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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

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Kultur

Theater-Festival "Favoriten 2020" präsentiert im September Werke freier Künstler*innen

Nachricht vom 02.07.2020

Das Theater-Festival "Favoriten 2020" zeigt vom 10. bis 20. September 2020 Schauspiel, Perfomance, Musik und Tanz. Träger sind das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste e.V. sowie das Kulturbüro der Stadt Dortmund.

Tuemay Kilincel Dansoez

Die Choreographin und Tänzerin Tümay Kılınçel verortet den Bauchtanz im westlichen Tanzkanon - mit phantastischen Kostümen und im Dialog mit der Musik von DJ Leila Moon.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Flavio Karrer

"Favoriten 2020" findet als erstes Theater-Festival nach der coronabedingten Veranstaltungspause statt. Das Programm ist vielfältig: Die Besucher*innen erwarten u.a. Boxkämpfe und Ballett, Perfomance und Poetik.

20 Projekte aus NRW

Mit dem Thema "While we are working" erforscht "Favoriten 2020" unter der erneuten künstlerischen Leitung von Fanti Baum und Olivia Ebert, Arbeit und Nicht-Arbeit in den Künsten und in der Gesellschaft – als handwerkliches, künstlerisches, industrielles, sorgendes, nicht zuletzt gemeinsames Tun. Über 20 herausragende Projekte aus Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus laden dazu ein, Arbeit anders zu denken. Was ist Arbeit an der Kunst – oder ist künstlerisches Tun das Andere der Arbeit? Lässt sich proben ohne produktiv zu sein – und ist das dann schon Arbeit?

Neue Formen der Solidarität

Die Künstler*innen des Festivals interessieren sich für neue Formen der Solidarität, des Streiks und der Sorgearbeit. Fanti Baum unterstreicht: "Die entscheidenden Fragen liegen für uns – nicht erst seit gestern – auf der Hand: Wer macht welche Arbeit? Wie lassen sich die normierten Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit verschieben? Und wie können wir die gesellschaftlichen Kämpfe und Emanzipationsbewegungen als Arbeit begreifen?"

"While we are working heißt", sagt Olivia Ebert, "auch das als Arbeit wahrzunehmen, was jenseits der Lohnarbeit liegt und mitunter unsere Vorstellungen darüber zur Disposition zu stellen. Wie wäre es, das Leben im Exil als harte Arbeit anzuerkennen und umzukehren, wer eigentlich die sogenannte Integrationsarbeit zu leisten hat?"

Raum für kritische Auseinandersetzung

In diesem Sinne gestaltet die Gastkuratorin Tunay Önder, Initiatorin des "Migrantenstadl", mit "Maşallah Dortmund" ein eigenes Format, das über das Festival hinausragt und sich in es einschreibt: Wer darf sprechen, sich zeigen, bestimmen? Was wird gehört und vernommen? Und wie lässt sich mit künstlerischem Aktivismus in die gegenwärtigen Machtverhältnisse eingreifen? "Maşallah Dortmund" eröffnet mitten in der Dortmunder Nordstadt einen Raum für Solidarität, Gastfreundschaft und kritische Auseinandersetzung.

Uns ist es gelungen, mit viel Vorsicht und noch mehr Einsicht ein Konzept zu entwickeln, welches uns allen den lang vermissten Kulturgenuss wieder möglich macht.

Hendrikje Spengler, Leiterin des Kulturbüros

Die Kulturbüroleiterin Hendrikje Spengler ist voller Vorfreude, dass es in Dortmund wieder Live-Kunst geben wird: "Die Corona-Krise, der Lockdown, aber auch die Lockerungen in den letzten Wochen haben unsere Künstler*innen und unser Publikum tief verunsichert. Durch den Zuspruch und die Hilfe des Landes NRW ist es gelungen, mit viel Vorsicht und noch mehr Einsicht ein Konzept zu entwickeln, welches uns allen den lang vermissten Kulturgenuss wieder möglich macht."

Vielfältiges Programm von Boxkampf bis Ballett

Zum Programm gehören u.a. poetische Perfomances, außergewöhnliche Operetten und Ballett. EIne feministische Kfz-Werkstatt wird ebenso zu sehen sein wie türkisches Öl-Wrestling und Bauchtanz mit DJ-Musik. Stimmen aus dem Off beobachten die Welt, ein Staubsauger-Beutel wird in seine Bestandteile zerlegt und Boxkämpfe treffen auf Lesungen und Filmscreenings.

HARTMANNMUELLER

"Hartmannmueller" errichten ein Laboratorium zur Arbeitswelt.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dirk Rose

Und Ulrike Seybold, Geschäftsführerin des NRW Landesbüros Freie Darstellende Künste: "Die vergangenen Monate waren eine ökonomische wie psychologische Bedrohung für das gesamte System der Freien Darstellenden Künste. Dieses Festival ist deshalb strukturell wie inhaltlich ein wichtiges Statement. Die Szene macht weiter. Sie passt sich dem an, wie Arbeit unter Corona-Bedingungen sein muss. Und denkt dennoch groß darüber nach, wie Arbeit sein kann und könnte. Ich freue mich auf dieses wichtige Wagnis."

Zum Schluss betonen Olivia Ebert und Fanti Baum: "Unser besonderer Dank gilt der Stadt Dortmund, also Hendrikje Spengler und Jörg Stüdemann, die zu jederzeit der Pandemie auf der Seite der Künstler*innen standen. Ohne diese Unterstützung wäre der Kraftakt das Festival unter diesen Bedingungen zu planen und das Team, die Künstler*innen und Techniker*innen gegen einen möglichen Verdienstausfall abzusichern, nicht gelungen."

Zum Thema

Träger des Festivals sind das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste e.V. sowie das Kulturbüro der Stadt Dortmund. "Favoriten 2020" wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft Landes Nordrhein-Westfalen, die Kunststiftung NRW, die Stadt Dortmund und das NRW Kultursekretariat Wuppertal.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.