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Kulturelle Bildung Collage

Kulturelle Bildung

"Ich & Du"

Künstlerin: Sabine Held

Einrichtung: Katholisches Familienzentrum Forum Bartoldus
Träger: Katholische Kirche
Kinder: 10 Kinder im Vorschulalter (5-6 Jahre alt)
Sparte: Bildende Kunst

Kunstwerke der Kinder

Viele bunte Gesichter
Bild: Lara Möhl

Das Projekt "Ich & Du", geleitet von Sabine Held, beinhaltete insgesamt fünf Workshops zu den Themen Emotionen und Zusammenarbeit. Sie selbst bezeichnet es als "Forschungsprojekt", in dem sich Kinder des kath. Familienzentrums Forum Bartoldus mit vielen Fragen rund um die eigene Identität beschäftigen: Wer bin ich? Was gehört zu mir dazu? Wie sehe ich aus, was mache ich gerne? Und wie ist es, wenn ein "Du" dazu kommt? Kunstwerke des Museums Ostwall im Dortmunder U sind Wegbegleiter auf dieser Reise.

Skizzen verschiedener Emotionen

Ein Abschied ist traurig. Aber auf das Wiedersehen kann man sich freuen. Die Kinder stellen das Gefühl der Wiedersehensfreude dar: "Die Frau war traurig, weil der Mann weg ist, aber dann kommt der Mann wieder."
Bild: Lara Möhl

Das erste Treffen wurde mit einer Vorstellungsrunde eingeleitet. Der Treffpunkt war die UZWEI des Dortmunder U. Dann fuhren die Kinder erstmals hoch in das Museum Ostwall. Sie schauten sich eine Wand voller Portraits von Jochen Gerz an und analysierten gemeinsam, ob in den meist neutralen Gesichtszügen Emotionen zu sehen waren. Viele schauten für die Kinder freundlich, neutral oder wütend.
In ihrem selbst gestalteten Projektbuch, konnten sie ihre Ergebnisse eintragen. Oscar suchte sich z.B. das Portrait eines 'grimmig' schauenden Mannes aus. "Ich mag das Foto. Der Mann sieht ein bisschen böse aus, aber ich habe keine Angst vor dem."

Emotionen auf Plastikfolie

Überblick: Materialien und fertige Kunstwerke.
Bild: Lara Möhl

In dem zweiten Workshop "Wunschträume & Anzüge", ließen sich die Kinder wieder von Kunstwerken, die in der aktuellen Ausstellung im Museum am Ostwall zu sehen sind, inspirieren. Sie verkleideten sich als eine Figur, die sie gerne einmal sein wollen.
"Ich wäre so gerne einmal eine Malerin", träumt Klaudia, "ich male selber gerne".
Merle wäre lieber eine Prinzessin und Tjark ein Astronaut.
Ihre Wunschfiguren konnten dann alle auf eine Pappe malen und gestalten. Dabei standen ihnen viele Stoffe und andere Materialien zum Erstellen von Collagen zur Verfügung. Tjark klebte ein Foto von seinem Gesicht auf und bastelte einen Anzug aus Alufolie für seinen Astronauten. Er hat sich diese Wunschfigur ausgesucht, "weil die Astronauten einen Weltallspaziergang machen" und ihm das gefällt. Sein Freund Alexander wollte lieber ein König sein. "Ich habe Könige schon mal in Filmen gesehen. Ich mag die", erklärt er stolz.

Emotionen gezeichnet auf Plastikfolie

Emotionen auf Plastikfolien, ausdrucksstarke Masken.
Bild: Lara Möhl

"Gefühle" waren das Thema des dritten Workshops. Wieder statteten die Kinder dem Museum Ostwall einen Besuch ab. Sie schauten sich zwei Skulpturen, die verschiedene Gefühle ausdrücken sollen, an. Die erste ist Bernhard Hoetgers "Die Tänzerin", welche die Kinder als glücklich und zufrieden bezeichneten. Die zweite Skulptur, "L’adieu" von Henri Laurens, zeigt einen vermutlich qualvollen Abschied. Die Figur ist zusammengerollt und schaut nach unten.
Um diese Pose deuten zu können, nahmen auch die Kinder diese Haltung ein und kamen zu verschiedenen Ergebnissen: "Sie macht sich klein, um sich zu schützen", "Sie ist traurig", "Es geht einem schlecht, wenn man so sitzt"…
Als nächstes beobachteten die Kinder ihre eigenen Gesichter im Spiegel und versuchten diese Emotionen nachzustellen, indem sie ihre Gesichtsausdrücke veränderten. Dann malten sie ihre Gesichter mit den jeweiligen Gesichtsausdrücken in ihr Projektbuch. Sie suchten sich eine Gefühlslage aus und malten sie auf eine Plastikfolie. Daraus entstanden ausdrucksstarke Masken.

In der folgenden Woche behandelte die Gruppe expressionistische Gemälde. Die Kinder versuchten sich schließlich selbst an der Leinwand. Es entstanden viele bunte Gesichter mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken.

Auch in dem letzten Workshop konnte die Gruppe noch einmal ihre Kreativität zum Ausdruck bringen. Sie formten farbenfrohe Figuren aus bunter Knete. Die Kinder ließen ihre Figuren spielen und hauchten ihnen Leben ein.

Knetfiguren

Zwei Knetfiguren der Kinder
Bild: Lara Möhl

Es entstanden viele Dialoge. Mit Stolz präsentierten sie in Partnerarbeit ihre eigenen Kurzfilme.
Bei dieser Aufgabe von Sabine Held ging es darum, wie es ist, wenn zwei etwas zusammen machen, und einen Weg zu finden, die Konflikte, die dabei vielleicht entstehen können, zu lösen. Die Kinder sollten lernen, kompromissbereit zu sein und höflich miteinander umzugehen.

Bei der Frage "Was hat dir an dem Projekt 'Ich & Du' am besten gefallen?" antwortete Merle laut: "ALLES". Und auch die anderen Kinder der katholischen Kita Josef Bartoldus hatten ihren Spaß.

Lara Möhl, FSJ

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