Dortmund überrascht. Dich.
Besuchergruppe besichtigt Objekte in einer Ausstellung

Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Bild: Jan Bischofs

Ausstellungsarchiv von 2004 bis 2006

18.11.2006 - 07.01.2007

Und wenn sie nicht gestorben sind ...

Bilder zu fünf Märchen der Brüder Grimm

Beim Lesen der Grimmschen Märchen entstehen eindrückliche Bilder vor dem inneren Auge: Rotkäppchen begegnet im Wald einem arglistigen Wolf, sieben Zwerge trauern um Schneewittchen im gläsernen Sarg, die Bremer Stadtmusikanten vertreiben gemeinsam eine Räuberbande.

Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm inspirieren Künstler bis heute, die poetischen Texte in malerische oder zeichnerische Bilder zu fassen. Die Ausstellung lädt ein, vergessen geglaubte Märchenbilder wieder zu entdecken oder sich die vertrauten Geschichten in unbekannten Illustrationen, originalen Bilderbuchentwürfen und handkolorierten Glasbildern neu erzählen zu lassen.

Am Beispiel von Hänsel und Gretel spürt die Ausstellung der weihnachtlichen Seite des Märchens nach: Bühnenbild- und Kostümentwürfe, Theater-Bilderbücher und ein Papiertheater lassen die Tradition des späten 19. Jahrhunderts lebendig werden, in der Adventszeit speziell für Kinder „Weihnachtsmärchen“ aufzuführen. Am anschaulichsten wird das Fortleben der Tradition am Lebkuchenhäuschen, das uns heute nicht nur als Motiv aus Hänsel und Gretel, sondern auch aus der Weihnachtsbäckerei vertraut ist. In der Ausstellung ist es auf Lebkuchendosen und Weihnachtstellern ebenso zu finden wie auf Adventskalendern und in Rezeptheftchen.

Die Ausstellung begleitet ein buntes Programm, in dem Märchenerzähler und Puppenspieler auftreten und Märchenfilme gezeigt werden.

Zeichnung: Rotkäppchen und der Wolf

12.08.2006 - 29.10.2006

Schönheit aus dem Feuer

Fliesenkunst aus acht Jahrhunderten

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte beherbergt einen umfangreichen Bestand historischer Fliesen. Seinen Kern bildet eine einzigartige Sammlung wertvoller und seltener Fliesen, die im 19. Jahrhundert von dem Schweizer Archäologen und Kunstwissenschaftler Dr. Robert Forrer zusammengetragen wurden.

Die Ausstellung zeigt daraus rund 300 der bedeutendsten und schönsten Exemplare. Angefangen mit Fliesen aus dem 12. Jahrhundert, die zu den frühesten der europäischen Fliesenkeramik überhaupt gehören, werden Beispiele aus insgesamt acht Jahrhunderten präsentiert. Ein Augenmerk liegt auf dem Mittelalter und der Renaissance. Auch die seit dem 17. Jahrhundert in „holländischer Manier“ gefertigten blau-weißen Fliesen werden zahlreich vorgestellt. Mit Beispielen des Jugendstils klingt die Ausstellung, zu der ein Katalog erscheint, zeitlich aus.

Fliesenkunst mit Fabelwesen-Motiv

12.11.2005 - 08.01.2006

Festtagsgrüße im Wandel der Zeit

"Frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr."

Jedes Jahr werden in aller Welt Hunderte Millionen Weihnachts- und Neujahrsgrußkarten verschickt.

Die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Museum für Kommunikation in Berlin zeigt einen spannenden Überblick über diese Tradition, die weit über hundert Jahre zurückreicht. Schon vor 1900 erlebte die farbige Bildpostkarte ihre erste Blütezeit: Engel und Weihnachtsmann zierten die Weihnachtsgrüße, Schweinchen und Glücksklee die Neujahrswünsche.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Karten mit vielfältigsten Motiven – von der Jugendstilfigur bis zur modernen Stadtansicht –, mit denen sich Postämter in aller Welt bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein gegenseitig Neujahrswünsche schickten.

