Gauklerbrunnen im Stadtgarten

Kunst im öffentlichen Raum

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): zielske photographie

Künstler: Carlernst Kürten

Titel: Stählerner Baum

Die Edelstahlplastik „Stählerner Baum“ von dem bedeutenden Unnaer Konstruktivisten Carlernst Kürten entstand 1983 im Rahmen eines Wettbewerbs für den Eingang der Fußgängerzone Münsterstraße. 1995 wurde der „Stählerner Baum“ an den heutigen Standort auf die Grünfläche am Dietrich-Keuning-Haus versetzt. IF

Standort:
Do-Mitte, Münsterstraße/Leopoldstraße (Grünfläche am Dietrich-Keuning-Haus), 44145 Dortmund
Jahr:
1983
Beschriftung:
Inschrift:"Stählerner Baum von Carlernst Kürten Gestiftet von der Stadtsparkasse Dortmund"
Technik/Material:
Edelstahl
Höhe:
ca. 7 m
Kunstwerknr.:
44145-001
Stählener Baum
Stählener Baum

Die sieben Meter hohe, windbewegliche Edelstahlplastik des Konstruktivisten Carlernst Kürten wurde von der Stadtsparkasse Dortmund gestiftet. Sie besteht aus drei senkrechten Stahlmasten, die durch Querverstrebungen verbunden und im Dreieck installiert sind. An diesen Stangen sind in unterschiedlicher Höhe drei Würfelpaare axial so angebracht, dass sie sich in Bewegung gegenseitig nicht berühren. Die sechs auf der Kante stehenden Kuben sind an zwei, horizontal gegenüberliegenden Seiten offen. Für die Windgriffigkeit und als Gestaltungselement sind seitlich im Inneren Metalldreiecke montiert. Dieses mathematisch fundierte Konstrukt basiert auf strengen Proportionen, klarer Ordnung und großer Präzision. Die Ruhr Nachrichten berichteten 1985: „In seinem Werk faltet Kürten dickes glattes Blech, als wäre es ein normales Blatt Papier und vereint dabei mathematische Berechenbarkeit und Eleganz.“ Er bevorzugte diese Technik seit Ende der 1960-er Jahre für viele seiner windbeweglichen Werke, die „bei minimaler Einzelform vielfältige plastische Wirkungen“ erzeugen und mit der Umgebung ständig neue Bezüge bilden. (25 Jahre Dortmunder Gruppe, S.132.) Die Gestaltung basiert, wie für die „Konkrete Kunst“ üblich, auf grundlegenden geometrischen und technoiden Formen, ohne symbolische Bedeutung. Dennoch legt der Name des Werkes und die Aufstellung im Park eine Assoziation mit einem Baum nahe. Die Arbeiten des 2000 verstorbenen Carlernst Kürten, einem der bekanntesten Bildhauer der Region, sind dem Konstruktivismus zuzuordnen. Gleichzeitig ist der „Stählerne Baum“ auch ein kinetisches Kunstwerk, da die winderzeugte Bewegung ein integraler, ästhetischer Bestandteil des Objektes ist. Ausgehend von diesen Gestaltungsprinzipien entwickelte Kürten die konkrete Plastik, wobei er wie hier die Grundformen auf Quadrate und Würfel reduzierte. IF

Roland Altmann u. a.: 25 Jahre Dortmunder Gruppe, Dortmunder Künstlerbund. Eine Dokumentation, Dortmund 1980, S. 132.; Anonym: Sechs Bildhauer eröffnen ein großes Atelier im Park, in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Nr. 110, 12. Mai 1982.; Carlernst Kürten: Arbeiten von 1969 bis 1984, erarbeitet von Siegfried Gnichwitz u. A. Smitmans, Ausst. Kat. Kunstverein Unna, Unna 1984.; Tayfun Belgin: Dortmunder Künstlerverzeichnis, Dortmund 1997, S. 87.; „Dialog“. Holzdruck, Holzschnitt, Holzskulptur, erarbeitet von Ellen Senta Altenloh, Carlernst Kürten u. Rudolf Wiemer(Hg.), Dortmund 1999, passim.; http://www.luebben-web.de/versuche/Carlernst_Kuerten/index.htm [Abruf: 21.5.2015]; http://www.unna.de/kreisstadt+unna/kreisstadt-unna/bildung-kultur-geschichte/kultur/carlernst-kuerten-stiftung/ [Abruf: 21.5.2015];
Roland Altmann u. a.: 25 Jahre Dortmunder Gruppe, Dortmunder Künstlerbund. Eine Dokumentation, Dortmund 1980, S.132.; Anonym: „Kommunikation“ in Ironie gegossen, in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Nr. 59, 11. März 1982.; Ruhr-Nachrichten, Nr. 58, 9. März 1985.; Roland Altmann: Einblicke und Reflexionen. Reden und Aufsätze zu Künstlern und Bildender Kunst, Dortmund 1989 (Selbstverlag), S.56ff.; Öffentliche Denkmäler und Kunstobjekte in Dortmund. Eine Bestandsaufnahme unter Leitung von Jürgen Zänker, erarbeitet von Iris Boemke u. a., Dortmund 1990, Nr. 390, S. 301.; Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 9. März 1995.; http://dasprojektunna.de/2015/03/10/carlernst-kuerten-und-freunde-eine-grosse-ausstellung-der-alten-schule-der-hammer-strasse/[Abruf:25.11.2015]
Der Bildhauer Carlernst Kürten wurde am 17. April 1921 in Waltrop geboren. Nach einer Bildhauerlehre von 1949-51, studierte er von 1951-55 an den Werkkunstschulen in Dortmund und Münster. Bereits seit 1957 war der Konstruktivist freischaffender Bildhauer und fertigte 1968 seine ersten Arbeiten mit gefalteten Edelstahltafeln. Quadrate und Würfel waren dabei stets seine bevorzugten Formen. In den folgenden Jahren gestaltete Kürten zahlreiche Werke für den öffentlichen Raum deutschlandweit, davon sind mehrere in Unna. Weitere Arbeiten sind in Museen und privaten Sammlungen. Darüber hinaus hatte er viele Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland z.B. 2015 bei der Ausstellungsreihe „Hellweg Konkret“. Carlernst Kürten galt als Vertreter der „Konkreten Kunst“, sein Werk umfasste Plastiken aus Edelstahl, Bronze und Holz, aber auch Skizzen, Holzdrucke und sogar Schmuck. Er war seit 1962 Mitglied der Dortmunder Gruppe. Nach seinem Tod 2000 in Unna gründete seine Frau Waltraud Kürten 2002 zusammen mit der Stadt Unna die Carlernst- Kürten- Stiftung zur Förderung von Kunst und Kultur. IF