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Gauklerbrunnen im Stadtgarten

Kunst im öffentlichen Raum

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): zielske photographie

Künstler: Künstler unbekannt

Titel: Teilstück der Torgauer Brücke (Industriedenkmal)

Das Fragment der Torgauer Brücke, die einst in Nordsachsen über die Elbe führte, wurde am 10. Juni 1995 auf dem Gelände der Stahlfirma Ewald Rüter an der Nortkirchenstraße 53 in Hörde neu aufgestellt. Das 13 Tonnen schwere und 12 Meter lange Brückenstück steht für das Ende des Zweiten Weltkrieges, aber auch für die Dortmunder Stahl und Ingenieurskunst.

Standort:
Do-Hörde, Nortkirchenstraße 53, ehemaliges Gelände der Firma Rüter, 44263 Dortmund
Jahr:
1895
Beschriftung:
Keine Angabe
Technik/Material:
Stahl, genietet
Höhe:
o. A.
Kunstwerknr.:
44263-053
Torgauer Brückenteil
Bild: Jürgen Spiler
Bild

Weltgeschichte und Hörder Stadtgeschichte vereinen sich in diesem Stahlgerüst: „Auf der Torgauer Brücke trafen am 25. April 1945 die sowjetischen und amerikanischen Truppen zusammen und besiegelten per Handschlag das Ende des Zweiten Weltkrieges“, schreiben die Ruhr Nachrichten am 17. Februar 1995 im Vorgriff darauf, dass im Sommer des Jahres ein Teilstück der Brücke als Denkmal an der Nortkirchenstraße aufgestellt werden sollte. Ewald Rüter, Inhaber der dort ansässigen, gleichnamigen Stahlfirma, hatte das verrostete Brückenfragment vor der Verschrottung gerettet und nach Hörde bringen lassen. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts bestand das Bauwerk, das über die Elbe führt, aus hölzernen Brückenüberbauten, die auf Sandsteinpfeilern ruhten, berichtet Erich Fiedler in seinem Buch „Straßenbrücken über die Elbe“. Zuerst in den Jahren 1878 bis 1880 und später dann 1895 wurde die Brücke modernisiert: Aus 14 Brückenpfeilern wurden 10, womit die Durchfahrt für den Schiffsverkehr auf der Elbe erleichtert wurde. Die Holzbauten wurden durch stählerne Fachwerkbögen ersetzt, beschreibt Fiedler in seiner Dokumentation. Die Bögen wurden von der Dortmunder Union Brückenbau aus Dortmunder Stahl hergestellt, schrieben die Ruhr Nachrichten am 30. Dezember 2010. Als die historische Elbebrücke im Jahr 1994 nach mehr als 100 Jahren einer modernen Brücke weichen musste, setzte sich Ewald Rüter dafür ein, ein Stück der Brücke zu erhalten. Der Inhaber der Firma Rüter-Stahlbau hatte bei der Dortmunder Union Brückenbau seine Lehrzeit als Schlosser absolviert, ist in den Ruhr Nachrichten zu lesen. Am 10. Juni 1995 wurde das Brückenteil auf dem Firmengelände in Hörde neu aufgestellt. Damit ist nicht nur ein Stück Stahlgeschichte dokumentiert. An der Torgauer Brücke lässt sich auch einstige Ingenieurskunst bewundern: Die einzelnen Stahlstreben der ursprünglich 350 Meter langen Brücke mit sieben Bögen sind nach alter Technik vernietet – genau wie der Eiffelturm in Paris, schreiben die Ruhr Nachrichten. MR

Anonym: Historische Elbbrücke wird Hörder Denkmal, in Ruhr Nachrichten, 17. Februar 1995.; Anonym: Ein Stück deutscher Geschichte, in: Ruhr Nachrichten, 30. Dezember 2010.; Erich Fiedler: Straßenbrücken über die Elbe. Eine Darstellung der historischen Entwicklung der Elbbrücken in Deutschland, Kleinmachnow 2005.; Jörg Bauerfeld: Torgauer Brücke. Ein geschichtliches Dokument aus Dortmunder Stahl, in: Ruhr Nachrichten, 29. Dezember 2010; Jörg Bauerfeld: Standortsuche für ein Stück Weltgeschichte, in: Ruhr Nachrichten, 18. Dezember 2018.