Dortmund überrascht. Dich.
Blick in die ehemalige Dauerausstellung des Kochbuchmuseums im Westfalenpark (1988-2010)

Deutsches Kochbuchmuseum

Bild: MKK

Deutsches Kochbuchmuseum

Die Neukonzeption des Deutschen Kochbuchmuseums in der Innenstadt

Im Januar 2011 wurde die Dauerausstellung des Deutschen Kochbuchmuseums im Westfalenpark Dortmund geschlossen. Mit einer neuen Konzeption wird das Museum in der Dortmunder Innenstadt wieder eröffnet werden. Künftig wird sich hier alles um die beiden Haupt-Themen „Kulturelle Vielfalt“ und „Gesunde, schmackhafte Ernährung“ drehen. Dabei liegt der Fokus auf der Entwicklung der Esskultur nach 1945, die von den Besucherinnen und Besuchern anhand von Beispielen aus der Großstadt Dortmund, dem Ruhrgebiet und Westfalen erkundet werden können.

Mit seinem neuen Konzept – das neben der Präsentation ausgewählter Kochbücher, dem Einsatz von Medienstationen und kulinarischen Objektwelten einen Schwerpunkt auf die Ernährungsbildung legt – richtet sich das Museum an ein breites Publikum. Der jedem Besucher eigene Erfahrungsschatz im Bereich des Essens und Trinkens bietet zudem eine gute Basis für einen vielfältigen, insbesondere interkulturellen Austausch. Die Pluralität der Stadtgesellschaft findet damit Eingang in das Museum.

Rückblick:
Das Deutsche Kochbuchmuseum im Westfalenpark 1988 bis 2010

Im Mittelpunkt des 1988 im Dortmunder Westfalenpark eröffneten Deutschen Kochbuchmuseums stand die bekannte Kochbuchautorin Henriette Davidis (1801-1876), die von 1856 bis 1876 in Dortmund lebte. Ihre Kochbücher waren noch lange nach ihrem Tod nicht nur beliebte Rezeptsammlungen, sondern auch praktische Ratgeber für den Haushalt und orientierten sich dabei am gesellschaftlichen Leitbild der bürgerlichen Familie mit ihren geschlechtsspezifischen Regeln und Normen.

Blick in die ehemalige Dauerausstellung des Kochbuchmuseums im Westfalenpark (1988-2010) mit Puppenküchen, Herde und weitere historische Küchengeräte

Blick in die ehemalige Dauerausstellung des Kochbuchmuseums im Westfalenpark (1988-2010)
Bild: MKK

In der Dauerausstellung gaben unter dem Motto „Der Beruf der Jungfrau“ neben Kochbüchern auch Puppenküchen, Herde und weitere historische Küchengeräte Einblicke in das Leben von Mädchen und Frauen im 19. Jahrhundert. Die Themenschwerpunkte lagen auf der Entwicklung des Frauenbildes und der Veränderungen in der Küchentechnik von ca.1800 bis 1960. Mehrere Sonderausstellungen und Publikationen beleuchteten zudem weiterführende Themen wie beispielsweise die Lebenswelt von Dienstboten im 19. Jahrhundert oder zeigten auch Kurioses wie 2002 die Ausstellung „Feine Küchenschweine. 200 Küchen- und Tischgeräte in Schweinegestalt“. Das Backhaus und der Kräutergarten, angelegt nach historischen Vorbildern, rundeten die Angebote der Buschmühle zur Kulturgeschichte des Kochen, Essens und Trinkens ab.

Das Deutsche Kochbuchmuseum im Westfalenpark ist seit dem 31.12.2010 geschlossen. Die Bibliothek kann jedoch regelmäßig genutzt werden.