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Leben in Dortmund

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30.11.2009Bodo

Preiserhöhung kommt VerkäuferInnen zugute

Seit acht Jahren, seit der Verein das Straßenmagazin in Eigenregie herausbringt, war der Verkaufspreis stabil: mit dem Schönheitsfehler, dass der Verkäuferanteil zu niedrig war.

Das Straßenmagazin bodo kostet nun 1,80 Euro – die VerkäuferInnen erhalten ab sofort 90 Cent pro verkaufter Zeitung. Bisher erhielten VerkäuferInnen 60 Cent pro Zeitung, 90 Cent verblieben zur Deckung der Kosten beim Verein.

Die meisten großen Straßenzeitungen teilen gemäß gemeinsamer Grundsätze von Beteiligung und Gleichberechtigung der VerkäuferInnen den Verkaufspreis gerecht auf: "Fifty-Fifty" - so etwa der Name der Düsseldorfer Schwesterzeitung.

Bevor den Leserinnen und Lesern jedoch eine Preiserhöhung zugemutet werden sollte, wurde an einer "Gegenleistung" gearbeitet. Bodo erscheint inzwischen vollständig in Farbe, RedakteurInnen erzählen Geschichten, die nicht überall stehen und richten den Blick auf Themen, die anderswo übersehen werden.

Als besondere Zugabe wurde der Dezemberausgabe ein Literaturteil hinzugefügt und die Seitenzahl auf 40 erhöht. Es sind Texte von Ingrid Noll, Juli Zeh, Sibylle Berg, Feridun Zaimoglu, Martin Suter und Peter O. Chotjewitz zu finden.

bodo – das Straßenmagazin für Bochum, Dortmund und Umgebung

Das Straßenmagazin wird von einem Redaktionsteam (RedakteurInnen, Grafiker, Illustrator, Fotografin) erstellt und von Menschen in schwierigen sozialen Lagen auf der Straße verkauft. bodo erscheint monatlich, die Auflage beträgt 11.000 (Dez. 15.000).

Der Verkauf des Straßenmagazins ist ein niederschwelliges Beschäftigungsangebot, das eine Chance bietet, wenn andere Beschäftigungsformen vorübergehend nicht in Frage kommen. Ziel ist es, Selbstvertrauen und Alltagsstruktur so weit zu stärken, dass eine Wiedereingliederung in reguläre Beschäftigungsverhältnisse möglich wird.

Der Verkauf des Straßenmagazins ist eine Arbeit. Die VerkäuferInnen betteln nicht, sie bieten eine Dienstleistung und stehen für ein gutes Produkt. Mit eigener Hände Arbeit nach langen Krisen wieder selbstbestimmt Geld zu verdienen, bedeutet einen Schritt nach vorn, dem weitere Schritte folgen.

Der Verkauf des Straßenmagazins ist kein Auskommen. In aller Regel liegen die Einnahmen des Zeitungsverkauf unter den abzugsfreien Zuverdienstgrenzen staatlicher Versorgungsleistungen. Bei unseren erfolgreicheren / aktiveren VerkäuferInnen wird der Verdienst auf z.B. ihren ALG II-Bezug angerechnet.

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