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Kulturelle Bildung Collage

Kulturelle Bildung

Kulturprojekte

Im Jahr 2012 konnten 13 Kulturprojekte in Dortmunder Kitas gefördert werden. Dabei wurden die Kinder an unterschiedliche Aspekte der Kreativität herangeführt und konnten sich und alles rund um das jeweilige Projekt selber ausprobieren.

Bildende Kunst

(Natur-)Kunst mit dem eniBo

Eine Mäuseskulptur gestalten – so lautete das Ziel dieses Projekts. Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, verschafften die Künstlerinnen Nadine Augustat-Lehmann und Bodil Brachthäuser den Vorschulkindern erstmal einen Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten künstlerischen Schaffens.

Grund für die Wahl der Skulptur war das Logo des evangelischen Familienzentrums Eliaskinder, welches eine Maus zeigte und die Kinder selber ausgesucht hatten.

Das "eniBo"-Team ist dafür bekannt, Kunstwerke überwiegend aus natürlichen Materialien entstehen zu lassen. So ist es nicht unüblich, dass aus Eierkartons und Tee ein Aquarium oder aus dem Saft von roter Beete ein abstraktes Kunstwerk entsteht. Die Kinder lernen somit alltägliche Gegenstände aus einem ganz anderen Blickwinkel zu sehen und erweitern ihren künstlerischen Horizont.

Auch bei diesem Projekt gingen die Kinder in der Anfangsphase auf die Suche nach nützlich Gegenständen, die sie für einfache Kunstwerke verwenden konnten. Unter der Anleitung von Frau Augustat-Lehmann und Frau Brachthäuser bereitete ihnen das viel Spaß und ließen sie ihr Umfeld ganz anders wahrnehmen. Das Endprodukt (die Mausskulptur) entstand allerdings aus einem Material namens „Ytong“, welches hinterher noch stellenweise mit Mosaiken verschönert wurde.

Bevor die tatsächlich fertig gestellte Mausskulptur einen Ehrenplatz im Kindergarten erhielt, wurde sie gemeinsam mit den anderen entstandenen Kunstwerken in einer kleinen Ausstellung den Eltern und andern Kindergartenkindern präsentiert.

Mobile Kulisse

Märchen begeistern jedes Kind. Aber was passiert, wenn man anfängt, sich selber eins auszudenken? Die Kinder des HOKAIDO Hochschulkindergartens haben gezeigt: es entsteht eine wundervolle Theaterkulisse.

Um dies auf die Beine zu stellen, haben sie unter der Anleitung von Achim Farys Farben gemischt, gemalt, Holzteile zersägt, Mosaike gelegt und vieles mehr.

Dabei wurden besonders die ästhetischen, manuellen und technischen Fähigkeiten der Kinder gefördert. Pünktlich zum Sommerfest war die – im wahrsten Sinne des Wortes – märchenhafte Kulisse fertig und konnte von Eltern und Freunden betrachtet werden. Sie waren begeistert, als die Gruppe ihr eigenes kleines Märchen – natürlich passend zu der Kulisse – aufführten und somit erhielt das Bühnenbild einen festen Platz in der Kindertagesstätte.

Auch heute dient es noch als schöne Visualisierung bei Märchenerzählungen.

Kunst-Entdecker

Nach der ersten Testphase im Vorjahr war für die Kita im Familienzentrum Lange Straße klar: wir gehen wieder ins U! Aufgrund der bereits gesammelten Erfahrungen, konnten die Museumspädagoginnen Karin Dahms-Pietzek und Barbara Hlali ihre Schwerpunkte diesmal leicht modifizieren.

Im Fokus stand wie zuvor auch der Besuch des Museums am Ostwall. Die Kinder lernten dort jedoch nicht nur Kunstwerke aus der klassischen Moderne kennen, sondern sammelten ebenso Erfahrungen mit den "neuen Medien" wie digitaler Fotografie und Video.

In Zeiten des medialen Aufschwungs muss ein kompetenter Umgang mit der heutigen medial vermittelten Bilderwelt gewährleistet sein und digitale Medien für die Kinder als gestaltbar erfahrbar sein. Durch die Einbindung der Eltern in den Workshop konnte seine Nachhaltigkeit gesteigert werden. Viele waren sich über das reichhaltige Angebot des Dortmunder Us zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bewusst und konnten somit für eventuelle zukünftige Museumsbesuche gewonnen werden.

