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Gauklerbrunnen im Stadtgarten

Kunst im öffentlichen Raum

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): zielske photographie

Künstler: Philipp Wüstefeld

Titel: Grabstätte Wilhelm Wenzel

Die Grabstätte des Hörder Stadtpoeten Wilhelm Wenzel (1841-1914) wurde zwei Jahrzehnte nach seinem Tod zu einem Denkmal. UG

Standort:
Do-Hörde, Friedhof Hörde, Am Ölpfad, 44263 Dortmund
Jahr:
um 1937
Beschriftung:
Inschriften, Vorderseite: „(Kreuz) Hier ruht in Gott / der / Hörder Stadtpoet / Wilhelm Wenzel / Buchbindermeister / 1841-1914“; rechte Seite: „Ob sie einstens in / Atome / Wiederum verwehn / zu Staube / Heil’ge Kirche, deine Dome / Sie sind herrlich wie / dein Glaube / März 1905 W. Wenzel“; linke Seite: „Kein Wunsch beseelt / mich mehr als der / Dass, wenn ich einst / gestorben war / Der Herr mich aus / Barmherzigkeit / Nahm auf in seiner Herrlichkeit / Juni 1877 W. Wenzel“; Rückseite: „Baue nicht auf Menschengunst / Die sich leicht kann umgestalten / Gott allein versteht die Kunst / Wunderbar dich zu erhalten. März 1890 W. Wenzel“; keine separate Beschriftung
Technik/Material:
gelb-rötlicher Sandstein
Höhe:
ca. 2,15 m
Breite:
0,79 m
Kunstwerknr.:
44263-052
Grab Wenzel
Grab Wenzel

„Ich pflege meine Thesen nach eignem Kopf zu schreiben, Und wer sie nicht lesen will, der laß es eben bleiben.“ - Wilhelm Wenzel führte in Hörde ein Buchbinder- und Papiergeschäft, war aber vor allem durch seine poetische Ader stadtbekannt. An der Fassade seines Hauses hing eine große Schiefertafel, auf die er Tag für Tag mit weißer Kreide immer wieder neue Verse niederschrieb. 1914 wurden seine Reime in „Wilhelm Wenzel, Ernstes und Heiteres“ publiziert. Wenzel starb 1914 sehr verarmt und wurde auf dem katholischen Teil des Hörder Friedhofs beigesetzt. Der gestiftete Grabstein trug die Aufschrift „Seinem lieben Wilhelm Wenzel / dem Buchbinder und Stadtpoeten. Der Gesellenverein". 1937 fand eine Umbettung statt, weil die Grabstätte durch den nahegelegenen Hörder Bach gefährdet war. Der Hörder Heimatforscher Clemens Birkefeld ließ einen neuen Grabstein aufstellen, auf dem Gedichte Wenzels eingemeißelt sind. Die Grabstätte des Hörder Stadtpoeten wurde zu einem Denkmal. UG

Clemens Birkefeld: Es war der 51. Todestag (Leserbrief), in: Ruhr-Nachrichten, 20. November 1965; Anonym (wibi): Gereimtes auf der Haustafel. Wilhelm Wenzel starb vor 65 Jahren, in: Ruhr-Nachrichten, 16. November 1979.