Dortmund überrascht. Dich.
Gauklerbrunnen im Stadtgarten

Kunst im öffentlichen Raum

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): zielske photographie

Künstler: Künstler unbekannt

Titel: Info-Skulptur

Standort:
Do-Hörde, Hörder Burg Straße (Phoenix-See West), 44263 Dortmund
Jahr:
2014
Beschriftung:
Inschriften: „PHOENIX SEE“; „DER HEUTIGE DORTMUNDER ORTSTEIL HÖRDE. DIE EHEMALIGE STADT HÖRDE LIEGT MIT SEINEM KERN AM RAND DER EMSCHERAUE IN HÖHE DER EINMÜNDUNG DES HÖRDER BACHES. BIS ZUM BEGINN DER INDUSTRIALISIERUNG PRÄGTEN DIE HÖRDER BURG UND DAS KLOSTER CLARENBERG DAS GESELLSCHAFTLICHE LEBEN UND LANDWIRSCHAFTLICH GENUTZTE FLÄCHEN, AUEN UND TEICHE BESTIMMTEN DAS AUSSEHEN DER KLEINEN STADT. MIT DER INDUSTRIALISIERUNG ENTWICKELTE SICH HÖRDE ZU EINEM ÜBERREGIONAL BEDEUTENDEN STAHLSTANDORT MIT MEHR ALS 50.000 EINWOHNERN. DIE STAHLINDUSTRIE WURDE FÜR UNGEFÄHR 160 JAHRE BESTIMMEND FÜR DEN ALLTAG UND DAS BILD DER STADT. MIT DEN WELTWEITEN STRUKTURELLEN VERÄNDERUNGEN IN DER STAHLINDUSTRIE ZUM AUSGEHENDEN 20. JAHRHUNDERT STELLTE SICH AUCH FÜR HÖRDE WIEDER EINE GRUNDSÄTZLICH NEUE SITUATION EIN. FÜR DIE GROSSEN ZWISCHEN 1998 UND 2001 BRACHGEFALLENEN INDUSTRIEFLÄCHEN WESTLICH UND ÖSTLICH DES ORTES WAREN NACHFOLGENUTZUNGEN ZU FINDEN.“; „HOERDE ANFANG 17. JAHRHUNDERT“ (Beschriftung der Karte a.d. 17.Jh.); „DEN AUSGANGSPUNKT FÜR DIE ENTSTEHUNG DES ORTES BILDETE IM MITTELALTER DIE HÖRDER BURG. SIE WAR IM AUSGEHENDEN 12. UND 13. JAHRHUNDERT EIN LEHEN (LEIHGABE) DER KÖLNER ERZBISCHÖFE. LEHENSNEHMER WAREN DIE HERREN VON HÖRDE, VON DENEN ALS ERSTER EIN ALBERT VON HÖRDE 1198 BEKANNT IST. DIE FAMILIE ALBERTS VON HÖRDE VERKAUFTE 1296/97 IHREN BESITZ AN DEN GRAFEN EBERHARD VON DER MARK. EINER SEINER NACHFOLGER KONRAD VON DER MARK GRÜNDETE 1339 DAS CLARISSENKLOSTER IN HÖRDE UND ERHOB DEN ORT 1340 ZUR STADT. DIE MÄRKISCHEN GRAFEN BAUTEN DIE BURG FÜR IHRE FAMILIE ZUR STEINBURG MIT MÄCHTIGEN UMFASSUNGSMAUERN AUS. IM SPÄTEN 15. JAHRHUNDERT VERLOR DIE HÖRDER BURG IHRE MILITÄRISCHE BEDEUTUNG BEHIELT ABER BIS IN DAS 19. JAHRHUNDERT IHRE FUNKTION ALS VERWALTUNGSSITZ FÜR DAS AMT HÖRDE. 