Am Ende des Workshops erstreckten sich die neu gewonnen Fähigkeiten der Vorschulkinder von der expressionistischen Gestaltung von Portraits über die Herstellung von Papp-Tierfiguren bis hin zu der Aufnahme einer kleinen Trickfilmsequenz. Die abschließende Ausstellung machte deutlich, wie viel Spaß den Kindern die Arbeit gemacht hat und ließ vermuten: das war nicht der letzte Durchlauf des "Kunst-Entdecker"-Projekts!

Dein Sprung in die Kunst

In ein Gemälde eintauchen - wer wollte das nicht auch schon einmal?! Die Kinder der Kita Von den Berkenstraße hatten in ihrem Kunstprojekt mit Susanne Lilienfeldt die Möglichkeit, genau dies zu tun.

Zuerst schauten sie sich gemeinsam Kunstwerke von bedeutenden Malern an. Dann wurde jedes Kind fotografiert und das beste Portrait ein paar Mal ausgedruckt.

Nachdem sich die Kinder ausführlich über die Kunstwerke ausgetauscht hatten, durfte jeder bzw. jede sein bzw. ihr Lieblingsbild auswählen und klebten sich und alles, was sie sonst noch passend fanden, auf eine Kopie des Werkes. Außerdem konnte das Bild bemalt werden, oder sogar ein ganz eigenes entworfen werden. Auf diese Weise beschäftigten sich die Kinder mit Fragen zu dem Bild, dem Künstler und der Idee des Werkes.

In der abschließenden Ausstellung wurde deutlich, dass die Vorschulkinder viel über die unterschiedlichsten Materialien und das Mischen von Farben gelernt haben und vor allem ganz viel Spaß dabei hatten.

Theater

Schubladen Welten

Das Turbo Prop Theater hatte sich für dieses Projekt viele Ziele gesetzt – und sie am Ende auch erreicht. Aufgrund des hohen Anteils an Kindern mit Migrationshintergrund, war es den Künstlern Ursula und Rüdiger Eggert ein besonderes Anliegen, den Kindern des katholischen Familienzentrum Forums Bartoldus die unterschiedlichen Kulturen näher zu bringen und vor allem ein Gefühl von Respekt für Andersartigkeit bei ihnen auszulösen.

Dafür bot es sich an, ein Figurentheaterstück mit den Kindern einzustudieren. In vielen kleinen Theaterszenen stellten die Kinder demnach die Bräuche ihrer Herkunftsländer mit Hilfe von Theaterpuppen und Gegenständen dar.

Diese entnahmen sie aus einer der vier Schubladen, welche als Bühnenbild dienten. Die Vorbereitungszeit für den großen Auftritt war in vier Teile gegliedert: zuerst erzählten die Kinder von den verschiedenen Traditionen ihrer Herkunftskultur. Danach folgte das Basteln der Theaterfiguren, um den Kindern und Zuschauern auf einfachem Wege das Thema zu visualisieren. Mit diesen Figuren entwickelten sie ihre Kurzgeschichten, in denen sich Tradition und Gegenwart verbanden.

Zum Abschluss präsentierte die Kindergartengruppe ihre Ergebnisse im Rahmen des Veranstaltungstages „Familien in Ihrer Vielfalt“ und beim Schultheaterfestival „Wechselspiel“.

Prinzessin upgrade

Welches Mädchen ist in seiner Kindheit nicht voller Freude in ein Prinzessinnenkleid geschlüpft? Theaterpädagogin Anja Bechtel hat genau dies zu einem kulturellen Bildungsthema gemacht und die Kinder des Familienzentrums Lünener Straße ihre ganz persönliche Märchenwelt in einem Rollenspiel darstellen lassen.

Um dies zu erreichen, fing das Projekt ganz einfach an: spielerisch lernten die Kinder im pädagogischen Alltag bekannte Märchen durch Vorlesen, Spielen, Betrachten von Bildern und Liedern kennen. Anschließend an jede Geschichte wurde die Rolle der Prinzessin reflexiert. Die Kinder erklärten Eigenschaften und Pflichten, förderten somit Toleranz und den bewussten Umgang mit Stereotypen.

Dann standen ihre eigenen Wünsche im Mittelpunkt: welche Märchengeschichten fehlen in der großen Welt der Fantasie? Und wie kann man diese darstellen? Am Ende ist eine große Bildercollage über eine traumhafte und wünschenswerte Welt entstanden, die die Kitakinder in einem Rollenspiel widerspiegelten. Ihr Selbstbewusstsein stieg dadurch enorm, was viele Eltern begeistert feststellten.