Postkarte "Fröhliche Weihnachten": Junge mit Tannenbaum und Weihnachtsleckereien im Schnee

20.08.2005 - 30.10.2005

Rolf Schmieding

Der Dortmunder Rolf Schmieding begann nach seinem Kriegsdienst als Assistent seines berühmten Vaters Fritz Schmieding zu fotografieren.

Damals hauptsächlich der Architektur- und Industriefotografie verpflichtet musste er in den siebziger Jahren seine Tätigkeit für lange Zeit unterbrechen. Erst im Alter und mit eingeschränktem Bewegungsradius begann er von Neuem und schuf faszinierende Blumenaufnahmen. Mit großer Geduld und künstlerischem Blick sieht er Pflanzen als zaubervolle Wesen.

Pinke Blüten
Bild: Rolf Schmieding

26.06.2005 - 08.06.2008

Die Kleine Nationalgalerie

Eine Dependance der Alten Nationalgalerie Berlin in Dortmund

Italienische Ansichten, Szenen aus dem Orient, wüste Weiten um das Tote Meer, Burgen, Schlösser und Prinzessinnen, Schiffbruch und Jagdszenen, ein trunkener Faun und ein übermütiges nacktes Weib, ehrwürdige Kaiser und respektable Matronen treffen zum letzten Mal auf die Königin der Nacht. Die Kleine Nationalgalerie, die Dependance der alten Nationalgalerie Berlin verlässt Dortmund und bietet nur noch wenige Wochen die einmalige Gelegenheit zur Betrachtung der gesamten Bildgeschichte des 19. Jahrhunderts. Literatur, Politik, Sozialgeschichte und das Gesellschaftsleben der Zeit werden hier lebendig veranschaulicht. Bilder, die einhundert Jahre nicht zu sehen waren, können noch einmal ihren Zauber entfalten, bevor sie wieder im Depot verschwinden.

Zur Feier des Abschieds und im Rahmen der Ausstellung "Kirchengold & Tafelsilber" wird in den Räumen der Kleinen Nationalgalerie eine feierliche Tafel aus dem Familienbesitz der Freiherren von Fürstenberg-Herdringen gedeckt. Das Tafelsilber, Porzellan und die Tischwäsche entspricht dem Schmuck zu Ehren des Besuchs von König Wilhelm IV. von Preußen im Jahr 1844.

Königin der Nacht

04.06.2005 - 07.08.2005

SpitzenStücke

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte einen Einblick in die Entwicklung des Genres in Europa.

Rund 80 zeitgenössische und moderne Spitzen von mehr als 20 Künstlerinnen und Künstlern aus Tschechien und der Slowakei, Deutschland, Italien, der Schweiz, Belgien und den Niederlanden werden im Studio des Hauses präsentiert. Ihre Kreationen für die Mode beweisen, wie in einer alten textilen Technik – dem Klöppeln – heute exklusive Schmuckstücke mit einer außergewöhnlichen Ästhetik entstehen, die ohne Weiteres mit Preziosen aus Gold, Silber und Edelsteinen konkurrieren können.

Nach dem Ersten Weltkrieg entstand in der damaligen Tschechoslowakei, aufbauend auf der Struktur des k. u. k. Zentralspitzenkurses in Wien, eine moderne Spitzenproduktion. Sie verschaffte dem Luxusgut Spitze einen neuen Auftritt. So errangen Kreationen von Emilie Palicková 1925 auf der Pariser Weltausstellung Goldmedaillen. Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte besitzt mehrere Arbeiten der Künstlerin. In der Ausstellung wird ein Kragen aus ungefärbtem Leinengarn gezeigt, der heute immer noch viele Textilkünstlerinnen inspiriert.

