Bereits Ende Mai hatte Seebären-Dame "Harimee" das besondere Jungtier zur Welt gebracht. Jetzt wurde der Kleine erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Noch ist der kleine Albino-Seebär namenslos, doch Zoobesucher können sich an der Namensfindung beteiligen
Bild: Stadt Dortmund / Thomas Kampmann
Die Tierpfleger des Zoos Dortmund staunten nicht schlecht, als sie am Morgen des 26. Mai das Robbengehege betraten. Seebären-Dame "Harimee" hatte, wie erwartet, in der Nacht ein Jungtier zur Welt gebracht. Doch dieses Jungtier war anders: es war schneeweiß. Und tatsächlich: "Harimee" hat dem Zoo einen männlichen Albino-Seebären beschert.
Der Zoo Dortmund züchtet seit vielen Jahren erfolgreich Südamerikanische Seebären und führt das Europäische Zuchtbuch für diese Tierart.
Mit neun Tieren hat der Zoo Dortmund zur Zeit auch die größte Seebären-Herde in einem europäischen Zoo. Nur wenige Tage nach dem Albino-Jungen ist ein weiblicher Seebär geboren. Das Mädchen ist bereits seit einigen Tagen in der Anlage zu sehen.
Leider sind Albino-Tiere zwar hübsch, doch meist sehr anfällig und haben vor allem Augenprobleme. Daher sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zoos besonders vorsichtig im Umgang mit dem Jungtier und seiner Mutter. Recherchen haben ergeben, dass bislang nur ein einziges Mal ein Albino-Jungtier dieser Art aus einem Zoo gemeldet wurde. Dieses überlebte jedoch nur wenige Tage.
In freier Wildbahn wurde noch nie eines gesichtet. Albinotische Seebären werden in freier Wildbahn ohnehin sehr rasch Opfer von Beutegreifern wie Haien oder Zahnwalen oder werden von Artgenossen gejagt.
Noch hat der kleine Seebär keinen Namen. Zoogäste können sich an der Namensfindung beteiligen. An der Zookasse sind Stimmzettel ausgelegt, auf denen eine Auswahl von Namen angegeben ist. Zoobesucher können ihren Favoriten ankreuzen und so einen Beitrag zur Namensvergabe leisten.
Mit der erfreulichen Nachricht hat den Zoo in dieser Woche zugleich eine traurige Nachricht erreicht: Zootierpfleger Volker Gatz, der das Zuchtbuch im Jahr 2000 begründet und seither verantwortlich geführt hat, ist vor wenigen Tagen nach langer schwerer Krankheit im Alter von 44 Jahren verstorben. Der Zoo betrauert den Verlust eines jahrelangen, hochqualifizierten Mitarbeiters. Volker Gatz war mehr als ein Tierpfleger. Er war ein international anerkannter Tiergärtner, der mit seinem (auch publizierten) Wissen die Tiergartenbiologie bereichert hat.