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Kulturelle Bildung Collage

Kulturelle Bildung

"Das gemütliche Heim"

Künstlerin: Barbara Koch

Einrichtung: Familienzentrum Hagescher Brückenkindertagesstätte
Träger: Jüdische Kultusgemeinde Groß-Dortmund
Kinder: 30 Kinder, 3 bis 6 Jahre
Sparte: Bildende Kunst

In der Kindertagesstätte "Hagescher Brücke", Dortmund-Innenstadt, führte die Künstlerin Barbara Koch ab dem 2. September ein dreimonatiges Kunstprojekt durch, das auch Bezug zu jüdischen Traditionen und Festen hat. Im Monat September

lautete das Motto: „Hase in der Grube“. Als Einstimmung und Inspiration hörten die Kinder eine Hasen-Geschichte und fertigten anschließend kleine Hasen aus Zuckergussteig. Hierbei formten sie zunächst eine Kugel und versuchten dann mit

Unterstützung der Künstlerin daraus eine Tierplastik zu gestalten. Dabei wurden vor allem die taktilen Fähigkeiten geschult. Die „Grüße aus Zucker“ konnten passend zum herannahenden jüdischen Neujahrsfest an Freunde und Eltern verschenkt werden. Beim nächsten Termin bekamen die kleinen Hasen noch ein „gemütliches Heim“ in Anlehnung an das übergreifende Thema des gesamten Projektes. Den Kindern war es freigestellt, wie die Behausung ihres Hasen aussehen soll, sodass sie diese nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten konnten.

Die Kinder benutzten verschiedene Verpackungs- materialien, die oft im Haushalt verwendet und einfach entsorgt werden

Die Kinder bemalen ihr gemütliches Heim.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Kulturbüro

Im Oktober entstand in gemeinsamer Arbeit ein Spielhaus passend zum Laubhüttenfest. Die Kinder lernten zu Beginn verschiedene Verpackungsmaterialien kennen, die oft im Haushalt verwendet und einfach entsorgt werden. Barbara Kochs

Anliegen war es, aufzuzeigen, wie das Material phantasievoll als künstlerische Ressource genutzt und weiterverwendet werden kann. Außerdem sprach sie über das Aussehen und den Sinn unterschiedlicher Behausungen für ihre Bewohner. Im Dialog mit den Kindern wurde die Größe und Form des Hauses bestimmt. Danach wurde aus Kartons, Dosen und weiteren Materialien das Gemeinschaftshaus der Kinder gebaut und mit Holzleim zusammen geklebt. Zuletzt bekam es noch einen farbigen Anstrich mitAcrylfarbe.

Nachdem nun die äußere Behausung hergestellt war, wendeten sich die kleinen Künstler dem Innenraum zu, um sich ein "gemütliches Heim" zu schaffen. Bunte und dekorative Gegenstände aus eigener Phantasie entstanden erneut aus Wegwerf- und Alltagsmaterialien wie Flaschen, Schalen und Tellern, die mit Kleister und Papierstreifen umkleidet und anschließend angemalt wurden. Der Kreativität der Kinder war hierbei keine Grenzen gesetzt.

Ein Spielhaus passend zum Laubhüttenfest

Die Papp-Kartons wurden von den Kindern mit Acrylfarben verschönert.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Kulturbüro

Im Dezember wurde weiter an der Verschönerung des Interieurs gearbeitet. Mit Kitt oder Knete, in die Gegenstände gedrückt, und Gips, der in die entstandenen Muster gegossen wird, sollten Reliefbilder entstehen, die von den Kindern zum Schluss zudem noch farbig gestaltet wurden. Zum Abschluss des Projektes stellten die Kinder Seifenbälle und andere Formen aus Seifen-Ton her.

So entstand auf vielfältige Weise ein „gemütliches Heim“, welches die Kinder unter Anleitung der Künstlerin selbst gestalteten. Sie lernten viele verschiedene Materialien

und alternative, kreative Nutzungsmöglichkeiten kennen, die sie auch zu Hause weiter ausbauen und ausprobieren können. Die motorischen und taktilen Fähigkeiten der Kinder wurden ausgebildet und trainiert, sie entwickelten ein Gemeinschaftsgefühl und lernten, zusammen auf ein Ziel hinzuarbeiten. Der ganzheitliche Ansatz des Projektes, das in den KiTa-Alltag eingebunden war, schuf zudem ein Gefühl von Kontinuität und Vertrauen.

Außerdem machten sie sich ihre Umgebung vertraut und gemütlich, in dem sie diese bewusst und nach ihren Wünschen um- und mitgestalten konnten. So entstand eine nachhaltige und innige Bindung zur KiTa und der sozialen Umgebung.

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