Gauklerbrunnen im Stadtgarten

Kunst im öffentlichen Raum

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): zielske photographie

Künstler: Albert Stuwe; Edith Stuwe ?

Titel: Vier Jahreszeiten

Das Bronzerelief ,,Vier Jahreszeiten’’ an der Sparkassenfiliale in Dortmund Wellinghofen fertigte Edith Stuwe in den 1980er-Jahren als Auftragsarbeit. Wie ihr Mann Albert Stuwe, bekannter Künstler der ,,Neue Gruppe Münster 60’’ beschäftigte sie sich besonders mit der Naturdeutung

Standort:
Do-Wellinghofen, Preinstraße 92, Stadtsparkasse, 44265 Dortmund
Jahr:
um 1980
Beschriftung:
keine separate Beschriftung
Technik/Material:
Bronze
Höhe:
0,64 m
Breite:
0,76 m
Kunstwerknr.:
44265-007
Vier Jahreszeiten
Vier Jahreszeiten

Das Wandrelief bildet in zwei horizontal über einander angeordnete Feldern je zwei Jahreszeiten ab. In deren Mittelpunkt steht jedoch eine Familie, die als Mutter, Vater und Tochter, die in der Landwirtschaft arbeiten und miteinander die Natur erleben. In der ,,natürlichen’’ Leserichtung von links nach rechts wird im ersten Bild der Frühling als Hochzeitsfeier mit Blüten im Haar der Braut, Blumenbüschen und vollen Baumkronen dargestellt. Die Bäume sind nicht nur Staffage, sondern bewirken auch als Bildtrenner einen fließenden Übergang der Jahreszeiten. Im Sommer sitzt die Familie musizierend in der strahlenden Sonne – im Herbst wird sie bei der Ernte gezeigt. Im Winter steht die Familie dicht beieinander, um sich zu wärmen und vor dem Wind zu schützen, der die Haare der Frauen als auch die Baumkronen verweht. Die wenig, aber präzise herausgearbeiteten Figuren zeigen eine fast gleichbleibende Mimik. Typisch für Edith Stuwes Menschenfiguren sind die halb oval geschwungenen Augenbrauen, mandelförmige Augen, breit hervortretende Nasen und ein ,,lächelnder’’ Mund. Diese zurückhaltende Ausdrucksformen lenken die Aufmerksamkeit ganz auf die Handlungen der Figuren. Somit ist die Arbeit weder durch komplexe Symbolik noch durch eine undurchschaubare Erzählung verschlüsselt – im Gegenteil, die Bedeutung des Werks erschließt sich im Moment der reinen Betrachtung. Es ist ein Kreislauf der Natur dargestellt, dem sich der Mensch oftmals unterwerfen muss, den er aber auch aktiv gestalten kann. Die Abfolge der vier Jahreszeiten kann gleichsam für das Werden und Vergehen, Wachsen und Reifen, sowie für Vergänglichkeit und Erneuerung stehen. Ähnlich wie die Jahreszeiten das Leben des Menschen prägen, begleitet laut Zänker die Sparkasse ihre Kunden durch ihr Leben – ein Gleichnis, das Edith Stuwe in diesem Werk aufgenommen hat. FW

Quelle zur Zuschreibung des Reliefs bisher Peer-Christian Stuwe, Sohn des Künstlers und Leiter der Stiftung Albert Stuwe, Ennigerloh
Biografie Albert Stuwe Der deutsche Zeichner, Grafiker, Maler und Lyriker Albert Stuwe wurde 1921 in Ennigerloh geboren und 1998 dort beerdigt. Erste Kurse an der Kunstgewerbeschule Münster besuchte er 1938 und nach seinem Kriegsdienst 1946 einen Radierkurs an der Kunstakademie Düsseldorf. 1948 trat Stuwe der freien Künstlergemeinschaft ,,Schanze’’ in Münster bei und gewann 1951 den zweiten Preis der ,,Jung-Westfalen’’ für Grafik. 1953 war er Mitbegründer des Kreiskunstvereins Beckum-Warendorf und seit 1960 Mitglied der ,,Neuen Gruppe Münster 60’’. Neben Zeichnungen, Grafiken und Gemälden entstanden seit den späten 1950er Jahren auch Auftragsarbeiten für private und öffentliche Gebäude, wie etwa Wandbilder, Mosaike oder Glasfenster. Viele Werke finden sich in privaten sowie öffentlichen Sammlungen in Deutschland. Eines der größten Konvolute an Zeichnungen besitzt die Sammlung Scheiwe-Löer. Der 1998 gegründete Freundeskreis Albert Stuwe verwaltet den Nachlass und hat Anfang 2017 Stuwes umfangreiches Werkverzeichnis in einer digitalen Datenbank veröffentlicht. FW Biografie Edith Stuwe Die deutsche Bildhauerin Edith Stuwe (1931 Nottuln - 1986 Beckum) erlernte als Autodidaktin das Arbeiten mit Metall und Ton in den späten 1960er-Jahren. 1970 heiratete sie Albert Stuwe, Mitglied der ,,Neuen Gruppe Münster 60’’. Ihre zumeist kleinformatigen Arbeiten zeigen naive Figurendarstellungen in Verbindung mit typisierten Landschaften. Ihre Metallarbeiten ließ sie oftmals bei der Kunstgießerei Schwab in Münster herstellen. FW