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Kunst im öffentlichen Raum

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): zielske photographie

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Künstler: Künstler unbekannt

Titel: Kriegerehrenmal 1939/45

Das schlichte, quaderförmige Mahnmal am Bockumweg in Wickede ist ein „Denkmal mit 'bewegter' Vergangenheit“, nicht nur, weil es mehrfach seinen Standort wechseln musste.

Standort:
Do-Wickede, Bockumweg, 44319 Dortmund
Jahr:
1928/1946/1961
Beschriftung:
Inschriften Front: "Unseren gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkrieges 1939-1945 zur Ehre und zum Andenken. Gewidmet von den dankbaren Bewohnern des Stadtteils Dortmund- Wickede. Möge der erschreckliche Ausgang dieses Völkerringens allen Nationen und allen zukünftigen Geschlechtern eine Mahnung zur Vernunft und friedlichen Zusammenarbeit sein. Errichtet im tiefsten deutschen Unglück 1946"; re. Inschrifttafel: "Das Andenken unserer durch Bomben im Zweiten Weltkrieg getöteten Wickeder Bürger ehrt unser jetzt lebendes Geschlecht. Mögen die verheerenden Wirkungen der gefallenen Bomben allen Völkern der Erde ein mahnendes Zeichen zur Versöhnung für alle Zukunft sein!“; li.Inschrifttafel:„Den 136 Wickeder Opfern des Weltkrieges 1914-1918 zur Ehre und zum Andenken gewidmet von der Gemeinde Wickede. Die Leiden, Schmerzen und Todesängste unserer toten Bürger. Das Weinen und Wehklagen ihrer Hinterbliebenen, mahnen die gegenwärtigen und zukünftigen Geschlechter zur Völkerversöhnung und zum Frieden auf Erden.“; Rückseite:„Unseren in der dunkelsten Zeit der deutschen Geschichte von 1933-1945 unschuldig ermordeten Einwohnern von Dortmund- Wickede zum Andenken gewidmet. Ihr Opfertod mögen allen Menschen der Gegenwart und der Zukunft ein Wegweiser zur Duldsamkeit und Gerechtigkeit sein!“
Technik/Material:
Naturstein/ Metallplatten
Höhe:
Gesamthöhe ca. 2,70; Steinblock: ca. 2,10 m; Tafel: 0,75
Breite:
Steinblock: 1,90 m; Tafel: 1 m
Kunstwerknr.:
44319-009
Kriegerehrenmal 1939-1945
Kriegerehrenmal 1939-1945

Das heutige Mahnmal für die Wickeder Opfer der beiden Weltkriege, ein schlichter Steinblock mit vier Bronzetafeln, steht seit einigen Jahren wieder dort, wo es am 31. März 1928 eingeweiht worden war. Sein Bau war erst wenige Tage zuvor, am 22. März 1928, von der sozialdemokratischen Kommunalverwaltung als Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkrieges beschlossen worden. Zu dieser Zeit entstand auch das im Mai eingeweihte „Konkurrenzdenkmal“ des Krieger- und Landwehrvereins, die Siegfriedfigur von Walter Becker und die Namenstafeln in der ehrenhofartigen Anlage neben der evangelischen Kirche Wickede. Nach der Machtergreifung Hitlers wurde das Denkmal am Bockumweg im April 1933 durch eine so genannte „Hitler-Eiche“ ausgetauscht. 1946 wurde es als Mahnmal am Hellweg wiederaufgebaut, erweitert um die Erinnerung an die Opfer des Zweiten Weltkrieges, vorderseitig mit der Inschrift "Unseren gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkrieges 1939-1945 zur Ehre und zum Andenken. Gewidmet von den dankbaren Bewohnern des Stadtteils Dortmund- Wickede. Möge der erschreckliche Ausgang dieses Völkerringens allen Nationen und allen zukünftigen Geschlechtern eine Mahnung zur Vernunft und friedlichen Zusammenarbeit sein. Errichtet im tiefsten deutschen Unglück 1946", und rückseitig mit den Worten: „Unseren in der dunkelsten Zeit der deutschen Geschichte von 1933-1945 unschuldig ermordeten Einwohnern von Dortmund-Wickede zum Andenken gewidmet. Ihr Opfertod möge allen Menschen der Gegenwart und der Zukunft ein Wegweiser zur Duldsamkeit und Gerechtigkeit sein!“. An den Seiten sind jeweils weitere Inschriften angebracht. Seit 1946 erinnert auch eine Gedenktafel an den jüdischen Friedhof in Wickede. Für die Erweiterung des Hellwegs musste das Mahnmal abermals weichen und kehrte im November 1961 zurück an seinen alten Standort. Die Westfälische Rundschau überschrieb ihren Artikel anlässlich der Rückkehr mit „Denkmal mit 'bewegter' Vergangenheit“. SR

Anonym: Denkmal mit "bewegter" Vergangenheit, in: Westfälische Rundschau. 22./23. November 1961; Werner Hartwig: Dortmund-Wickede-Asseln. Beiträge zur Heimatgeschichte, Dortmund 1983, Abb. 32; Öffentliche Denkmäler und Kunstobjekte in Dortmund. Eine Bestandsaufnahme unter Leitung von Jürgen Zänker, erarbeitet von Iris Boemke u. a., Dortmund 1990, Nr.77, S. 88.
Der Errichter der Denkmals ist unbekannt.