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Gauklerbrunnen im Stadtgarten

Kunst im öffentlichen Raum

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): zielske photographie

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Künstler: Künstler unbekannt

Titel: Seilscheibe (Industriedenkmal)

Eine halbierte Seilscheibe erinnert vor dem Dortmunder Flughafen daran, dass die Stadt über Jahrzehnte vom Bergbau geprägt wurde. Die Scheibe stammt von dem Schacht 1 der ehemaligen Zeche Waltrop.

Standort:
Do-Wickede, Flughafen, Flugplatz (an den Parkhäusern und der Verwaltungsstelle), 44319 Dortmund
Jahr:
1985
Beschriftung:
Beschilderung: "Zeche Waltrop Förderschacht 1 1903-1979"
Technik/Material:
Stahl
Höhe:
ca. 4,5 m
Kunstwerknr.:
44319-010
Seilscheibe
Seilscheibe

Der Schacht reichte 800 Meter tief in die Erde und wurde sowohl zur Personen- als auch zur Kohle-Förderung genutzt. Sechs Förderwagen passten in die Körbe dieses Schachtes. So ist es in der Dokumentation „Arbeiten im Park. Ein Lese- und Reisebuch zur Zeche Waltrop“ zu lesen. Mit dem Abteufen dieses ersten Schachtes des Werkes wurde am 2. März 1903 begonnen. Rund ein Jahr später, am 28. September 1904 wurde in 500 Metern Tiefe das erste Steinkohlengebirge gefunden. Die Arbeiten auf der Zeche standen von Beginn an unter keinem guten Stern: Nur fünf Jahre später, am 22. Februar 1909, schädigte ein schwerer Wassereinbruch die Anlage der Zeche und verhinderte zunächst die weitere Förderung der Kohle. Bis auf 300 Mann wurden alle Bergleute entlassen, heißt es in der Dokumentation: „Erst vier Jahre nach dem Wassereinbruch wurde die Pumpenkammer somit in Betrieb genommen, mit der am 26. Januar 1912 die Sümpfung der Zeche in Angriff genommen werden konnte.“ Während des Ersten Weltkrieges verlief die Arbeit auf der Zeche weiter schleppend, da zahlreiche Bergleute zum Kriegsdienst einberufen wurden. Der Zweite Weltkrieg jedoch kurbelte die Kohlenförderung der Zeche Waltrop auf 2200 Tonnen pro Tag an, da die wachsende Rüstungsindustrie viel Energie verschlang. So berichtet das „Lese- und Reisebuch zur Zeche Waltrop“. Von da an geht es mit der Fördermenge weiter bergauf. „1970 wird die Schachtanlage von der Ruhrkohle übernommen, ehe 1974 der Höchststand der Produktion mit 4500 Tagestonnen erreicht wurde.“ Vier Jahre später erfolgt der Stilllegungsbeschluss für die Zeche – der Abbau sei zukünftig nicht mehr wirtschaftlich, so die Begründung. Am 29. Juni 1979 wurde die Zeche Waltrop endgültig geschlossen. MR

Öffentliche Denkmäler und Kunstobjekte in Dortmund. Eine Bestandsaufnahme unter Leitung von Jürgen Zänker, erarbeitet von Iris Boemke u. a., Dortmund 1990, Nr.174, S.154.; Michael Braun und Thomas Schild: Arbeiten im Park. Ein Lese- und Reisebuch zur Zeche Waltrop, Waltrop 2002.;