Palicková bildete an der Prager Kunstakademie zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus, die in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg die handgearbeitete Spitze endgültig in der Gegenwart ankommen ließen: Auf der Expo in Montreal 1967 machten Kleider, Krägen, Hüte, Schuhe, ganze Mode-Kollektionen aus Spitze Furore. Besonderes Aufsehen erregte ein Kleid der Künstlerin Eva Fialová, das aus Silbergarn geklöppelt mit unzähligen böhmischen Granaten durchwirkt war. Es ist in einer von der Künstlerin entwickelten Variante in der Dortmunder Ausstellung vertreten; ebenso zu sehen ist ihre Textilspirale, die als schmückendes Accessoire um Hals oder Körper geschlungen werden konnte. Die Arbeiten aus der Prager Schule strahlten auf die alten Spitzen-Zentren in Europa – Belgien und die Niederlande – zurück. Internationale Kunstereignisse wie die Biennalen in Lausanne oder Brüssel taten das ihrige, um das Augenmerk der europäischen Textilkünstlerinnen wieder auf die Klöppeltechnik zu richten.

Wie zuvor Emilie Palicková bildete auch Eva Fialová aus, so dass Prag lange als eines der wichtigsten Zentren für die künstlerische, zeitgenössische Spitze mit einer äußerst lebendigen und vielfältigen Szene galt. In die moderne Textilkunst haben inzwischen neue und ungewöhnliche Materialien Einzug gehalten. Beispielhaft seien ein Kragen aus geklöppeltem Edelstahldraht der deutschen Künstlerin Ines Schwotzer genannt sowie Kreationen aus in Streifen geschnittenen Plastiktüten der slowakischen Künstlerin Silvia Fedorova. Auch Kabelbinder, Nylonfäden und Paketschnüre finden bei der jungen Generation Verwendung, wie in der Ausstellung zu sehen sein wird.

Ein Großteil der Exponate der Schau entstammt dem Eigenbestand des Museums für Kunst und Kulturgeschichte, das damit wohl als einzige deutsche öffentliche Einrichtung auf diesem Sektor sammelt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Ein mehrtägiger Workshop unter der Leitung einer Berliner Designerin ist geplant.

Spitzenstück

14.11.2004 - 02.01.2005

Morgen, Kinder, wird's was geben...

Die in Zusammenarbeit mit dem Museum der Stadt Lünen entstandene Ausstellung zeigt die Welt des Spielzeugs und der Bescherung zu Weihnachten seit dem 19. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.

Die Verbreitung von Spielzeugläden seit den 1870er Jahren und die Warenkataloge der großen Versandhäuser ermöglichten die Erfüllung vielfältiger Wünsche. Gleichwohl blieb der Kauf prachtvollen Spielzeugs nur wohlhabenden Familien vorbehalten. Zu sehen sind Puppen, Puppenstuben, Kaufmannsläden, Ritterburgen, Eisenbahnen, Spiele, Baukästen, Dampfmaschinen und vieles mehr. Die Geschenke an die Kinder prägten als Rollenspielzeug auch den Weg der Mädchen zur zukünftigen Hausfrau und Mutter, den der Knaben zum Kaufmann, Ingenieur und Soldaten.

Motiv einer Hütchenspielpackung. "Hüpf mein Hütchen"

19.09.2004 - 02.01.2005

Naive

Arbeiten, die zwischen großartigen Visionen und naiver Hingabe ans Detail schwanken

Nachdem die moderne Kunst der westlichen Welt zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Vorbildcharakter der afrikanischen Plastik und anderer „primitiver“ Kunst entdeckt hatte, geriet auch die „Naive“ in ihr Blickfeld: Werke von Menschen, die erst spät, durch Zufall und unbeeinflusst von Schulen oder Traditionen ihre sanften und heftigen, kindhaft-naiven Landschaften der Seele und des Gefühls darstellen.

