Die TU Dortmund ist an dem Exzellencluster der Ruhr-Universität Bochum beteiligt.
Im Rahmen der Initiative wurde das Projekt, an dem auch die Dortmunder Professoren Metin Tolan und Roland Winter mitwirken, am 15.6. bewilligt. RESOLV steht für Ruhr Explores Solvation, hier geht es um physikalisch-chemische Prozesse in Lösungsmitteln. Sprecherin ist die Bochumer Physikerin Prof. Dr. Martina Havenith-Newen.
Ziel des Exzellenzclusters RESOLV ist es, chemische Reaktionen in Lösungsmitteln besser zu verstehen. Dazu gehören sowohl biologische Vorgänge in Wasser als auch industriechemische Prozesse etwa in Alkohol oder Ether. Die Forscherinnen und Forscher betrachten dabei die Lösungsmittelmoleküle nicht als bloße Umgebung, sondern als funktionelle Einheiten, die die Reaktion der gelösten Stoffe aktiv steuern. Das tiefgreifende Verständnis der Vorgänge in Lösung ist sowohl für die biomedizinische Grundlagenforschung als auch für Umwelttechnologien von Bedeutung.
Die Technische Universität Dortmund ist durch die Fakultäten Chemie (Arbeitsgruppe von Prof. Winter) und Physik (Arbeitsgruppe von Prof. Tolan) sowie einer zukünftigen Juniorprofessur, die an die Synchrotronstrahlungsquelle DELTA gekoppelt ist, an RESOLV beteiligt. DELTA bietet dabei unverzichtbare Untersuchungsmethoden für die Klärung wichtiger wissenschaftlicher Fragen im Rahmen des Clusters. Durch die hier verfügbaren Strahlungsquellen, die ein Spektrum vom Terahertz-Bereich bis in den harten Röntgenbereich abdecken, können sowohl Lösungen als auch die Grenzflächen zwischen Lösungen und Festkörpern mit atomarer Genauigkeit analysiert werden.
Die TU Dortmund verfügt seit 1996 mit der Dortmunder Elektronenspeicherring-Anlage DELTA über die weltweit einzige Quelle für Synchrotronstrahlung, die voll in eine Universität integriert ist. Insgesamt stehen bei DELTA acht Strahlenlinien Nutzern aus Wissenschaft und Industrie aus ganz NRW zur Verfügung.
Die Exzellenzinitiative zielt darauf, Spitzenforschung in Deutschland zu fördern. Seit 2005 können sich Hochschulen in den drei Förderlinien Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und Zukunftskonzepte zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung um Gelder bewerben. In den ersten Auswahlrunden der Exzellenzinitiative in den Jahren 2006 bis 2012 standen etwa 1,9 Milliarden Euro für die Hochschulen zur Verfügung. In der zweiten Programmphase von 2012 bis 2017 soll die Exzellenzinitiative mit einem Fördervolumen von 2,7 Milliarden Euro fortgesetzt werden.