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Kunst im öffentlichen Raum

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): zielske photographie

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Künstler: Walter Johannes Becker

Titel: Gedenktafel 1914/18

Das Kriegerdenkmal 1914/1918 an der Westseite der evangelischen Kirche in Dortmund-Wickede ist heute nur noch unvollständig erhalten. Wichtiger Bestandteil war die mythologische Figur des Siegfrieds, wie sie heute noch bei den Denkmalen in Deusen und Aplerbeck zu sehen ist.

Standort:
Do-Wickede, Wickeder Hellweg, Ev. Kirche, Westseite, 44319 Dortmund
Jahr:
1928
Beschriftung:
Inschrift: "Den im Weltkriege 1914/18 gefallenen Helden der Gemeinde Wickede, in Dankbarkeit und Verehrung"
Technik/Material:
Stein
Höhe:
1 m
Breite:
3 m
Kunstwerknr.:
44319-008
Gedenktafel 1914-1918
Gedenktafel 1914-1918

Als das Kriegerdenkmal 1914/1918 an der Westseite der evangelischen Kirche in Dortmund-Wickede am 13. Mai 1928 eingeweiht wurde, stand in einer ehrenhofartigen Anlage mit angegliedertem Vorhof eine etwa vier Meter hohe Säule, „bekrönt“ von einer bronzenen Siegfriedfigur. Sie wurde von dem Bildhauer Walter Johannes Becker entworfen und galt „als Wahrzeichen deutscher Kraft“ (Dortmunder Zeitung am Tag der Einweihung). Der Siegfried Mythos wurde im gleichen Jahr auch bei dem Kriegerdenkmal in Dortmund-Deusen und zwei Jahre später in Dortmund-Aplerbeck aufgegriffen. An der Rückwand des Ehrenhofes listeten vier auf Konsolen angebrachte Sandsteintafeln die Namen der 136 (auch 137) Wickeder Gefallenen des Ersten Weltkrieges auf. Am oberen Rand verdeutlichte die Inschrift: „Den im Weltkriege 1914/18 gefallenen Helden der Gemeinde Wickede, in Dankbarkeit und Verehrung“ den Gedenkcharakter der neu errichteten Anlage. Das Denkmal wurde vom Krieger- und Landwehrverein Wickede beauftragt. Beckers Entwurf belegte in einem engeren Wettbewerb den ersten Platz. Heute sind nur noch die bauliche Anlage und die Namenstafeln vorhanden. Namen und Inschrift sind mittlerweile schlecht zu lesen. Vermutlich wurde die Bronzefigur im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen und der Steinpfeiler entfernt. SR

Dresslers Kunsthandbuch, hg. von Willy Oskar Dressler Bd. 2, Bildende Kunst: das Buch der lebenden deutschen Künstler, Altertumsforscher, Kunstgelehrten und Kunstschriftsteller, Berlin 1930, S. 55.; Hans Vollmer: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts, Bd. 1, Leipzig 1953, S. 149.; Peter Wiench: Walter Johannes Becker, in: Saur Allgemeines Künstlerlexikon: die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, hg. von K.G. Saur Verlag, Bd. 8, Leipzig 1994, S. 177; Martin Heidemann: Medaillenkunst in Deutschland von 1895 bis 1914. Die Kunstmedaille in Deutschland 8, Berlin 1998, S. 490.; http://de.wikipedia.org/wiki/Kriegerdenkmal_am_Stadtpark_Bochum [Abruf: 27.05.2015]
Dortmunder Zeitung, 4.3.1928; Dortmunder Zeitung, 8.3.1928; Dortmunder Zeitung, 29.3.1928; Dortmunder Zeitung, 13.5.1928; Tremonia, 16.5.1928; Dortmunder Zeitung, 16.5.1928; Fritz H. Sonnenschein: Verzeichnis der Denkmäler, Brunnen, Ehrenmäler in der Stadt Dortmund, 1.8.1956, Ms. im Hochbauamt der Stadt bzw. Stadtarchiv Dortmund, V. 3; Öffentliche Denkmäler und Kunstobjekte in Dortmund. Eine Bestandsaufnahme unter Leitung von Jürgen Zänker, erarbeitet von Iris Boemke u. a., Dortmund 1990, Nr. 49, S. 69; Denkmalbehörde der Stadt Dortmund, Denkmalliste Nr. A 0281 (für die Kirche) https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_im_Stadtbezirk_Brackel [Abruf: 13.8.2015]
Der Bildhauer Walter Johannes Becker wurde (vermutlich 1886) in Dortmund geboren. Er studierte an der Werkkunstschule in Dortmund und an der Akademie der Bildenden Künste in München. Nach dem Studium zog er nach Dortmund zurück und wohnte in der Humboldtstraße. Später lebte er in Ende, einem Stadtteil von Herdecke. Becker schuf zahlreiche Grabmäler, unter anderem für den Dortmunder Hauptfriedhof, Medaillen, Totenmasken und Kriegerdenkmäler. Neben dem Dortmunder Denkmal sind weitere am Bochumer Stadtpark (1935), am Freigrafendamm (1931) und in Bochum-Weitmar (1926) zu finden. Vor allem das Kriegerdenkmal am Bochumer Stadtpark, dessen martialische Bronzesoldaten 1983 „gestürzt“ wurden, steht ganz im Zeichen des Nationalsozialismus. 1937 und 1938 nahm Becker mit Tierplastiken und privaten Portraits an der „Großen Westfälischen Kunstausstellung“ in Dortmund teil. Der Bildhauer verband oftmals Antikenbezüge, zeitgenössische Komponenten und eine gewisse Wuchtigkeit in seinen Figuren. Fatalerweise wird sein Name häufig mit dem Namen des expressionistischen Malers Walter Becker verwechselt, dessen Werke 1937 beschlagnahmt wurden. Wann er starb, ist unbekannt. SR

Quelle: Lit.siehe Zänker: Sonnenschein, V, 3