Dortmund überrascht. Dich.
Gauklerbrunnen im Stadtgarten

Kunst im öffentlichen Raum

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): zielske photographie

Informationen zum Coronavirus

Informationen zu den aktuell geltenden Regelungen finden Sie hier:

Künstler: Artur Schulze-Engels

Titel: Bierkutscher

Der bronzene „Bierkutscher“ von Artur Schulze-Engels ist eines der bekanntesten und beliebtesten Kunstwerke der Stadt. Seine Anfänge nahm er bereits 1964, seine Doppelgänger stehen in den Partnerstädten Dortmunds.

Standort:
Do-Mitte, Friedensplatz 3, 44135 Dortmund, vor dem Eingang zur U-Bahn Stadtgarten
Jahr:
1964/ 1979
Beschriftung:
Schild an der Frontseite unten: "BIERKUTSCHER/ von Artur Schulze-Engels/ Stiftung der Dortmunder Actien-Brauerei/ an die Stadt Dortmund im Jahre 1979"
Technik/Material:
Bronze
Höhe:
2,4 m
Kunstwerknr.:
44135-017
Bierkutscher (von Artur Schulze-Engels)
Bild: Jürgen Spiler
Bierkutscher (von Artur Schulze-Engels)
Bild: Jürgen Spiler

„Eine Brauer-Plastik muß urig sein, herzhaft wie das Bier“, sagte Artur Schulze-Engels. Und genau dies ist dem Dortmunder Bildhauer mit seinem „Bierkutscher“ gelungen. Die volkstümlich erscheinende Skulptur zeigt einen dickbäuchigen und lächelnden Fassträger, der mit einer Mütze und einer Schürze gekleidet dargestellt ist. Trotz seiner leicht abstrahierten Form, vor allem in den glatten Oberflächen, steht diese Arbeit Schulze-Engels ganz im Zeichen der gegenständlichen Arbeiten. Bereits 1964 entwickelte er erste Ideen zu dieser Figur und entwarf eine kleine Statuette, die als Werbegeschenk der Dortmunder Aktienbrauerei in einer größeren Auflage gegossen wurde. 1979 schließlich wurde die 15 Zentner schwere und überlebensgroße Bronzefigur als Geschenk der Brauerei an die Stadt zunächst am Neuen Markt aufgestellt. Die Skulptur wurde im Beisein von 5000 Bürgerinnen und Bürgern in volksfestähnlicher Atmosphäre im August 1979 enthüllt. Mit der Entstehung des Stadtgartens fand sie einen neuen Platz und wurde 1982 an ihren heutigen Standort an der Ecke Friedensplatz / Stadtgarten versetzt. Der Bierkutscher galt ursprünglich als Dritter im Bunde der Arbeiterdenkmäler, ergänzend zum Wettersteiger an der Hansastraße und dem Hüttenmann, der ehemals am Dortmunder Hauptbahnhof stand. Diese Trilogie ist durch den Standortwechsel des Hüttenmanns nach Dortmund-Hörde aufgebrochen. Weitere Bierkutscher finden sich in Dortmunds Partnerstädten: im englischen Leeds seit 1980, in Rostow am Don seit 1984 und vermutlich seit 1985 auch in Buffalo. In Dortmund fand der Bierkutscher 1983 vor der Verwaltung der Brauerei in der Steigerstraße sein Pendant in Form des bronzenen Urmodells von Artur Schulze-Engels. SR

