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Trauer

Nachruf zum Tode von Nelly-Sachs-Preisträger Aharon Appelfeld

Nachricht vom 05.01.2018

Der israelische Schriftsteller und Träger des Nelly-Sachs-Preises 2005 Aharon Appelfeld ist - wie seine Familie mitteilte - heute im Alter von 85 Jahren in Jerusalem verstorben. Der Holocaust-Überlebende war einer der bekanntesten und angesehensten Schriftsteller seiner israelischen Heimat.

Appelfelds Bücher und Essays wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, darunter auch ins Deutsche. Zuletzt erschien im November der Roman "Meine Eltern". Seine großen Themen waren die jüdische Identität und Erinnerungen an seine Kindheit während der Shoah. Werke wie "Der Mann, der nicht aufhörte zu schlafen" oder "Elternland" formulieren das unaussprechliche Grauen und finden Worte für die Schrecken des Holocausts.

Die zum Teil autobiografisch beeinflussten Texte beziehen sich oft auf die Kindheit des Autors: 1932 in Rumänien geboren und aufgewachsen in der heutigen Ukraine, verliert Aharon Appelfeld als Achtjähriger seine Mutter im Krieg. Seinen tot geglaubten Vater trifft er 1954 in Israel wieder.

Fragen zu seiner Identität und der Israels bestimmten zeitlebens die Gedanken des Professors für hebräische Literatur.

"Die Stadt Dortmund zeichnete Aharon Appelfeld im Jahr 2005 mit dem Nelly-Sachs-Preis aus, um seinen Einsatz für Versöhnung und Toleranz besonders zu würdigen, und seinen Appel der Menschlichkeit weiterzutragen", sagt Bürgermeisterin Birgit Jörder als damaliges Jury-Mitglied.