1840 ERWARB DER ISERLOHNER FABRIKANT HERMANN DIEDRICH PIEPENSTOCK DIE HÖRDER BURG MIT DEN ANGRENZENDEN FLÄCHEN UND GRÜNDETE HIER DAS ERSTE UMFASSENDE STAHLWERK AUF DORTMUNDER BODEN.“ Karte: „HÖRDE ANFANG 19. JAHRHUNDERTS“ Karte: „INDUSTRIEANLAGE ÖSTLICHE DES HÖRDER STADTKERNS 2. HÄLFTE DES 20. JAHRHUNDERTS“ „ZUR ERRICHTUNG DER INDUSTRIEANLAGEN MUSSTE DAS FEUCHTE GELÄNDE ENTLANG DER EMSCHER FÜR EINE BEBAUUNG HERGERICHTET WERDEN DIE EMSCHER UND DER HÖRDER BACH WURDEN DAHER IN GEMAUERTEN ROHREN UNTERIRDISCH GEFÜHRT UND DAS GELÄNDE BIS ZU 10 METER HOCH AUFGEFÜLLT. ANFANGS BESTAND DIE INDUSTRIEANLAGE ALS PUDDEL- UND WALZWERK „HERMANNSHÜTTE“ „HÖRDER BERGWERKS- UND HÜTTENVEREIN“. EINIGE JAHRE SPÄTER WURDE DIE ANLAGE MIT DEM ERSTEN HOCHOFENWERK „PHOENIX ACTIENGESELLSCHAFT FÜR BERGBAU UND HÜTTENBETRIEB“ AUSGEBAUT UND VERTEILTE SICH AUF ZWEI STANDORTE WESTLICH UND ÖSTLICH DES HÖRDER STADTKERNS. NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG ENTSTAND 1961 DIE „DORTMUND HÖRDER HÜTTENUNION AG“, DIE SICH 1966 MIT DER „HOESCH AG“ ZUSAMMENSCHLOSS. ZUR INDUSTRIELLEN BLÜTEZEIT IN DEN 60ER JAHREN DES 20. JAHRHUNDERTS BESCHÄFTIGTE DIE FIRMA HOESCH ALLEINE IM STADTBEZIRK HÖRDE ÜBER 11000 PERSONEN. UNTER DEM LETZTEN EIGENTÜMER DER „THYSSEN-KRUPP AG“ WURDE 2001 DAS WERK AUF DEM ÖSTLICHEN STANDORT EHEMALIGE „HERMANNSHÜTTE“ STILLGELEGT. MIT SOLCHEN UMBRÜCHEN VERSCHWANDEN FÜR DIE BETROFFENEN ORTE OFTMALS, SO AUCH IN HÖRDE, NICHT NUR TRADITIONSREICHE FIRMEN UND ARBEITGEBER, SONDERN AUCH EIN STÜCK IHRER IDENTITÄT.“ Karte: „PHOENIX SEE“ „DIE NEUNUTZUNG DER BEIDEN, JEWEILS UM DIE 100 HEKTAR GROSSEN, EHEMALIGEN INDUSTRIEFLÄCHEN IN HÖRDE FÜHRT JETZT AUF „PHOENIX-WEST“ ZU NEUEN ZUKUNFTSORIENTIERTEN ARBEITSPLÄTZEN VERBUNDEN MIT DER BAULICH RÄUMLICHEN INTEGRATION INDUSTRIEHISTORISCHER RELIKTE SOWIE WEITRÄUMIGEN GRÜNANLAGEN. AUF DER ÖSTLICHEN PHOENIXFLÄCHE WURDE EIN STADTSEE MIT EINEM BIS AN DEN SEE HERANRÜCKENDEN ORTSZENTRUM ANGELEGT SOWIE ZAHLREICHE WOHNGEBÄUDE ERRICHTET. EINE VON ARCHITEKT/ STADTPLANER NORBERT KELZENBERG ENTWICKELTE KONZEPTSTUDIE (IDEE UND ENTWURF) BILDETE DIE GRUNDLAGE FÜR DIE ERRICHTUNG DES PHOENIX SEES. DIESE WURDE ALS LEITIDEE ANFANG 2000 VON DEN POLITISCHEN GREMIEN DER STADT BESCHLOSSEN UND FÜHRTE NACH INTENSIVER PRÜFUNG