Ruhr-Nachrichten, 2. August 1969; Westfälische Rundschau, 16. November 1975; Ruhr-Nachrichten, 16. November 1975; Westfälische Rundschau, 5. November 1980; Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 5. November 1980; Artur Schulze-Engels. Plastik, Rudolf Wiemer, Grafik, hg. v. Kulturamt der Stadt Dortmund, Ausst.-Kat. Torhaus Rombergpark, Dortmund 1982; BBK Info, Mitteilungsblatt des Berufsverbandes Bildender Künstler Westfalen Süd / Nord e.V., 3/1985; Ruhr-Nachrichten, 26. Oktober 1985; Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 26. Oktober 1985; Ruhr-Nachrichten, 7. November 1985; Stadt Dortmund (Hg.): Artur Schulze-Engels, Dortmund 1985; Dortmunder Notizen, 2/88; Ruhr-Nachrichten, 11. August 1990; Westfälische Rundschau, 6. November 1990; Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 6. November 1990; Anoym (R.F.): Kunst-Werke vebrannten im Flammen-Meer, in: Ruhr-Nachrichten, 19. Oktober 1992; Dirk Berger: Nach Brandstiftung: Bildhauer Artur Schulze-Engels hört auf, in: Westfälische Rundschau, 20. Oktober 1992; Ruhr-Nachrichten, 11. November 1992; Ruhr-Nachrichten, 6. November 1995; Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 9. Dezember 1995; Ruhr-Nachrichten, 9. Dezember 1995; Tayfun Belgin: Dortmunder Künstlerverzeichnis, Dortmund 1997, S.145; Tayfun Belgin: Dortmunder Künstlerverzeichnis, Dortmund 1997, S.145.
Stadtarchiv Dortmund, Bestand 501/02, lfd. Nr. 37; Ruhr-Nachrichten, 31. März 1977; Westfälische Rundschau, 31. März 1977; Westfälische Rundschau, 21. Juli 1977; Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 31. Juli 1977; Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 19. Januar 1978; Westfälische Rundschau, 19. Januar 1978; Ruhr-Nachrichten, 16.-19. Januar 1978; Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 27. Februar 1979; Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 31. März 1979; Dortmunder Bekanntmachungen, 6. April 1979; Westfälische Rundschau, 17. August 1979; Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 17. August 1979; Ruhr-Nachrichten, 17. August 1979; Westfälische Rundschau, 21. August 1979; Rheinische Post, 21. August 1979; Westfälische Rundschau, 24. August 1979; Ruhr-Nachrichten, 24. August 1979; Die Welt, 25. August 1979; Der Tagesspiegel, 25. August 1979; Dortmunder Bekanntmachungen, 31. August 1979; Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 25. August 1980; Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 12. September 1980; Westfälische Rundschau, 13. September 1980; Ruhr-Nachrichten, 16. September 1980; Ruhr-Nachrichten, 27. März 1982; Ruhr-Nachrichten, 23. November 1983; Dortmunder Bekanntmachungen, 25. November 1983; Architekturführer Dortmund, hg. v. Hans Magoley und Norbert Wörner für die Kreisgruppe des Bundes Deutscher Architekten BDA, Dortmund 1984, Nr. 153; Stadt Dortmund (Hg.): Artur Schulze-Engels, Dortmund 1985, o. S., Abb. 39; Öffentliche Denkmäler und Kunstobjekte in Dortmund. Eine Bestandsaufnahme unter Leitung von Jürgen Zänker, erarbeitet von Iris Boemke u. a., Dortmund 1990, Nr. 134, S. 126;
Artur Schulze-Engels wurde am 6. November 1910 in Dortmund geboren. Er machte zunächst eine Ausbildung zum Kirchenmaler, an die er ein Studium an der Kunstgewerbeschule Dortmund und an der Hochschule für Bildende Künste Berlin anschloss. Er erhielt 1938 ein Stipendium der Schüchtermann- Stiftung Dortmund für einen einjährigen Aufenthalt in Paris. 1940 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und geriet in fünfjährige Kriegsgefangenschaft. Ab 1949 arbeitete er als freischaffender Bildhauer in Dortmund. Er starb kurz nach seinem 85. Geburtstag im Dezember 1995. Seit 2009 erinnert ein nach ihm benannter Platz am Ende der Kaiserstraße an den Dortmunder Bildhauer, der mit vielen beliebten Werken, wie zum Beispiel dem „Bierkutscher“, in Dortmund vertreten ist. SR

Quelle: Lit. Zänker: Architekturführer Dortmund, Nr. 153; Ruhr-Nachrichten, vom 23.11. 1983