Zum Abschluss der zahlreichen Protestveranstaltungen feierte Dortmund auf dem Wilhemplatz mit vielen Dortmunder Künstlern.
Als Überraschungsgast stand der argentinische Gitarrist Christian Vidal auf der Bühne.
Bild: Thomas Kampmann
Dortmund ist eine Stadt der Vielfalt, Toleranz und Demokratie. Das bewiesen am Antikriegstag, dem 1. September, viele Organisationen und engagierte Bürgerinnen und Bürger mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen im gesamten Stadtgebiet. Dortmund setzte, so wie es Oberbürgermeister Ullrich Sierau versprochen hatte, an diesem Wochenende ein starkes Zeichen, dass der menschenverachtende Rechtsextremismus in unserer Stadt nichts zu suchen hat. Sein Dank galt dem Polizeipräsidenten für die Unterstützung durch die Verbote der Autonomen Nationalisten und der angemeldeten Naziaufzüge. Beides helfe formal. Gleichwohl bleibt es wichtig, dass Stadt und Bürgerschaft den Rechtsextremen zeige: Dortmund ist eine weltoffene und tolerante Stadt.
Oberbürgermeister Ullrich Sierau gehört zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs „Der Antikriegstag gehört uns!“ des Dortmunder Arbeitskreises gegen Rechtsextremismus. Er wolle die durchaus vorhandenen Probleme im Zusammenhang mit Rechtsextremismus nicht leugnen, sagte er. Aber, wie auch immer die Medien berichten, eins stehe fest: „Dortmund ist eine Hochburg des Widerstands!“ Das belege die breit aufgestellt Allianz aus Akteuren der Zivilgesellschaft.
Unter dem Motto „Für Dortmund. Gegen Nazis.“ eröffnete Ullrich Sierau mit weiteren Gästen das große Friedensfest auf dem Dorstfelder Wilhelmplatz. Zum Abschluss der zahlreichen Protestveranstaltungen in der ganzen Stadt setzte die Stadt Dortmund damit erneut ein Zeichen für kulturelle Vielfalt und respektvolles Miteinander, vor allem aber gegen rechtsextremes Gedankengut, gegen Rassismus und Antisemitismus.
Etwa 50 Aktivisten aus dem Antifa-Lager versuchten Oberbürgermeister Ullrich Sierau mit Buh- und Heuchler-Rufen niederzuschreien. Sierau antwortete den Störern, dass niemand in Dortmund in Sachen Antifa Belehrungen von auswärtigen Demonstranten brauche. Die Teilnehmer des sogenannten Antifa-Camps waren an anderer Stelle der Stadt bereits negativ aufgefallen und „sehr aggressiv“, so die Polizei, aufgetreten. Aber insgesamt sei der Tag sehr friedlich verlaufen, zog die Polizei Bilanz.
Am Abend gehörte die Bühne Vertretern der Dortmunder Musikszene. Durch das Programm führte Klaus Lenser. Die Fan- und Förderabteilung bot an einem Stand T-Shirts mit dem Slogan ‚Abpfiff für Rechts’ an. Bis zur Sperrstunde gab es Musik unterschiedlichster Stilrichtungen von Klassik, Folk, Rock bis Metal. Bemerkenswert war der Auftritt der ‚Dortmunder Musiker gegen Rechts’. Viele bekannte und unbekannte Bands, Sänger und Musiker engagieren sich hier gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Bei dem internationalen Projekt wirken unter anderem Musiker von King´s Tonic, Dortmunder Jungs, Klit Korea, Enemy Of The Sun sowie Solo-Künstler Peter Jureit (ex Grobschnitt), Guntmar Feuerstein, Hannes Weiland, Bobby Schottkowski (ex Sodom), Waldemar Sorychta (ex Grip Inc.) mit. Als Überraschungsgast stand der argentinische Gitarrist Christian Vidal auf der Bühne.
Alle Musiker setzten eindrucksvoll ein Zeichen für mehr Toleranz und Demokratie und regten mit ihren Texten und Wortbeiträgen zum Nachdenken an.