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Kunst im öffentlichen Raum

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): zielske photographie

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Künstler: Bernhard Hoetger

Titel: Liegende

Die „Liegende“ gehört zum Spätwerk Bernhard Hoetgers. Die Skulptur stand zunächst im Hoetger-Park, bevor sie vor dem Verwaltungsgebäude der gws-Wohnen Dortmund-Süd eG eine neue Aufstellung fand. UG

Standort:
Do-Hörde, Am Schallacker 23, 44263 Dortmund
Jahr:
1940, Guss: 1981
Beschriftung:
Skulptur: Signatur "B. Hoetger", Stempel Schmäke, Düsseldorf; Tafel: "'Formung verlangt Konzentration, verlangt zum Erreichen der / endgültigen Form den Umweg über den Überfluß' / Bernhard Hoetger - Bildhauer. Architekt. Maler (1874-1949) / Die gws-wohnen Dortmund-Süd fühlt sich dem künstlerischen / Erbe des bedeutenden Bildhauers Bernhard Hoetger, der / am 4. Mai 1874 in Hörde geboren wurde, verpflichet. / Zur Erinnerung an den Hörder Künstler trägt die / Siedlung Am Schallacker seinen Namen. / Die Skulpturen vor dem Verwaltungsgebäude der gws / 'Liegende' - 1940 / 'Stehender Mann' - 1942/43 / markieren gleichzeitig Durchgang und Eingangstor zur / Bernhard - Hoetger - Siedlung"
Technik/Material:
Skulptur: Bronze; Sockel: Sandstein
Höhe:
ca. 0,4 m
Breite:
ca. 1,4 m
Kunstwerknr.:
44263-014
Liegende (Bernhard Hoetger)
Bild: Jürgen Spiler
Liegende (Bernhard Hoetger)
Bild: Jürgen Spiler

Der junge, weibliche Akt liegt in einer leichten Drehbewegung auf dem Bauch. Das rechte Bein ist über das linke geschlagen und der linke Arm vor dem Kopf angewinkelt. Hinter ihm lugt ein verträumtes Gesicht hervor. Bernhard Hoetger orientiert sich bei diesem Werk am „Schlafenden Hermaphroditen“ im Pariser Louvre aus der Zeit des Hellenismus. UG

Carl Emil Uphoff: Bernhard Hoetger, Leipzig 1919; Albert Theile: Bernhard Hoetger. Leben und Werk. Eine Übersicht, in: Wilhelm Brockpähler: Hörde. Ein Heimatbuch für die Stadt und ihre Umgebung, Hörde 1928, S. 303-310; Albert Theile (Hg.): Bernhard Hoetger. Bildhauer, Bremen 1930; Albert Theile: Bernhard Hoetger, Recklinghausen 1960; Suse Drost: Bernhard Hoetger, Bremen 1974; Dieter Golücke: Bernhard Hoetger. Bildhauer, Maler, Baukünstler, Designer, Worpswede 1984; Walter Edmund Saal: Bernhard Hoetger. Ein Architekt des norddeutschen Expressionismus, Diss. Bonn 1989; Eugen Thiemann: Hoetger, Worpswede 1990; Bernhard Hoetger. Skulptur, Malerei, Design, Architektur, hg. v. Maria Anczykowski. Ausst.-Kat. Kunstsammlungen Böttcherstraße Bremen, Bremen 1998; Willi Garth: Bernhard Hoetger - ein unstetes Genie aus Hörde, in: Echo/Süd-Zeitung, 29. August 2001; Sent M’Ahesa tanzt in Hoerde, Ausst.-Kat. der Bezirksverwaltungsstelle Dortmund-Hörde, Dortmund 2008.
Bernhard Hoetger 1874-1949. Sein Leben und Schaffen, hg. v. Ludwig Roselius d. J., Bremen 1974, Nr. 191 („Schlafendes Mädchen, 1941“); Anonym: Im neuen Hörder Hoetger-Park träumt schon die „Liegende“, in: Westfälische Rundschau, 9. Oktober 1984; Öffentliche Denkmäler und Kunstobjekte in Dortmund. Eine Bestandsaufnahme unter Leitung von Jürgen Zänker, erarbeitet von Iris Boemke u. a., Dortmund 1990, Nr. 265, S. 216.; Sent M’Ahesa tanzt in Hoerde, Ausst.-Kat. der Bezirksverwaltungsstelle Dortmund-Hörde, Dortmund 2008, S. 77.
Bernhard Hoetger (1874-1949), eigentlich Bernard Hugo Hötger, Sohn eines Schneidermeisters aus Hörde, arbeitete zunächst als Steinmetz, bevor er 1898 an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Karl Janssen Bildhauerei studierte. 1900-1905 lebte er in Paris, wo er unter anderem Auguste Rodin und Paula Modersohn-Becker kennenlernte. Seit 1908 zählte Bankier Freiherr August von der Heydt, Elberfeld, zu seinen wichtigsten Auftraggebern. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein berief ihn 1911 an die Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt und ernannte ihn zum Professor.1913 siedelte Hoetger nach Fischerhude und 1914 nach Worpswede um, wo er unter anderem das Haus „Kaffee WINUWUK“ (1921/23) realisierte. 1917-1919 arbeitete er vornehmlich für den Keksfabrikanten Hermann Bahlsen, Hannover. 1919 trat er dem „Arbeitsrat für Kunst“ und der „Novembergruppe“ bei. Der Bremer Kaffeemagnat Ludwig Roselius zählte ab 1923 zu seinen Förderern. In seinem Auftrag realisierte Hoetger das „Paula-Becker-Modersohn-Haus“ (1926/27) und das „Haus Atlantis“ (1930/31) in der Bremer Böttcherstraße. 1934 forderte der Völkische Beobachter den Abriss des Hauses Atlantis. Dennoch trat Hoetger, der selbst nordisch-völkische Ideen vertrat, der NSDAP bei. 1938 wurde er allerdings schon wieder ausgeschlossen. 1933/34 wurden das Ebert-Denkmal in Dortmund sowie das Revolutionsdenkmal und die Figuren am Volkshaus in Bremen demontiert. 1937 beschlagnahmten die Nationalsozialisten im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“ 14 Kunstwerke aus dem Besitz öffentlicher Sammlungen. Dennoch konnte er unter anderem für die Luftwaffenschule Greifswald arbeiten. Nachdem sein Wohnhaus in Berlin 1943 zerstört und er nach Niederbayern evakuiert worden war, zog er 1946 in die Schweiz nach Beatenberg bei Bern, wo er drei Jahre später starb. 1968 erhielt er gemeinsam mit seiner Frau Lee ein Grab auf dem Dortmunder Ostfriedhof. UG