Dortmund überrascht. Dich.
Gauklerbrunnen im Stadtgarten

Kunst im öffentlichen Raum

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): zielske photographie

Informationen zum Coronavirus

Informationen zu den aktuell geltenden Regelungen finden Sie hier:

Künstler: Adolf Lehnert (?)

Titel: Engel, ehemals Grabstätte Familie Karl Wienke

Die mit Bronze überzogene Plastik eines weiblichen Engels mit ausgebreiteten Flügeln (um 1905) gehörte einst zu einer Grabstätte und steht heute nahe der Kapelle des Friedhofs Hörde. Die Figur ist ein typisches Beispiel der kommerzialisierten Grabmalgestaltung um 1900. UG

Standort:
Do-Hörde, Friedhof Hörde, Am Ölpfad, 44263 Dortmund
Jahr:
um 1905
Beschriftung:
Skulptur, Sockel: „Galvanopl. Kunstanstalt Geislingen-St.“; Grabstein, heutige Schauseite: „Er hat seinen Engel befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Psalm 91.11“; Grabstein, heutige Rückseite: „Ruhestätte der Familie Karl Wienke“.
Technik/Material:
Skulptur: Galvanobronze; Grabstein: braun-schwarzer Granit
Höhe:
Skulptur: ca. 1,58 m; Grabstein: ca. 1,47 m
Breite:
Skultur: 1,2 m; Grabstein: 0,58 - 0,74 m
Kunstwerknr.:
44263-045
Grab Wienke
Grab Wienke

Auf einem hohen Postament steht ein weiblicher Engel mit ausgebreiteten Flügeln. Sein Haupt ist mit einem Kranz aus Eichenblättern und Eicheln geschmückt, das lange Haar teilweise unter einem Tuch verborgen. Der Engel trägt ein bodenlanges Gewand, darüber einen Umhang, den er mit seiner linken Hand rafft. In der Beuge seines linken Armes liegen ein Palmwedel und Rosenblüten. Eine Rose verstreut er mit der rechten Hand. Figur und Sockel gehörten – wie die rückseitige Inschrift dokumentiert – ehemals zur Grabstätte der Familie Karl Wienke. Mit der Inschrift „Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Psalm 91.11“, die wohl später hinzugefügt wurde, ist er heute auf den Eingang der Friedhofskapelle ausgerichtet. Am Sockel findet sich die Inschrift „Galvanopl. Kunstanstalt Geislingen-St.“. Dabei handelt es sich um eine Tochterfirma der Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF) in Geislingen an der Steige, die seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert kleine Statuen, Büsten, Grabfiguren, Kriegerdenkmäler, Germania-Statuen und Bauornamente produzierte und per Katalog vertrieb. Bei der Galvanoplastik wurde ein unedles Metall mit einer dünnen Bronzeschicht überzogen. Sie war weitaus günstiger als der reine Bronzeguss. UG

Ruth Kückenhoff, Barbara Strotmann: Grabsteine auf Friedhöfen im Raum Dortmund vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart - Studie zu einer Formsystematik. Staatsarbeit, Universität Dortmund 1980, Abb. 97.
Adolf Lehnert (1862-1948) studierte Bildhauerei an der Königlichen Kunstakademie in Leipzig und war dort 1896-1924 als Leiter der Bildhauerklasse tätig. 1907 wurde er zum Professor ernannt. Sein künstlerisches Werk ist stark dem Historismus verpflichtet. Im Auftrag der Galvanoplastischen Kunstanstalt der Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF) entwarf er Engelsfiguren, die als Grabplastiken noch heute auf vielen deutschen Friedhöfen zu finden sind. UG