Auf Beschluss der Dortmunder Gesundheitskonferenz wurde seit Februar 2007 unter Federführung des Gesundheitsamtes in Zusammenarbeit mit der Dortmunder Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe mit dem Aufbau des Netzwerkes Essstörungen begonnen.
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Im Netzwerk vertreten sind Krankenhäuser (LWL-Klinik Bochum, Marienhospital Dortmund, Ev. Krankenhaus Lütgendortmund, Elisabeth-Klinik), Psychotherapeutisches Praxisnetz Dortmund (Zusammenschluss niedergelassener psychologischer und ärztlicher Psychotherapeuten), Ärztekammer Westfalen-Lippe, ambulante psychiatrische Dienste, psychosoziale Beratungsstellen, ambulante Beratungsstellen für suchtkranke Menschen, Vertreter der Dortmunder Hausärzte, Vertreterin der Dortmunder Gynäkologen/-innen und der Selbsthilfebereich durch die Selbsthilfe-Kontaktstelle Dortmund.
Ausgangspunkt für die Gründung des Netzwerkes Essstörungen war der, dass von verschiedenen Seiten die ambulante Versorgungslage essgestörter Menschen hier in Dortmund als weiter optimierungsbedürftig angesehen wird.
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Dies wurde auch im Rahmen von Befragungen psychosozialer Beratungsstellen zur Einschätzung der ambulanten Versorgungslage von essgestörten Menschen deutlich, die von der Selbsthilfe-Kontaktstelle Dortmund und vom Gesundheitsamt durchgeführt wurden.
Demnach besteht ein wesentliches Problem darin, dass es häufig an Informationen darüber mangelt, an welche Anlaufstellen und auch spezialisierte Stellen sich essgestörte Menschen wenden oder weitervermittelt werden können. Daraufhin beschloss die Dortmunder Gesundheitskonferenz, einen Abstimmungskreis mit möglichst vielen beteiligten Akteuren einzurichten, um Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln.
Das erste Ziel des Netzwerkes bestand darin, mehr Transparenz im Dortmunder Hilfesystem zu schaffen. Dies sollte u.a. durch die Entwicklung eines Wegweisers, in dem Dortmunder Hilfeangebote im Bereich Essstörungen aufgeführt sind, erreicht werden.
Eine kleine Arbeitsgruppe, der die LWL-Klinik Bochum, die Elisabeth-Klinik, die Selbsthilfe-Kontaktstelle Dortmund, die Fachstelle für Suchtvorbeugung der Drogenberatungsstelle Dortmund und die Frauenberatungsstelle Dortmund angehörte, nahm sich der Aufgabe an, einen Wegweiser Essstörungen zu entwickeln. Die Koordination lag beim Gesundheitsamt.
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Die Handhabung des Wegweisers sollte möglichst praktikabel sein - so lautete die Prämisse.
Praktikabel in dem Zusammenhang hieß, kein umfangreiches Schriftstück, welches aufwändig zu drucken und zu verteilen ist. Stattdessen sollte es ein kurzes Informationsblatt bzw. Flyer mit wichtigen Informationen zum Thema Essstörungen geben. Dieser Flyer sollte außerdem auf eine Internetseite hinweisen, auf der u.a. in ausführlicher Form sämtliche Adressen von Dortmunder Hilfeanbietern bei Essstörungen aufgeführt sind. Auf diese Weise ist als Endprodukt diese Internetseite entstanden. Wie Sie im folgenden sehen, sind die Hilfeangebote unterteilt in Beratungsstellen, ambulante Hilfen, stationäre Hilfen, Selbsthilfe und Prävention. Ziel des Wegweisers ist es, Betroffene und auch Angehörige, Freunde, Lehrer/-innen sowie Fachkräfte aus dem professionellem Bereich (z.B. Beratungsstellen, ärztlicher Bereich) ein Stück weit für das Problem "Essstörungen" zu sensibilisieren und ihnen einen kleinen Überblick über weiterführende Hilfen hier in Dortmund zu geben.
Im Wesentlichen versteht man unter dem Begriff "Essstörungen" 3 Krankheitsbilder:
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Das gestörte Essverhalten äußert sich bei der Magersucht darin, dass zu wenig gegessen wird bis hin zur extremen Abmagerung. Die betroffenen Mädchen und Frauen (selten auch junge Männer) sind auffällig dünn.
Bei der Bulimie kommt es zu Essanfällen mit anschließendem Fasten, Erbrechen oder Abführmittelmissbrauch, um das aufgenommene Essen wieder loszuwerden. Betroffene sind meist normalgewichtig bzw. eher schlank.
Bei der Binge Eating-Störung kommt es zu regelmäßigen Ess-Attacken ohne anschließende gegensteuernde Maßnahmen (wie Erbrechen, Medikamentenmissbrauch). Betroffene sind meist stark übergewichtig bzw. fettsüchtig (adipös). Alle Essstörungen können ineinander übergehen oder sich miteinander vermischen.
Essstörungen sind psychosomatische Erkrankungen, die sich aufgrund von "krank machenden" seelischen Belastungen entwickeln können.
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Essstörungen sind unangemessene Lösungsversuche für tiefer liegende seelische Probleme, z.B. Ersatz für verdrängte Gefühle oder Bedürfnisse, für die Verarbeitung innerer Konflikte.
Auch der durch Medien stark forcierte Leistungsdruck für Mädchen bzw. junge Frauen und Männer, einem schlanken Schönheitsideal entsprechen zu wollen, trägt dazu bei, dass zunehmend junge Menschen an Essstörungen erkranken.
Essstörungen sind eine sehr häufige Erkrankung vor allem junger Frauen im Alter zwischen 14-35 Jahren.
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An Magersucht leiden bis zu 1% junger Frauen, besonders häufig zwischen 14-18 Jahren. An Bulimie leiden bis zu 3% der Frauen zwischen 18-35 Jahren und an einer Binge Eating-Störung bis 2% im Durchschnitt der Bevölkerung. Hier sind bis zu 70% Frauen betroffen und zwar über alle Altersgruppen hinweg.