Gauklerbrunnen im Stadtgarten

Kunst im öffentlichen Raum

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): zielske photographie

Künstler: Ewald Langenbach (Steinmetz)

Titel: Kriegerdenkmal in Nette, Gefallene 1914-1918

Das schlichte Kriegerdenkmal an der Mengeder Straße erinnert an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus Nette und wurde 1937 enthüllt. Mit dem heutigen Wissen steht es nicht nur für die Opfer des Ersten, sondern auch für die des Zweiten Weltkrieges und die Schrecken der nationalsozialistischen Herrschaft, in der es eingeweiht wurde.

Standort:
Do-Nette, Mengeder Straße neben Hs-Nr. 310, 44359 Dortmund
Jahr:
1937
Beschriftung:
Inschrift: „Sie lebten für uns/ sie starben für uns/ 1914/ und sollen leben in uns/ 1918/ Kriegerkameradschaft Dtd.-Nette“.
Technik/Material:
Naturstein
Höhe:
ca. 2 m
Breite:
2,5 m
Kunstwerknr.:
44359-001
Kriegerdenkmal 1914-1918
Kriegerdenkmal 1914-1918

Am Ende der Mengeder Straße erhebt sich über zwei Stufen ein Sandsteinquader mit der von Eisernen Kreuzen flankierten Inschrift: „Sie lebten für uns, sie starben für uns und sollen leben in uns/1918/Kriegerkameradschaft Dtd.-Nette.“ Das schlichte Kriegerdenkmal, von dem heute letztlich nur noch der Sockel existiert, gedenkt den Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus Nette. Im Auftrag der örtlichen Kriegerkameradschaft wurde es von dem Huckarder Steinmetz Ewald Langenbach entworfen und umgesetzt. Unter Anwesenheit diverser Vertreter von Kriegerverbänden, NSDAP, der Polizei und der Bevölkerung fand am 19. September 1937 die nationalsozialistisch-propagandistisch geprägte Enthüllung statt. Ursprünglich stand auf dem Stein das bronzene Hoheitszeichen des Dritten Reiches, das nach dem Zweiten Weltkrieg entfernt wurde. Der Plan zur Errichtung des Denkmals wurde von den Parteien bereits im April1930 in der Städteverordneten-Sitzung kontrovers diskutiert. Erst im Nationalsozialismus fand die Aufstellung des Denkmals den zur Umsetzung nötigen Zuspruch. In den 1970er Jahren wurde es aufgrund der Verbreiterung des Nettebaches etwas versetzt. Heute steht es auf dem Gelände der mittlerweile abgerissenen Netter Dorfschule. In den letzten Jahren wurde es immer wieder mit Graffitis beschmiert. Mit dem Wissen um die Gräueltaten der nationalsozialistischen Herrschaft, unter der es eingeweiht wurde, hat der Denkmalssockel heute eine mahnende Bedeutung. SR

Anonym: Ohne Titel (Nette. (Kriegerdenkmalsfrage.)), in: Mengeder Zeitung, Lokal-Anzeiger, 8. April 1930; Anonym: Sie starben für Deutschland. Enthüllung des Ehrenmals Dortmund-Nette, in: Tremonia, 20. September 1937; Anonym: Ehrenmalsweihe in Dortmund-Nette, in: Dortmunder Zeitung, 20. September 1937; Westfälische Landeszeitung – Rote Erde, 20.9.1937; Anonym: Ortsteil Nette weihte sein Ehrenmal, in: Mengeder Zeitung, Lokal-Anzeiger, 21. September 1937; Fritz H. Sonnenschein: Verzeichnis der Denkmäler, Brunnen, Ehrenmäler in der Stadt Dortmund, 1.8.1956, Ms. Im Hochbauamt der Stadt, Stadtarchiv Dortmund, XI, 6; Öffentliche Denkmäler und Kunstobjekte in Dortmund. Eine Bestandsaufnahme unter Leitung von Jürgen Zänker, erarbeitet von Iris Boemke u. a., Dortmund 1990, Nr. 70, S. 84; Anneliese Ossig: Schule in Nette – Wie es begann, in: Arbeitsgruppe für Netter Geschichte (Hg.): Nachrichten aus der Netter Geschichte, Heft 1, 2010, S. 47-58, Abb. S. 56.; http://www.heimatverein-mengede.de/index.php?option=com_content&view=article&id=158%3Aheimatblaetter-23-24-november-2008&Itemid=173 [Abruf: 10.7.2014]
Ewald Langenbach, geboren 1909, Meisterbrief 1940, gefallen im Zweiten Weltkrieg – nach Angaben des Nachfolgers und Enkels Oliver Langenbach.

Quelle: lt. Zänker: Sonnenschein, XI, 6