Circusvarieté

Wer hätte gedacht, dass die Vorschulkinder der TEK Winandweg einmal eine eigene Zirkusshow präsentieren würden? Die Eltern und anderen Kindergartenkinder haben die Vorstellung mit eigenen Augen bei dem alljährlichen Sommerfest miterleben dürfen und waren begeistert.

Die Kinder haben in dieses Zirkusprojekt viel Arbeit und Mühe gesteckt. 40 Stunden lang haben sie mit Sybille Möx musiziert, ausprobiert und vor allem ihre Rolle im Zirkuszelt bzw. der von den Kindern liebevoll umgestalteten Einrichtung geprobt.

Die Vorschulkinder konnten nämlich nicht nur schauspielerisch, sondern auch als Baumeister oder Kostümschneider aktiv werden. Begonnen hat alles mit einfachen Aufwärmübungen, die den Kindern halfen, sich und ihr Umfeld intensiv wahrzunehmen. Durch Improvisationsübungen lernten sie spielerisch die Grundlagen des Theaterspiels kennen. Nachdem jedes Kind sich für seine Zirkusrolle entschieden hat, wurde geprobt und geschneidert, bis jede Nummer saß und jedes Kostüm passte. Mit viel Spiel und Spaß ist auf diese Weise eine tolle Aufführung entstanden!

Literatur

Wild und gefährlich – vom Mut machen und stark werden

In jedem Kind schlummert eine "wilde und gefährliche" Seite. Sie identifizieren sich mit Drachen und wilden Kerlen, schrecklichen Monstern und Furcht erregenden Tieren, Räubern und Piraten. Genau aus diesem Grund haben sich die Kinder der Kita am Ostpark gemeinsam mit Künstlerin Eva Helmsorig intensiv mit diesem Thema beschäftigt.

Zuerst wurden Bilder angeschaut, in denen skurrile Figuren humor- und liebevoll gestaltet wurden. Anschließend sind die Kinder selber kreativ geworden: mit "JaXXon-Kreide" bewaffnet haben sie ihre eigenen wilden, gefährlichen und fürchterlichen Gestalten auf großformatigen Bildern für die Ewigkeit festgehalten.

Außerdem wurde fotografiert, ausgeschnitten und die Kinder malten Räuberhöhlen und Schlösser, in denen sie ihre Monster fliegen lassen konnten. Zwischendurch haben sie sich immer wieder neue Spiele ausgedacht, bei denen sie zum Beispiel eine Reise in die Karibik machen und auf Schätze und Piraten treffen. Die Kinder konnten sich in diesem Projekt austoben und ausprobieren.

Sie wurden mit Fragen konfrontiert, die die Realität der Monster hinterfragt und es ging um Mut und Verletzlichkeit. Am Ende der Projektreihe haben die Kinder ihr eigenes Theaterstück "Wir sind der Schrecken aller Monster" aufgeführt.

Film / Ton

Filmreif!

Wie kommt der Fisch ins Glas oder warum scheint das Männchen im Daumenkino zu laufen? Diesen und anderen Fragen gingen die Kinder der Kita Hainallee in ihrem Filmprojekt auf den Grund.

Aber natürlich blieb es nicht nur dabei: gemeinsam mit Filmemacherin Ulrike Korbach entwickelten sie Geschichten und sammelten Recyclingmaterialien, um schlussendlich mit Hilfe einer Trickbox einen Kurzfilm entstehen zu lassen.

Dabei merkten die Kinder schnell, dass so ein Filmprojekt ganz schön viel Geduld erfordert und schulten somit ihr Konzentrationsvermögen und ihre Präzision. Ebenso wurde ihre Fantasie angeregt, da die Kinder ganz allein entscheiden konnten, was in dem Trickfilm am Ende zu sehen ist. Der ca. 5-minütige Film wurde am Ende allen Eltern und Freunden feierlich präsentiert.

Ich und du und wir

"Das Selbst ist ein Ichfindungsphase" – so beschreibt der Künstler Peter Strege den Kern seines Kulturprojektes. Die Kinder der FABIDO Oesterstraße haben sich mit ihm auf diese Reise begeben und konnten ihre Eltern am Ende durch eine tolle Ausstellung führen.