Die Überblicksausstellung mit Arbeiten, die zwischen großartigen Visionen und naiver Hingabe ans Detail schwanken, entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Vestischen Museum, der Kunsthalle Recklinghausen, dem Museum am Ostwall in Dortmund, dem Museum in Neuss und wichtigen privaten Leihgebern aus der Region.

Naive Malerei: Flötenspieler mit Tierherde in der Natur

11.09.2004 - 24.10.2004

Unterwelt, Oberwelt und Überwelt

In Zusammenarbeit mit dem Ernst Barlach Haus, Hamburg - Stiftung Hermann F. Reemtsma

Der Künstler Ernst Barlach hat auch literarische Stücke geschrieben und diese illustriert. Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte zeigt hierzu ausgewählte Blätter.

Illustration

27.06.2004 - 05.09.2004

Ernst Ludwig Kirchner

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte und das Museum am Ostwall zeigen in der gemeinsamen Ausstellungshalle der Dortmunder Museen im Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastraße 3, eine Ausstellung mit Werken des Brücke-Künstlers Ernst Ludwig Kirchner (1880 Aschaffenburg – 1938 Davos).

Das Brücke Museum Berlin stellt hierzu 220 Arbeiten auf Papier zur Verfügung, Aquarelle und Zeichnungen. Das Kirchner Museum Davos ergänzt die Schau mit Fotografien, die von den originalen Glasplatten aus dem Besitz des Künstlers abgezogen wurden.

Durch die Gegenüberstellung der verschiedenen Stadien künstlerischer Arbeit, der Ideenskizze, einer Fotografie, einer elaborierten Skizze bis zum farbigen Aquarell und dann dem Gemälde kann der Betrachter in dieser Ausstellung den Schaffensgang des spannendsten und vielleicht wichtigsten deutschen Künstlers zu Beginn des 20. Jahrhunderts nachvollziehen.

Zusammengestellt wurden die Zeichnungen und Aquarelle von Frau Prof. Dr. Magdalena M. Moeller von Brücke Museum Berlin. Die Fotografien und die gesamte Ausstellung betreut Frau Dr. Brigitte Buberl vom Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Dortmund. Leihgaben kommen aus dem Kirchner Museum Davos und dem Museum am Ostwall Dortmund.

Ikonographisch lassen sich in dieser Zusammenstellung deutliche Schwerpunkte feststellen. Viele seiner Freundinnen standen Kirchner Modell für Zeichnungen und Fotos, Isabella, Line, Fränzi, Marcella, Dodo, Erna und Gerda Schilling, Nele van der Velde und Nina Hard. Auch Freunde wie Erich Heckel, die Dichter Simon Guttmann und Alfred Döblin tauchen in Porträts auf. Sein gesamtes Werk durchziehen diese Beobachtungen der Freunde mit Bleistift und Kamera. Ob als Badende auf Fehmarn oder im Gebirgsbach, als Besucher seiner verschiedenen Ateliers in Berlin, Dresden und in Davos, Kirchner hält sie fest.

Ein zweites großes Konvolut gilt dem Straßenleben in den Großstädten Berlin und Dresden, eingefangen in der Zeit, als er seine Ateliers in diesen beiden Städten führte.

