Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat am 28. August die Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt „Back Up“ besucht.
Oberbürgermeister Sierau (2.v.r) informierte sich bei Claudia Luzar (4.v.l.) über die Arbeit von "Back Up".
Bild: Dortmund-Agentur / Anja Kador
Im Gespräch mit Claudia Luzar und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern machte er sich ein Bild von der aktuellen Arbeit und der Entwicklung in den letzten Monaten.
Oberbürgermeister Sierau zeigte sich froh darüber, dass die Opferberatungsstelle nach Dortmund gekommen ist: „Opfern müssen wir Unterstützung geben. Lange Zeit konnten wir das nicht.“
Die Beratungsstelle „Back Up“ wurde im November 2011 in Dortmund eröffnet. Sie ist für ganz Westfalen zuständig und die erste Beratungsstelle dieser Art in den westlichen Bundesländern. Trotz der kurzen Zeit ihres Bestehens betreut „Back Up“ heute bereits über 60 Opfer rechter Gewalt und ihre Familien. Davon allein 28 aus Dortmund. „Das belegt, wie zwingend erforderlich eine solche Beratungsstelle ist. Ich sichere „Back Up“ auch zukünftig meine volle Unterstützung zu“, unterstrich Sierau.
Claudia Luzar betonte, wie wichtig es für „Back Up“ sei, dass die Stadt ein Zeichen setzt und der Oberbürgermeister dahinter steht: „Dortmund ist eine Modellstadt im Kampf gegen Rechts.“ Luzar erläuterte, dass ein Ziel von „Back Up“ sei, zu sensibilisieren: Jeder solle rechtsextreme Gewalt einzuordnen wissen: die Zivilgesellschaft genauso, wie Polizei, Richter und Staatsanwaltschaft. „Unser Anliegen ist es“, so Luzar, „Rechtsextremismus aus der Opferperspektive zu erklären.“
Die Notwendigkeit einer Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt wurde bereits bei der Erarbeitung des Dortmunder Aktionsplanes gegen Rechtsextremismus im Jahr 2010 deutlich. Die Stadt Dortmund und der Sonderbeauftragte des Oberbürgermeisters Hartmut Anders-Hoepgen haben sich mit viel Energie dafür eingesetzt, dass die erste Beratungsstelle dieser Art durch das Land NRW finanziert wird. Träger von „Back Up“ ist derzeit der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband.
Für die Erstellung des Konzepts von „Back Up“ und die wissenschaftliche Begleitung stellt die Stadt Dortmund in den Jahren 2011 und 2012 jeweils 50.000 Euro zur Verfügung.
Ein Anliegen nahm Oberbürgermeister Sierau von seinem Besuch bei der Opferberatungsstelle mit: Er möchte an den Regierungspräsidenten den Appell von „Back Up“ nach finanzieller Unterstützung der kommunalen Familie Westfalens herantragen.
Anja Kador