Beim plastischen Arbeiten mit Ton und anderen Materialien, haben sie sich selbst und ihre Gruppenmitglieder ganz genau betrachtet. Dementsprechend haben sie sich gegenseitig „"erbastelt" und in Aussagen und Meinungen gesammelt.

Danach wurde die Kita so hergerichtet, dass jedes "Selbstbildnis" einen geeigneten Platz gefunden hat. Neben dem Basteln mit Ton sind die Kinder ebenso als Fotografen aktiv geworden und haben die Kunstwerke mit ihren Künstlern auf Fotos festgehalten. Hinterher haben alle gemeinsam darüber nachgedacht, was das eigentlich, besondere Kunstwerk ist - das Original oder das Abbild? Neben der Ausstellung hat jedes Kind seine Kunstwerke in einem Katalogbuch verewigt.

Jetzt gibt’s was auf die Ohren

Irgendwann ist die Kitazeit vorbei und die Kinder machen sich auf den Weg ins Schulleben. Diesen neuen Lebensabschnitt hat die freie Künstlerin Susanne Henning zum Anlass genommen, sich im Rahmen eines Kulturprojektes die zukünftigen Grundschulen gemeinsam mit den Kindern der TEK Sengsbank ganz genau anzuschauen.

Ausgerüstet mit Einwegkameras und einem Aufnahmegerät haben sie sich also in Kleingruppen zu ihrer Grundschule begeben und auf dem Weg dorthin ihre eigene Kamera mit Fotos von interessanten Begegnungen mit Gegenständen oder Menschen gefüllt.

Außerdem wurden ihre Eindrücke und andere Geräusche auf dem Aufnahmegerät festgehalten. Ausgehend von der Zeit in der Kita Sengsbank fotografierten sich die Kinder zum Beispiel in ihrer Lieblingsspielecke und mit ihren Freunden. Zum Schluss hielt jedes Kind seine ganz eigenen Eindrücke der bekannten Umgebung im Kindergarten und der neuen auf dem Weg zur Schule und auf dem Schulhof in der Hand.

Die Portraits wurden abschließend zusammen geschnitten und ergaben zusammen mit den aufgenommenen Geräuschen und Eindrücken einen Film, der den Übergang vom Kita-Kind zum Grundschüler beschrieb.

Tanz

Die Reise nach überall

Woher kommen wir? Was machen die Menschen dort anders als hier? Und in welches Land würden wir gerne reisen? Mit diesen und vielen anderen Fragen haben sich Tanzpädagogin Birgit Götz und die Kinder der katholischen Tageseinrichtung St. Meinolfus in ihrem Kulturprojekt beschäftigt.

Nachdem sich alle gemeinsam von bereits bekannten Ländern erzählt hatten, fing das "Tanztraining" an. Es entstand die individuelle Geschichte von der "Reise nach überall". Für den dramaturgischen Verlauf wurden die Kenntnisse und Ideen der Kinder miteinander verknüpft, musikalisch und vor allem tänzerisch untermalt.

Somit verbesserte sich die Körperwahrnehmung und Körperpräsenz jedes Einzelnen und es wurde Raum für mehr Akzeptanz und Toleranz anderer Nationen geschaffen.

Die Kostüme für den großen Auftritt haben sich die Kinder ebenfalls selber ausgesucht und mit gestaltet. Die Eltern waren von der Präsentation des Theaterstücks begeistert!

Ich wäre so gerne ein Zebra

In diesem Projekt ging es um einen kleinen Elefanten, der so gerne ein anderes Tier sein möchte. Als er die Möglichkeit dazu hat, kann er sich allerdings für keines entscheiden und stellt letztendlich fest, dass er viel lieber er selbst bleiben möchte.

Die Kinder der Kita Steinstraße haben viel über die unterschiedlichen Lebensweisen der Tiere gelernt und bei einem Zoobesuch sogar miterlebt. Birgit Götz hat dafür gesorgt, dass sie lernten, die Bewegungsmotive der Tiere tänzerisch umzusetzen und nach und nach eine Geschichte aus ihnen zu entwickeln.

Die viele Recherchearbeit war sehr hilfreich für die Kinder, da sie so neue Ideen für das Theaterstück entwickelten und selber entscheiden konnten, welche Kostüme dazu passten. Das entstandene Werk wurde in mehreren Auftritten präsentiert und von den Eltern und Freunden bejubelt. Während die Künstlerin die Geschichte erzählte, haben die Kinder alle Figuren gemeinsam gespielt und vor allem getanzt.

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