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Trauer

Nelly-Sachs-Preisträger Per Olov Enquist gestorben

Nachricht vom 27.04.2020

Der international geschätzte Schriftsteller Per Olov Enquist ist am Samstag, 25. April, im Alter von 85 Jahren im schwedischen Vaxholm gestorben. Er war 2003 in Dortmund mit dem Nelly-Sachs-Preis, dem Literaturpreis der Stadt Dortmund, ausgezeichnet worden.

"Per Olov Enquist gehörte zu den bedeutendsten Schriftstellern Skandinaviens, aber er war ein europäischer Schriftsteller. Wir sind froh, dass wir die Gelegenheit hatten, ihn auszuzeichnen", sagt Dortmunds Kulturdezernent Jörg Stüdemann.

In der Jury-Begründung hieß es damals, Enquist sein "als Erzähler, Dramatiker und Essayist ein subtiler Kritiker der Moderne – aus dem Geiste der Aufklärung trotz aller Aufklärungs-Skepsis". Seine Romane, deren Stoffe sich oft der jüngeren, auch selbst erlebten schwedischen Geschichte verdanken, entdeckten in der strengen, pietistischen nordischen Hinterwelt Modelle zum Begreifen der Gegenwart, verzichteten aber auf alle einfachen Erklärungen. Seine Liebe als Erzähler gehöre den gebrochenen Biografien, den zwielichtigen Figuren, den scheiternden Utopisten, in deren Namen er trotz allem festhält an den Menschheitsträumen von gesellschaftlicher Gerechtigkeit und individuellem Glück.

Per Olov Enquist wurde 1934 in Nordschweden geboren. Nach seinem Studium der Literaturwissenschaften arbeitete er zunächst als Journalist und Feuilleton-Kolumnist. Für seine literarische Arbeit erhielt er neben dem Nelly-Sachs-Preis zahlreiche weitere Auszeichnungen, darunter den Deutschen Bücherpreis für internationale Belletristik (2002) und den österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur (2009). Er schrieb Romane und Erzählungen, Theaterstücke und Essays, aber auch Kinderbücher und Drehbücher. Zu seinen bekanntesten Romanen zählt "Der Besuch des Leibarztes" (2001).

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.

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