Propst Andreas Coersmeier, Stadtdechant
Eins der brennendsten Probleme ist sicherlich die schwierige soziale Situation eines nicht unerheblichen Teils der Dortmunder Bevölkerung. Der Bericht zur Sozialen Lage in Dortmund und der Sozialstrukturatlas beschreiben die Situation detailliert und weisen zugleich auf die Notwendigkeit zum Handeln hin. Angesichts von Tausenden, die bei der Dortmunder Tafel um Lebensmittel anstehen, kann man in einigen Bereichen mit Recht von Armut sprechen. Diese Armut ist aber nicht gleichmäßig über Dortmund verteilt, sie konzentriert sich in einem Drittel der so genannten Sozialräume, vorwiegend in der Nordstadt, in Hörde und dem Dortmunder Westen.
Dass hier auch vermehrt das Problem der Kinderarmut auftritt, ist ein wirkliches Armutszeugnis. Wenn Kinder mit geringen gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten und schlechten Bildungschancen aufwachsen, wird Armut in die folgende Generation vererbt. Dies zu verhindern und Armut in Dortmund nachhaltig zu bekämpfen, daran wollen wir als Kirchen mitarbeiten. Diakonie und Caritas, Gemeinden und ehrenamtliche Initiativen leisten hier schon viel. Darüber hinaus hat in beiden Kirchen ein Prozess begonnen, bei dem wir mit Hilfe unserer Mitarbeiter vor Ort feststellen, was bereits geleistet wird und wo es noch einen Bedarf an Beiträgen zur Armutsbekämpfung gibt.
Sehr freue ich mich, dass Herr Oberbürgermeister Dr. Langemeyer, im Februar zu einer öffentlichen Diskussion über die sozialen Probleme einlädt. Das Thema verdient eine breite und konstruktive Auseinandersetzung. Wir Kirchen werden uns am Forum "Soziale Stadt" sowie bei allen weiteren Gesprächen gerne einbringen.