone Demandt die Laborräume anderer Max Planck Institute im Metazustand der Nacht in extremen Langzeitbelichtungen aufgenommen.