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Leben in Dortmund

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19.11.2009Fairer Handel

Stadt setzt auf faire Berufskleidung

Die Stadt Dortmund hat einen weiteren Beitrag zu ökologisch und sozial unbedenklichen Produktions- und Handelsbedingungen in den Ländern der dritten Welt auf den Weg gebracht.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau (Bildmitte) mit zwei Mitarbeitern des Betriebsrestaurants der Stadt Dortmund

Lupe: Klicken zum Vergrößern Im Betriebsrestaurant der Stadt Dortmund wird "faire Beriebskleidung" getragen

Dortmund ist zweimalige Hauptstadt des Fairen Handels und frisch gekürte "Fairtrade Town".

"Schon seit einiger Zeit verzichten wir bei der Warenbeschaffung auf Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit, schenken fair gehandelten Kaffee und Tee aus. Jetzt haben wir außerdem für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Betriebsrestaurants faire Berufsbekleidung angeschafft", erklärte Oberbürgermeister Ullrich Sierau bei der Vorstellung des neuen ökologisch und sozialverträglich produzierten Outfits. Mittelfristig will er die kommunale Beschaffung in den "gefährdeten" Warengruppen sukzessive auf ökologische und soziale Kriterien umstellen. Dortmund ist damit neben Städten wie Bonn, München und Düsseldorf deutschlandweit an der Spitze der Entwicklung.

Verantwortungsvolles Beschaffungswesen

Unterstützt und beraten wurde die Stadt Dortmund bei ihren Bemühungen u.a. von der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC - Clean Cloth Campaign), die sich seit nunmehr über 13 Jahren für die Einhaltung von Sozialstandards in der weltweiten Bekleidungsindustrie engagiert. CCC hat beispielhaft Kriterien entwickelt, nach denen Bekleidung produziert werden sollte, darüber hinaus Beschwerdesysteme für die Beschäftigten und unabhängige Kontrollsysteme. Seit mittlerweile sechs Jahren beschäftigt sich CCC intensiv mit dem Thema "Verantwortungsvolles Beschaffungswesen".

Nach Qualitäts- und Preisvergleichen hat sich die Stadt Dortmund für den Einkauf fair gehandelter Berufsbekleidung bei der Firma hessnatur entschieden. Das Unternehmen ist ein Katalogversender für ökologisch und sozialverträglich produzierte Textilien und seit 1976 auf diesem Gebiet aktiv. Für die gesamte Produktionskette von der Faser bis zum Endprodukt wird gewährleistet, dass die Produkte sozialverträglich produziert sind (hessnatur ist Mitglied der Fair Wear Foundation) und die Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau stammt, die Materialien damit strengsten ökologischen Richtlinien entsprechen. Zudem sind die Produkte fair, denn die Baumwolle aus Burkina Faso ist Fairtrade zertifiziert und ethisch korrekt gehandelt.

Das Beschaffungswesen der öffentlichen Hand ist ein zunehmend wichtigerer Baustein zur Förderung des fairen Handels und der Entwicklungszusammenarbeit. Pro Jahr geben Bund, Länder und Gemeinden deutschlandweit rund 360 Milliarden Euro für Produkte und Dienstleistungen aus. Wenn nur ein Teil dieser Summe in ökologisch und sozial unbedenkliche Produkte investiert würde, könnte weltweit ein gewaltiger Schub für Nachhaltigkeit und Menschenrechte ausgelöst werden.

Ein Schritt in diese Richtung ist in Deutschland mit der Verabschiedung des modernisierten Vergaberechts seit Beginn dieses Jahres gemacht. Denn nun können in Vergabeverfahren auch zusätzliche Anforderungen an Auftragnehmer gefordert werden, die insbesondere soziale und umweltbezogene Aspekte betreffen. Sechs Bundesländer und mittlerweile fast 150 Kommunen haben bereits beschlossen, nur noch Produkte einzukaufen, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt und bei deren Produktion die ILO-Kernarbeitsnormen (International Labour Organization) berücksichtigt wurden.

Neues Betriebsrestaurant

Oberbürgermeister Ullrich Sierau nutze den Besuch im Betriebsrestaurant auch, um sich ein Bild von den umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen zu machen, die über den Sommer durchgeführt worden waren. Ergebnis: die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich nicht nur über eine qualitativ hochwertige Bewirtung in freundlicher Atmosphäre freuen, sondern auch über ganz erheblich gesenkte Energiekosten.

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