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Kulturelle Bildung

Besuch beim "Nantes Creative Generations"-Treffen

Kultur verbindet

Am 22. Oktober 2014 haben wir, Sina und Dominique aus der "Jungen Tanztheaterwerkstatt Dortmund", uns auf den Weg nach Nantes zum diesjährigen 2Nantes Creative Generations"- Treffen gemacht. Das Treffen war dieses Jahr für 4 Tage – vom 22.10 bis zum 25.10 - angesetzt. Sinn und Zweck dieser europaweiten Zusammenkunft war es junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren aus ganz Europa, die in diesem Jahr in innovativen Projekten politischer, sozialer oder künstlerischer Art gearbeitet hatten, zusammenzuführen. So sollte die Möglichkeit geschaffen werden, diese Projekte vorzustellen, in den Austausch mit anderen Projektteilnehmern zu gehen und Kooperationen entstehen zu lassen.

Es fand ein angeregter Austausch zwischen den Teilnehmern statt.

Es fand ein angeregter Austausch zwischen den Teilnehmern statt.

Sina und ich konnten nur drei Tage an dem Zusammentreffen und den Workshops teilnehmen, da wir für die Inszenierung der jungen Tanztheaterwerkstatt des Depots „Kein Stück über Liebe“ am Samstag, den 25.10., wieder auf der Bühne im Depot in Dortmund stehen mussten. Dieses war gleichzeitig das Projekt, das wir in Nantes vorstellen durften.

Als wir am 22.10.2014 in Nantes anreisten, waren wir nur zwei von mehr als 60 jungen Menschen aus ca. 30 Ländern Europas, die im Laufe des Jahres an kreativen, künstlerischen oder politischen Projekten in ihrem Heimatland gearbeitet haben.

Wir nahmen an einem regen und interessanten Austausch über die verschiedensten Projekte, an gut geplanten Workshops und an einigen Freizeitaktivitäten teil, bei denen alle Teilnehmer die Möglichkeit hatten, sich auch persönlich besser kennen zu lernen.

Geleitet wurden die diesjährigen Workshops von den Mitarbeitern des Forums, welches nun schon zum sechsten Mal in dieser Form junge Menschen und ihre Projekte in Nantes zusammenbringt, damit wir voneinander lernen und miteinander arbeiten können.

Um die Vielfältigkeit der Projekte transparenter machen zu können, möchte ich einige Projektbeispiele vorstellen:

Jaromir und Miros, zwei Künstler aus der Slowakei, haben im Zuge ihres Projekts „Paint the City, paint it yourself“ Wände und Bushaltestellen in Bratislava und Umgebung mit Bildern und kunstvollen Graffitis verschönert.

Der Ausstellungsraum

Der Ausstellungsraum

Andere Projekte befassten sich mit gesellschaftlichen und politischen Problemen in der Heimat. Beispielsweise das sehr interessante Projekt „Me and Society“ von Nona und Teona aus Georgien, die in ihrer Heimatstadt ein Projekt für gehörlose Frauen ins Leben gerufen haben. Ziel war es, diesen Frauen zu helfen vor allem im Berufsleben Fuß zu fassen, da es in Georgien kaum Unterstützung für gehörlose Menschen gibt.

Weiterhin hinterließ das Projekt „Bandsalat“ von Mato und Zoe aus Saarbrücken einen bleibenden Eindruck. Die beiden Partizipanten organisierten 2014 ein Kurzfilmfestival gegen Rassismus in Saarbrücken. Sie forderten andere junge Menschen dazu auf, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und einen Kurzfilm gegen Rassismus zu drehen. Für den besten dieser Filme vergaben sie schließlich einen Preis. Das Projekt verband Filmkunst und Politik auf kluge und produktive Weise miteinander.

Natürlich trafen wir auch auf uns „artverwandte“ Projekte. Es stellte sich schnell heraus, dass noch andere theater- und tanzbegeisterte Teilnehmer anwesend waren.

Das Projekt „Dance HipHop- European Expression“ von Sabrina, Nathan und Estelle soll im Laufe des nächsten Jahres realisiert werden. Die drei Tänzer aus Nantes planen eine Kooperation mit Tänzern aus ganz Europa, um deutlich zu machen, dass Tanz über Ländergrenzen hinaus verbindet.

Deutlich wurde bei einer Vielzahl der Projekte, dass eine Trennung von Kunst, politischen Themen und der Auseinadersetzung mit gesellschaftlichen Missständen kaum existiert. Kunst ist oft das Mittel der Auseinandersetzung, denn sie ist im Falle der Projekte schön und man schaut sie sich gerne an. Ein Blick hinter die Fassade lohnt sich und es wird abermals bewusst, dass die Kunst als Brücke benötigt wird, um auf Zustände aufmerksam zu machen, vor denen man die Augen verschlossen gehalten hat.

Insgesamt waren die drei Tage, die wir in Nantes verbringen durften, ein lehrreiches und wunderschönes Geschenk. Selten bekommt man die Chance, seinen Horizont durch das Zusammentreffen mit so vielen Menschen aus unterschiedlichen Ländern zu erweitern. Ein um das andere Mal durften wir lernen, dass uns weniger trennt, als wir glauben, und uns vor allem die Leidenschaft etwas oder uns zu bewegen verbindet.

Sina Rumpke und Dominique Abomo Metogo