Gauklerbrunnen im Stadtgarten

Kunst im öffentlichen Raum

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): zielske photographie

Künstler: Künstler unbekannt

Titel: Fördergerüste des Bergwerks Zollern II/IV (Industriedenkmal)

Die beiden Fördergerüste des LWL-Industriemuseums Zeche Zollern in Bövinghausen gehörten ursprünglich gar nicht zur Zeche Zollern II/IV: Die Originaltürme wurden 1966 nach Stilllegung der ehemaligen Musterzeche abgerissen. Die eisernen Bockgerüste, die heute dort zu sehen sind, wurden erst 1988 aufgebaut und stammen aus Gelsenkirchen und Herne.

Standort:
Do-Bövinghausen, Grubenweg 5, LWL Industriemuseum (Außengelände), 44388 Dortmund
Jahr:
1906/um 1900
Beschriftung:
keine separate Beschriftung
Technik/Material:
Stahl
Höhe:
II: 38 m; IV: 40 m
Kunstwerknr.:
44388-008
Fördergerüste des Bergwerke Zollern II/IV
Fördergerüste des Bergwerke Zollern II/IV

Das Werksgelände der Zeche Zollern II/IV in Dortmund-Bövinghausen besteht aus mehreren architektonisch schön gestalteten Gebäuden und den Fördertürmen der Schächte II und IV. Die Gelsenkirchener Bergwerks-AG ließ die Anlage als Musterwerk zwischen 1898 und 1904 von Architekt Paul Knobbe bauen. Die beiden Gerüste der ehemaligen Zeche Zollern II/IV sind nicht im Original erhalten. Nach der Schließung des Werkes 1966 wurde das Gerüst von Schacht II abgerissen und verschrottet, das Gerüst von Schacht IV vermutlich schon zu Beginn des Zweiten Weltkrieges. Auf dem Gelände des heutigen LWL-Museums wurden zur Veranschaulichung zwei Fördergerüste des gleichen Typs wieder aufgebaut. Der Förderturm von Schacht II ist ein dreibeiniges Gerüst, der von Schacht IV ein zweibeiniges. Die ursprünglichen Türme wurden von der Firma Rodegro aus Dortmund-Marten errichtet. Typisch für die Zeit waren eiserne Bockgerüste – genau wie die Zollern-Türme. Das dreibeinige Gerüst auf Schacht II ragte 38 Meter in den Himmel und förderte mit vier Seilscheiben bis zu acht Wagen pro Förderkorb. Mehr als 110 Tonnen Stahl wurden verbaut. Bis auf 466 Metern Tiefe wurde der Schacht vorangetrieben. Der als ausziehender Luftschacht genutzte Schacht IV lag rund 100 Meter von Schacht II entfernt. Ursprünglich sollte auch aus Schacht IV gefördert werden, aber die Seilscheiben auf dem Förderturm besaßen nie eine Funktion. Sie wurden schließlich aus ästhetischen Gründen auf dem Turm belassen. So besaß die Anlage mit ihren zwei Fördergerüsten eine schöne Symmetrie. Der heute zu sehende Förderturm von Schacht II der Zeche Zollern stammt ursprünglich von der Zeche Wilhelmine-Victoria in Gelsenkirchen. 1856 begann dieses Fördergerüst von Schacht 1 seinen Dienst, bevor 1960 die Kohlenförderung eingestellt wurde. 1986 wurde das Gerüst in Gelsenkirchen abgebaut und ist seit 1988 auf Zollern II/IV zu sehen. An der Stelle des ehemaligen Schachtes IV der Zeche Zollern steht heute das Fördergerüst der Zeche Friedrich der Große in Herne. Im Jahr 1874 begann der Förderbetrieb des Werkes, 1902 wurde Schacht 3 in Betrieb genommen. Das Gerüst dieses Schachtes wurde 1980 abgebaut, nachdem die Zeche 1978 stillgelegt wurde. In den Jahren 1987/88 wurde das Gerüst auf der Zeche Zollern wieder aufgebaut. Die Geschichte der Fördertürme ist detailliert in der Broschüre „Die Fördergerüste der Zeche Zollern II/IV“ zu lesen. Alle Informationen stammen aus dieser Dokumentation des Westfälischen Industriemuseums. MR

Ingrid Telsemeyer u. Norbert Tempel: Die Fördergerüste der Zeche Zollern II/IV, Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und Westfälischen Industriemuseum (Hg.), Heft 1, Münster/Dortmund 1988.; Öffentliche Denkmäler und Kunstobjekte in Dortmund. Eine Bestandsaufnahme unter Leitung von Jürgen Zänker, erarbeitet von Iris Boemke u. a., Dortmund 1990, Nr.178, S.158.

Quelle: lt. Zänker: Die Fördergerüste der Zeche Zollern II/IV Heft 1. Westfälisches Industriemuseum Dortmund, hrsg. im Auftrag des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Münster 1988