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Literatur-Stipendium

Stadtbeschreiberin Judith Kuckart kommt erst im August nach Dortmund – Auftaktlesung findet am 15. Mai online statt

Nachricht vom 22.04.2020

Das neu geschaffene Literaturstipendium der Stadt Dortmund wird um drei Monate verschoben: Dortmunds erste Stadtbeschreiberin, Judith Kuckart, wird aufgrund der Corona-Krise erst ab August 2020 für sechs Monate nach Dortmund kommen. Ursprünglich hatte sie ihr Stipendium im Mai antreten wollen.

(v.li.) Stadtdirektor Jörg Stüdemann, Isabell Pfarre (stellv. Leiterin Kulturbüro Dortmund), Stipendiatin Judith Kuckart, Hendrikje Spengler (Leiterin des Kulturbüros), Bürgermeisterin und Jury-Vorsitzende Birgit Jörder sowie Hartmut Salmen, Leiter des Literaturbüros

Am 11. Februar stellte sich die Stipendiatin erstmals persönlich in Dortmund vor.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Nun freut sich die Wahl-Berlinerin und gebürtige Schwelmerin darauf, im Sommer bei hoffentlich bestem Wetter in Dortmund zu starten – am liebsten mit einer Radtour durch Hörde, wo sie ihr geplantes Theaterprojekt ansiedeln möchte. Ihre für den 15. Mai geplante Auftaktlesung im Literaturhaus soll trotzdem stattfinden – allerdings ohne Live-Publikum: Das Literaturhaus am Neuen Graben zeigt die Lesung aus dem aktuellen Roman "Kein Sturm, nur Wetter" online am 15. Mai 2020 ab 19:30 Uhr.

Judith Kuckart verbrachte einen prägenden Teil ihrer Kindheit bei Verwandten in einer Bergarbeiter-Siedlung in Dortmund-Hörde, wo sie heute noch Familie hat. Hörde will sie auch zum Schwerpunkt und Schauplatz ihrer literarischen Arbeit machen.

Wohnen wird Judith Kuckart in der Dortmunder Nordstadt. Eine wichtige Anlaufstelle ist für sie das Literaturhaus am Neuen Graben im Kreuzviertel. Neben Lesungen und anderen öffentlichen Veranstaltungen denkt sie über Projekte mit Schulklassen nach sowie über ein visuelles Tagebuch. Außerdem möchte sie in einem Erzähltheater-Projekt mit Bürgerinnen und Bürgern ihre Leidenschaft für Theater mit dem Schreiben verbinden.

Judith Kuckart - Vita

Judith Kuckart studierte Literatur- und Theaterwissenschaften an der Universität Köln und der Freien Universität Berlin. An der Folkwang-Hochschule Essen absolvierte sie außerdem eine Tanzausbildung. Seit 1999 ist sie auch als freie Regisseurin tätig.

Judith Kuckart verbindet verschiedene künstlerische Sparten in übergreifenden Projekten – oft unter Einbindung der lokalen Bevölkerung. Seit 1990 veröffentlicht sie Romane, zuletzt erschien 2019 "Kein Sturm, nur Wetter" bei DuMont. Die Autorin hat zahlreiche Preise und -stipendien erhalten. Sie beschäftigt sich intensiv mit Narrativen der Heimat und Herkunft und reflektiert politische Strömungen.

Das Stadtbeschreiber-Stipendium

Das Stadtbeschreiber-Stipendium wird ab 2020 jährlich vergeben. Inhaltlicher Schwerpunkt ist die Transformation Dortmunds von der Stadt der Montanindustrie zum Standort von Wissenschaft, Technik und Dienstleistungen. In der Zeit ihres Stipendiums arbeitet die Stadtbeschreiberin eng mit dem Kulturbüro, dem Literaturhaus Dortmund und weiteren Institutionen der regionalen Literaturszene zusammen, bringt sich in die Stadtgesellschaft ein und gibt den Diskursen aktuelle Impulse.

Die Jury

Zur Jury gehörten Bürgermeisterin Birgit Jörder (Vorsitz), PEN Deutschland-Generalsekretär Heinrich Peuckmann, die Literaturkritikerinnen Dr. Karin Yesilada und Andrea Gerk, Dr. Astrid Blome (für die Stadt- und Landesbibliothek Dortmund), Prof. Dr. Gerold Sedlmayr (TU Dortmund). Beisitzer ohne Stimmrecht waren Stadtdirektor Jörg Stüdemann, Autorin Ivette Vivien Kunkel (Literaturhaus Dortmund) sowie Isabel Pfarre (Kulturbüro). Der Kulturausschuss der Stadt hatte die Entscheidung der Jury am 3. Dezember 2019 bestätigt. In der Begründung der Jury heißt es:

"Judith Kuckart ist eine hervorragende und etablierte Literatin mit einem starken Bezug zu Dortmund und zur Region. Sie überzeugte durch ihre innovativen Kooperationsideen und die tiefe Auseinandersetzung mit den Inhalten des Literaturstipendiums. Sie ist engagiert und erfahren, kann gut vermitteln und ist eine Meisterin der Inszenierung. Sie wird die Zeit in Dortmund intensiv nutzen."

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.