Gauklerbrunnen im Stadtgarten

Kunst im öffentlichen Raum

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): zielske photographie

Künstler: Hildegard Schürk-Frisch

Titel: Denkmal für den Heiligen Franzikus

Standort:
Do-Scharnhorst, Gleiwitzstraße 283, Franziskusgemeinde, 44328 Dortmund
Jahr:
1983
Beschriftung:
keine separate Beschilderung; Sockel mit Inschrift: „Der Herr segne und beschütze dich – wenn du in Not bist – komme.“
Technik/Material:
Bronze
Höhe:
ca. 1,5 m
Kunstwerknr.:
44328-001
Heiliger Franziskus
Heiliger Franziskus
Hans Vollmer (Hg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts, Bd. IV, Leipzig 1958, S. 225.; Herbert Zink: Hilde Schürk-Frisch, Recklinghausen 1980, S. 13f.; Helmut Ebert: Künstlerlexikon für Münster und Umgebung, Münster 1996, S. 140.; Anonym: Dem Unsichtbaren ein Gewand geben. Skulpturenpark mit Werken von Hilde Schürk-Frisch, in: Der DOM. Kirchenzeitung des Erzbistums Paderborn, Nr. 36, 4. September 2005. Johannes Loy: Trauer um Hilde Schürk-Frisch, in: Westfälische Nachrichten, 28. März 2008. Dr. Elisabeth-M. Baxhenrich-Hartmann: Formmeisterin der Psyche. Zum Tode der Bildhauerin Hilde Schürk-Frisch, in: Münsterland. Jahrbuch des Kreises Warendorf, Jg. 59, Warendorf 2010, S. 91f. Petra Noppeney: Ausstellung zu Hilde Schürk-Frisch im Stadtmuseum. Süße Kinder, verschämte Mädchen, in: Westfälische Nachrichten, 23. Juni 2015. https://www.stadt-muenster.de/museum/ausstellungen/rueckblick/neue-kunst-wird-gebraucht-bildhauerin-hilde-schuerk-frisch-zum-100-geburtstag [Abruf:20.12.2020]
Die Bildhauerin Hildegard Schürk-Frisch wurde 1915 in Ennigerloh (NRW) geboren. Ihre Familie ermöglichte ihr eine gymnasiale Schulbildung und aufgrund ihres Talents Unterricht in der Bildhauerei bei den Bildhauern Arnold Schlick (1896-1978) und Hermann Kissenkötter (1897–1957). Zuerst studierte Hilde Schürk-Frisch von 1934 bis 1936 an der Münchener Kunstakademie bei Prof. Bernhard Bleeker (1881–1968). Im Anschluss studierte sie von 1936 bis 1938 bei Prof. Paul Wynand (1879-1956) an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. 1938 heiratete die Bildhauerin Dr. Josef Schürk, einen Juristen mit dem sie drei Kinder hatte, er fiel 1945 im Zweiten Weltkrieg. Beim Wiederaufbau der kriegszerstörten Städte wurden künstlerische Ausstattungen in öffentlichen Gebäuden und Kirchen benötigt. Hilde Schürk-Frisch gelang es sich in einem von Männern dominierten Bereich äußerst erfolgreich als freischaffende Bildhauerin und alleinerziehende Mutter von drei Kindern zu positionieren und das auch über Münsters Grenzen hinaus. Sie wurde mehrfach durch Preise ausgezeichnet, darunter 1942 mit dem Kunstpreis Jung-Westfalen, 1952 mit dem Karl-Ernst-Osthaus-Preis der Stadt Hagen und 1962 mit dem Kunstpreis des Kreises Beckum. Ihre Skulpturen sind größtenteils in Ton geformt, in Gips modelliert und in Bronze gegossen. Einige Arbeiten sind auch aus Holz oder Ton. Neben den religiös inspirierten Werken, die größtenteils Auftragsarbeiten für über 60 Kirchen deutschlandweit waren, waren ihre zentralen Themen „Mensch“ und „Mutter und Kind“. Sie war auch eine hervorragende Porträtistin. Die Bildhauerin lebte fast ihr ganzes Leben in Münster und pflegte eine enge Freundschaft zum Philosophen Prof. Josef Pieper (1904-1997). Viele ihrer Werke sind dort, aber auch in anderen Städten NRWs und weltweit, in Privatbesitz sowie in Kirchen, Klöstern, Schulen und öffentlichen Gebäuden, als Mahnmale auf öffentlichen Plätzen z. B. „Der Mahner“ (1967), und als Grabmäler auf Friedhöfen aufgestellt. Über 1000 große und kleine Bronzefiguren, Reliefs, Portraits, Monotypien, Entwürfe, Zeichnungen, Plaketten und Medaillen umfasst ihr beeindruckendes Lebenswerk aus sieben Jahrzehnten. Dazu gehören auch kirchliche Gegenstände wie Kruzifixen, Altären, Lesepulten und Tabernakeln, allein in Münster hat Hilde Schürk-Frisch 15 Kirchen ausgestattet. Die Künstlerin war trotz ihres Erfolges eher selten an Ausstellungen und Wettbewerben beteiligt, wie 1963 im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm. Sie war Mitglied in der Künstlergemeinschaft „Schanze“ seit 1945 und in der „Bildhauergruppe-Münster“ sowie im „Kreiskunstverein Beckum-Warendorf e.V.“. Darüber hinaus war sie in den 1960er Jahren in der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz und Mitglied der Gemeinsamen Synode der Bistümer. Hilde Schürk-Frisch ist 2008 in Münster gestorben. Anlässlich ihres 100. Geburtstages präsentierte das Stadtmuseum Münster 2015 circa 150 Arbeiten in der Ausstellung „Neue Kunst wird gebraucht. Bildhauerin Hilde Schürk-Frisch zum 100. Geburtstag“. IF