DES KONZEPTES ZUM ANKAUF DER FLÄCHE DURCH DIE STADT. MIT DER UMSETZUNG DES PROJEKTES WURDE DIE DORTMUNDER STADTWERKE AG (DSW21) BEAUFTRAGT, DIE HIERZU DIE PHOENIX SEE ENTWICKLUNGSGESELLSCHAFT GRÜNDETE. DIESE HAT DANN ZUSAMMEN MIT DER EMSCHERGENOSSENSCHAFT, DER STADT DORTMUND UND EINER REIHE VON FACHBÜROS DAS VORHABEN BIS 2006 ZUM ERSTEN SPATENSTICH UND ANSCHLIESSEND DEN BAU DES SEES BIS ZUR FLUTUNG 2010/2011 GEBRACHT. NACHFOLGEND BEGANNEN VIELE PRIVATE BAUHERREN UND BAUGESELLSCHAFTEN MIT DER ERRICHTUNG DER GEBÄUDE FÜR DAS NEUE STADTQUARTIER VON „HÖRDE AM SEE“.“ „DER PHOENIX SEE IN ZAHLEN: DIE WASSERFLÄCHE UMFASST EINE GRÖSSE VON CA. 24 HEKTAR PLUS EINE EMSCHERAUENFLÄCHE VON CA. 12 HEKTAR. DIE GRÖSSTE SEELÄNGE MISST ETWA 1200M UND DIE GRÖSSTE SEEBREITE 320M. DIE UMLAUFENDEN RAD- UND SPAZIERWEGE IM UFERSAUM HABEN EINE LÄNGE VON UNGEFÄHR 3.25 KILOMETER. DIE WASSERSPEISUNG DES SEES ERFOLGT DURCH GRUNDWASSER UND NIEDERSCHLAGSWASSER. DIE WASSERTIEFE BETRÄGT IM MITTEL 2-3 METER. DIE WASSERMENGE BETRÄGT IM NORMALFALL CA. 600 000 KUBIKMETER. DER SEE IST MIT DEM FLUSS EMSCHER NUR AB EINER BESTIMMTEN HOCHWASSERSITUATION ALS RÜCKHALTERAUM FÜR EIN VOLUMEN VON CA. 240 000 KUBIKMETER WASSER VERBUNDEN. ZUM SEEAUSHUB UND ZUR MODELLIERUNG DER TERRASSIERTEN UMGEBENDEN BAUFLÄCHEN WURDEN ÜBER 2,5 MILLIONEN KUBIKMETER ERDE BEWEGT. DIE GRÜNANLAGEN AM SEE, INKLUSIVE DER BEGEHBAREN INSELN, BEDECKEN ZUSAMMEN EINE FLÄCHE VON CA.11 HEKTAR. SIE SIND ÜBER WEGE MIT DEN ANGRENZENDEN SIEDLUNGSBEREICHEN VERKNÜPFT UND AN DEN REGIONAL BEDEUTENDEN, DIE EMSCHER BEGLEITENDEN FUSS- UND RADWEG ANGEBUNDEN. DIE WOHNBEBAUUNG WIRD NACH DER FERTIGSTELLUNG ALLER GEBÄUDE ETWA 2000 WOHNEINHEITEN AUFWEISEN, ERGÄNZT UM EINE VIELZAHL VON BÜRO UND GESCHÄFTSHÄUSERN UND EINIGE SONDERBAUTEN.“
Technik/Material:
Cortenstahl
Höhe:
1,8- 3 m
Breite:
2,2- 2,4 m
Kunstwerknr.:
44263-067
Info-Skulptur
Info-Skulptur

Quelle: Felix Guth: Der passende Platz. Eine Skulptur aus Corten-Stahl liefert geschichtliche Hintergründe am Phoenix-See, in: Ruhr Nachrichten, 19. April 2014; Felix Guth: Umwege im Text-Wald. Info-Skulptur am Phoenix-See hat kleine Schönheitsfehler, in: Ruhr Nachrichten, Nr.105, 7. Mai 2014