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Bild: photocase.com / c-promo.de

29.02.2012Denkmalschutz

Denkmal des Monats März 2012

Das Denkmal des Monats März 2012 der städtischen Denkmalpflege ist das Haus Brünninghausen im Rombergpark.

Je näher der Frühling rückt, umso mehr Menschen drängt es in einen der beliebtesten Dortmunder Parks, den Rombergpark in Brünninghausen. Ab den 1820er Jahren als Schlosspark angelegt und im 20. Jahrhundert zum Botanischen Garten erweitert, lockt der denkmalgeschützte Park heutige Besucher mit der Lindenallee oder dem Café Orchidee.

Haus Brünninghausen im Rombergpark

Lupe: Klicken zum Vergrößern Die Dortmunder Denkmalbehörde stellt die freigelegten archäologischen Funde als Denkmal des Monats März 2012 vor.
Bild: Denkmalbehörde

Seit mehreren Wochen gilt die Aufmerksamkeit zahlreicher Gäste jedoch einer weiteren "Attraktion" - der archäologischen Ausgrabung an der Stelle des einstigen Hauses Brünninghausen am nördlichen Rand des Parks. Regelmäßig wird das Grabungsteam gefragt: "Was passiert denn hier? Was ist da zu sehen?" Die Dortmunder Denkmalbehörde greift die Fragen gerne auf und stellt die freigelegten archäologischen Funde als Denkmal des Monats März 2012 vor.

Die erste Frage ist einfach zu beantworten: Die Schondelle, einer der Emscher-Zuflüsse, soll renaturiert werden. Die Offenlegung des Baches erfolgt auch im Bereich des einstigen Hauses Brünninghausen, dessen Gräftenteich durch den Bach gespeist worden war. Heute erinnern insbesondere das Torhaus aus der Zeit um 1681 und der ehemalige Schlossgarten an den bedeutenden, kriegszerstörten Adelssitz. Damit bei der Renaturierung keine im Boden verborgenen Geschichtsspuren unerkannt verloren gehen, wird die Fläche seit Herbst 2011 archäologisch untersucht.

Mehr Funde als erwartet

Nach ersten archäologischen Einschätzungen hatte die Denkmalbehörde als fachliche Begleiterin der Ausgrabung erwartet, wenig von der alten Schlossanlage zu finden. Das Ergebnis der Grabungen fiel anders aus und führt zu der zweiten Frage, was denn in der Ausgrabungsfläche sehen sei: Neben Teilen einer Wand eines Rechteckbaus entdeckte man insbesondere das fast vollständige Erdgeschoss eines Turmes, an dem sogar noch die Ansätze einer Gewölbedecke zu sehen sind. Nach Zeichnungen des Urkatasters von 1827 und Fotografien von 1930 waren diese Reste schnell als das südliche Burghaus mit dem angrenzenden Turm identifiziert.

Familien- und Schlossgeschichte

Wann wurden diese Gebäude gebaut? Ein Blick in die lange Familien- und Schlossgeschichte unterstützt die Archäologen bei der Lösung des Rätsels. Im 14. Jahrhundert verließ Dietrich Notkerke, Nachfahre der Familie von Brünninghausen, das alte Dorf und wählte diese Stelle als seinen Wohnsitz. Durch Heirat kam das Anwesen im 15. Jahrhundert in den Besitz eines Zweiges der Familie Rodenberg, der sich später Romberg nannte. Conrad von Romberg ersetzte 1560 bis 1571 die verfallene Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert durch eine neue Anlage mit jeweils einem Turm an der Nordwest- und an der Südostecke. Zwischen 1820 und 1830 konnte Gisbert Christian Friedrich von Romberg einen aufwändigen Umbau der alten Burganlage zu einem klassizistischen Schloss realisieren, nachdem er besonders durch das Engagement der Familie im Bergbau zu Reichtum und politischem Einfluss gelangt war. Die Archäologen gehen davon aus, dass das alte Burghaus und der Turm in die Schlossanlage integriert wurden.

Kein einfaches Rätsel

So eindeutig auf den ersten Blick die Zuordnung der jetzt freigelegten Reste erscheint - den Archäologen stellen sie manche Rätsel. Sicher ist, dass Turm und Gebäude älter als der klassizistische Schlossbau sind. Unsicher ist aber schon, inwieweit beim Umbau ab 1820 auch diese Gebäudeteile verändert wurden. Erste Planungen sahen dies vor, der endgültige Bauplan gibt dazu keine Auskunft.

Vermutlich haben die Archäologen Teile der Burg von 1560/71 gefunden. Doch auch bei dieser Theorie ist Vorsicht geboten. Da die Schäden infolge des Dreißigjährigen Krieges im 17. Jahrhundert nicht genau bekannt sind, mag es auch sein, dass die Gebäudeteile mit alten Steinen (verändert) wieder aufgebaut worden waren. Die Auffüllung der Gräfte mit Kriegsschutt aus ganz Dortmund nach 1945 erschwert eine eindeutige Datierung zusätzlich.

Erhaltungsfrage

Obwohl das Rätsel nicht eindeutig gelöst ist, steht eines fest: Die entdeckten Gebäudeteile zeugen zusammen mit dem Torhaus von einer der bedeutenden Schlossanlagen auf Dortmunder Gebiet. Ob sie im Sinne der Denkmalpfleger sichtbar erhalten werden können, ist noch nicht entschieden. Zunächst gilt es zu klären, ob die Gebäudeteile in die geplante Bachführung integriert werden können, der Zustand der rissigen Mauern eine Einbindung überhaupt zulässt und schließlich mit welchen Kosten die Planänderungen verbunden wären.

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