Dortmund überrascht. Dich.
Kulturelle Bildung Collage

Kulturelle Bildung

"Ich sehe was, was du nicht siehst!"

Künstlerinnen: Silke Bachner , Birgit Schwennecker

Einrichtung: Ev. Martin-Kindergarten
Träger: Ev. Kirche
Kinder: 15 Kinder, 5-6 Jahre alt
Sparte: Bildende Kunst, Theater, Foto

Ein Projekt, das die Sprachbarriere bricht - so beschreibt Frau Walkenhorst das Kunst-Projekt des evangelischen Martin-Kindergartens im Unionviertel Dortmund. Bei einem Migrantenanteil von 90% ist das alles andere als nebensächlich.

Monstergesichter aus Tonknete

Ergebnisse der Workshops sind u. a. Monstergesichter aus Tonknete
Bild: Kulturbüro

Durch die Arbeit mit Tonknete, Pappe, Stiften und anderen Materialien, lernen die Kinder ein respektvolles Miteinander und legen jegliche Berührungsängste ab. Wichtig ist den Künstlerinnen Silke Bachner und Birgit Schwennecker nicht nur, dass die Kinder neue Sachen und Wörter kennen lernen, sondern auch, dass sie so viel wie möglich aus diesem Projekt mitnehmen und in Erinnerung behalten.

So geht es auch oft raus aus dem Atelier "schoenspur" und auf Entdeckungstour, damit die Kinder ihre ganz persönlichen Spuren in ihrem Wohnviertel hinterlassen. Dabei werden zum Beispiel Flecken auf dem Straßenasphalt auf Monstergesichter untersucht, Mandalas aus Kreide daneben gesetzt, Monstergesichter auf Mülltonnen gemalt und vieles mehr. Geplant ist auch eine selbstgestaltete Schatzkarte, an dessen eingezeichneten Punkten die Schatzsucher von den Kindern überrascht werden. Womöglich lacht sie eine Monsterfigur von einer Fensterbank aus an oder ein anderes Ergebnis aus dem Workshop der Kinder ist irgendwo versteckt.

Pappkonstrukte, die ein in einem Baumhaus spielendes Monster zeigen, sind aneinander geklebt

Die Kunstwerke der Kinder werden im großen Schaufenster des Ateliers ausgestellt.
Bild: Kulturbüro

Bei den unterschiedlichen Aktionen kommen die Vorschulkinder auch selber auf tolle Ideen. So kleben Jonathan und Elo ihre Pappkonstrukte, die ein in einem Baumhaus spielendes Monster zeigen, einfach aneinander, damit das Kunstwerk so groß wie möglich wird. Die anderen Kinder finden das ganz toll und schon entsteht eine zusammenhängende Monstergeschichte, an der sich jeder Vorbeilaufende mit einem Blick durch die großen Atelier-Fenster erfreuen kann.

Begonnen und beendet wird jede Projektarbeit in einem Sitz- oder Stehkreis. Zu Anfang der Stunde erzählen Silke Bachner und Birgit Schwennecker, was die Kinder heute erwartet und lassen sie noch einmal von den letzten gemeinsamen Stunden berichten. Als Abschluss verabschiedet sich jedes Kind in seiner Muttersprache, mit seiner Lieblingsgeste, oder was auch immer ihm einfällt und alle machen es nach. Beim Rausgehen schauen die Kinder noch einmal in das große Schaufenster des Ateliers und betrachten ganz stolz ihre Kunstwerke. „Das Warten auf die nächste Stunde können sie immer nur ganz schwer ertragen“, lacht die Erzieherin Frau Walkenhorst.

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