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Literatur-Stipendium

Erste Stadtbeschreiberin Dortmunds: Judith Kuckart stellt sich vor

Nachricht vom 11.02.2020

Judith Kuckart ist die erste Stadtbeschreiberin für Dortmund: Die Wahl-Berlinerin und gebürtige Schwelmerin wird ihr Literatur-Stipendium im Mai antreten und bis Ende Oktober in Dortmund wohnen und arbeiten.

(v.li.) Stadtdirektor Jörg Stüdemann, Isabell Pfarre (stellv. Leiterin Kulturbüro Dortmund), Stipendiatin Judith Kuckart, Hendrikje Spengler (Leiterin des Kulturbüros), Bürgermeisterin und Jury-Vorsitzende Birgit Jörder sowie Hartmut Salmen, Leiter des Literaturbüros

Am 11. Februar stellte sich die Stipendiatin erstmals persönlich in Dortmund vor.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Am 11. Februar stellte sich die Stipendiatin erstmals persönlich in Dortmund vor und wurde im Literaturhaus Dortmund von Bürgermeisterin Birgit Jörder, Kulturdezernent Jörg Stüdemann, Kulturbüro-Leiterin Hendrikje Spengler und Literaturhaus-Leiter Hartmut Salmen begrüßt.

"Ich freue mich besonders, dass eine Frau das erste Stadtbeschreiber-Stipendium antritt", sagte Jörg Stüdemann. Das Stipendium ziele darauf ab, eine Stadt in der Transformation in den Fokus der schriftstellerischen Arbeit zu nehmen. "Ich mag die Bezeichnung 'Stadtbeschreiberin'", sagte Kuckart. "Für mich wird dadurch klar, dass ich nicht im oder für das Rathaus arbeite, sondern dass es um meine Wahrnehmung geht. Ich versuche, gut zu beobachten und über den genauen Blick Dinge sichtbar zu machen. Ich schreibe nicht meine Meinung, sondern ich schreibe, was ich sehe."

Judith Kuckart wuchs in Schwelm auf und verbrachte einen prägenden Teil ihrer Kindheit bei Verwandten in einer Bergarbeiter-Siedlung in Dortmund-Hörde. Ihre Onkel arbeiteten am Hochofen sowie Untertage; noch heute hat sie Familie in Hörde. Hörde will sie auch zum Schwerpunkt und Schauplatz ihrer literarischen Arbeit machen. Unter anderem recherchiert sie dort für ihr Romanprojekt "Die Unsichtbaren", in dem eine der Figuren aus Hörde stammt.

Wohnen wird Judith Kuckart voraussichtlich in der Dortmunder Nordstadt, eine wichtige Anlaufstelle ist das Literaturhaus am Neuen Graben. Neben Lesungen und anderen öffentlichen Veranstaltungen denkt sie über Projekte mit Schulklassen nach sowie über ein visuelles Tagebuch mit dem Arbeitstitel "Sätze mit Datum". Außerdem möchte sie in einem Erzähltheater-Projekt mit Bürger*innen ihre Leidenschaft für Theater mit dem Schreiben verbinden– Judith Kuckart ist ausgebildete Tänzerin und Choreografin.

Ausgezeichnet mit zahlreichen Literatur-Preisen

Ihr Studium der Literatur- und Theaterwissenschaften an der Universität Köln und der Freien Universität Berlin schloss sie mit dem Magister ab. An der Folkwang-Hochschule Essen absolvierte sie außerdem eine Tanzausbildung. Seit 1999 ist sie auch als freie Regisseurin tätig.

Judith Kuckart verbindet verschiedene künstlerische Sparten in übergreifenden Projekten – oft auch unter Einbindung der lokalen Bevölkerung. Seit 1990 veröffentlicht sie Romane, zuletzt erschien im Juli 2019 "Kein Sturm, nur Wetter" bei DuMont. Die Autorin hat bereits zahlreiche Literatur-Preise und -Stipendien erhalten. Sie beschäftigt sich intensiv mit Narrativen der Heimat und Herkunft und reflektiert politische Strömungen.

Das Stadtbeschreiber-Stipendium

Das Stadtbeschreiber-Stipendium wird jährlich vergeben. Inhaltlicher Schwerpunkt ist die Transformation Dortmunds von der Stadt der Montanindustrie zum Standort von Wissenschaft, Technik und Dienstleistungen. In der Zeit ihres Stipendiums arbeitet die Stadtbeschreiberin eng mit dem Kulturbüro, dem Literaturhaus Dortmund und weiteren Institutionen der regionalen Literaturszene zusammen, bringt sich in die Stadtgesellschaft ein und gibt den Diskursen aktuelle Impulse.

In der Begründung der Jury heißt es:

"Judith Kuckart ist eine hervorragende und etablierte Literaton mit einem starken Bezug zu Dortmund und zur Region. Sie überzeugte durch ihre innovativen Kooperationsideen und die tiefe Auseinandersetzung mit den Inhalten des Literaturstipendiums. Sie ist engagiert und erfahren, kann gut vermitteln und ist eine Meisterin der Inszenierung. Sie wird die Zeit in Dortmund intensiv nutzen."

Zur Jury gehörten Bürgermeisterin Birgit Jörder (Vorsitz), PEN Deutschland-Generalsekretär Heinrich Peuckmann, Literaturkritikerin Dr. Karin Yesilada, Literaturkritikerin Andrea Gerk, Dr. Astrid Blome (für die Stadt- und Landesbibliothek Dortmund), Prof. Dr. Gerold Sedlmayr (TU Dortmund). Beisitzer ohne Stimmrecht waren Stadtdirektor Jörg Stüdemann, Autorin Ivette Vivien Kunkel (Literaturhaus Dortmund) sowie Isabel Pfarre (Kulturbüro der Stadt Dortmund). Der Kulturausschuss der Stadt hatte die Entscheidung der Jury in seiner Sitzung am 3. Dezember 2019 bestätigt.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.