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Aktionsplan Soziale Stadt

Altes Rathaus und Berswordthalle
Foto: GPM Foto

Paritätischer Wohlfahrtsverband fordert ehrliche Diskussion im Umgang mit Armut

Marianne Schobert, Geschäftsführerin Paritätischer Wohlfahrtsverband

Die Angst in der Bevölkerung vor Armut wächst. Selbst in der Mittelschicht ist die Angst spürbar. Überall schlagen Experten Alarm. Es sind nicht mehr nur die Wohlfahrtsverbände. Selbst das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin beschäftigt sich mit der sozialen Ungleichheit. In Dortmund wird durch den Sozialbericht die Dimension der Armut vor Ort sichtbar.

"Wir sind froh, dass es jetzt auch für Dortmund einen aktuellen Bericht zur sozialen Lage gibt. Der Bericht und die Daten zeigen einen dringenden Handlungsbedarf auf", sagt Katja Lämmerhirt, Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Dortmund. In seiner jüngsten Vorstandssitzung hat sich der Verband ausführlich mit dem Thema Armut in Dortmund beschäftigt. Klar sei, dass es sich um eine Herausforderung von mehreren Jahren handele. "Alle Verantwortlichen und Entscheidungsträger dieser Stadt müssen gemeinsam daran arbeiten. Angesprochen sein darf nicht nur der Sozialbereich, auch die Wirtschaftsförderung, das Planungsdezernat oder die freie Wirtschaft gehören dazu," meint Lämmerhirt. Der Verband selbst, so kündigt sie an, wird die Diskussion des Sozialberichtes als einen Schwerpunkt im kommenden Jahr in seine Mitgliedschaft tragen. Das hat der Vorstand einstimmig beschlossen. Man wolle sich besonders dafür einsetzen, dass nachhaltige und effektive Strukturen für die geplante Bürgerbeteiligung geschaffen werden, auch und besonders in den betroffenen Sozialräumen.

"Der Aktionsplan für eine soziale Stadt zeigt in die richtige Richtung", so Marianne Schobert, Geschäftsführerin. Doch man vermisse derzeit eine ehrliche Diskussion um das Thema Armut in Dortmund. "Wir brauchen eine klares politisches Signal im Rahmen der Haushaltsberatungen. Deshalb fordern wir einen ausgewiesenen Aktionsfonds für Maßnahmen zur Armutsbekämpfung."

Konkrete Vorstellungen und Forderungen gibt es reichlich. So müsse der Zugang zur Bildung für Kinder mehr sein, als Schulwissen zu vermitteln und Sprachförderung zu organisieren. Auch der Spaß am Lernen und die Vermittlung sozialer Kompetenzen gehörten dazu. Derzeit würden Maßnahmen, die sich erfolgreich an schulmüde Kinder und Jugendliche wenden, meist nur aus Projektmitteln oder Spenden finanziert. Schulmüdigkeit beginnt zum Teil schon in der Grundschule. Deshalb sollen nach Vorstellungen des Verbandes die erfolgreichen Angebote durch die Kommune finanziert werden.

Im Bereich der Kinderbetreuung in Kindergärten und Kindertagesstätten sollen die Elternbeiträge auch nach Einführung des neuen Gesetzes sozial gestaffelt werden. Die Ganztagsbetreuung an den Schulen muss weiterhin ausgebaut werden entsprechend des tatsächlichen Bedarfes. Von einer geplanten Festschreibung der Platzzahlen hält der Verband nichts.

Auch die Schuldnerberatung der freien Träger ist auszuweiten. Die Finanzierung nur im Hinblick auf die Wiedereingliederung arbeitsloser Menschen in den Arbeitsmarkt reiche nicht aus. Präventive Maßnahmen für Jugendliche, damit sie nicht in die Schuldenfalle tappen, gehören genauso dazu wie beispielsweise die Schuldnerberatung für Menschen mit Arbeit oder für ältere Personen.

"Wir werden darüber diskutieren müssen, wie die kommunalen Mittel gerechter verteilt werden. Eine Investition in Menschen ist aus unserer Sicht allemal die wertvollste Investition".

Dortmund, 21.11.2007

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