Zeichnungen sind von Anbeginn seiner Laufbahn als Maler seine ihm eigene Schrift, seine „Hieroglyphen“ wie er sie nennt, um die Gegenstände und Personen in die eigene Kunst (-Sprache) zu übersetzen. Dementsprechend flüchtig, fein, kratzig mit dünnen Bleistiftlinien oder ausgeführter, mit Feder verstärkt und mit Farbe akzentuiert sind die Zeichnungen Kirchners sein intimstes und direktestes Bekenntnis zur Suche nach einer neuen Formensprache. Dazu schreibt er selbst unter dem Pseudonym Louis de Marsalles, im Aufsatz „Zeichnungen von L.E. Kirchner“, erschienen 1920 in der Zeitschrift Genius: „... Kirchner zeichnet, wie andere Menschen schreiben. Die jahrelange Gewohnheit, alles, was er sieht und erlebt, zeichnerisch niederzulegen, hat ihn fähig gemacht, ohne Schwierigkeiten alles, was vor seinem physischen oder seinem geistigen Auge erscheint, in Linien und Formen wiederzugeben. Er benutzt dazu die ganze Fläche des betreffenden Blattes. Nicht nur die Linien und die von ihnen gebildeten Formen, sondern auch die unbezeichnet bleibenden Teile des Blattes formen das Bild. Alle diese Gebilde sind an sich keine Darstellungen bestimmter Gegenstände, sie erhalten erst durch ihre Stellung, ihre Größe und ihr Verhältnis gegenüber den anderen in der Blattfläche ihre ganz bestimmte Bedeutung ... “ Kirchner benutzt diesen erfundenen Kritiker häufig, um selbst seine Ausstellungen sehr positiv besprechen zu können.

Als Kirchner seine durch den I. Weltkrieg stark angeschlagene Gesundheit, tablettensüchtig und alkoholabhängig, in den Schweizer Bergen zu kurieren versucht, kommt er nach Davos. Dort lässt er sich nieder und schafft eine große Zahl hervorragender Werke: großartige Alpenlandschaften, Bauern, aber auch immer noch Tänzerinnen und Artistinnen.

Er benutzt die Kamera zu einer akribischen Archivierung seiner Arbeit und weiter, um eine Art Gästebuch zu führen. Vor dem geteilten Glasfenster seines Hauses auf dem Wildboden entsteht eine Porträtgalerie. Neben den weltstädtischen Besuchern dokumentiert er die Nachbarn und einheimischen Freunde. Aus diesen Vorlagen werden im Atelier Aquarelle oder Gemälde und Skulpturen.

Der Teil seiner Fotografie, die nicht an die Funktion der Archivierung oder Veröffentlichung gebunden ist, vermittelt wie seine Bleistiftzeichnungen einen Eindruck der Jahre 1909/10 bis 1937. Sie zeigen ein ungewöhnliches, biographisches Bild des Künstlers, der sein Aussehen immer wieder mittels Bleistift und Kamera überprüft. Eindrückliche Selbstbildnisse entstehen so, zuweilen wahrscheinlich mit Hilfe seiner Lebensgefährtin Erna Schilling. So zeigt ihn ein Foto als elegante Erscheinung in seiner Alphütte mit tanzenden Bauern. Diese Aufnahme benutzt er häufig, um in Zeichnungen und im Gemälde sein Ich zu reproduzieren.

Nach der Verfemung und der Aufnahme seines Werkes in die Liste der „entarteten Künstler“ setzt Ernst Ludwig Kirchner 1938 in Davos seinem Leben selbst ein Ende. Seine Selbstbildnisse werden damit zum Beleg einer Krankengeschichte und zur Dokumentation eines selbstbewussten, führenden Künstlers seiner Zeit, der mit den veränderten politischen und künstlerischen Bedingungen nicht mehr konfrontiert sein wollte.

Aquarell zweier Frauen

27.06.2004 - 05.09.2004

Begleitpräsentation im Studio: Ernst Ludwig Kirchner

Zeichnungen, Aquarelle und Fotografien

Gemälde: Stafelalp bei Mondschein

31.01.2004 - 31.05.2004

Zeitmarken/ Landmarken

Seit mehr als zwanzig Jahren fotografiert Axel Thünker Bodendenkmäler in Nordrhein-Westfalen

Verstreut in den Kulturlandschaften Nordrhein-Westfalens liegen Tausende paläontologischer und archäologischer Bodendenkmäler - Fundstätten der Erdgeschichte, vorgeschichtliche Steingräber und Befestigungen, römische Steinbrüche und Tempelbezirke, mittelalterliche Burg-, Kirchen- und Klosterruinen, frühneuzeitliche Werkplätze, Industrieanlagen und künstliche Wasserstraßen.

Axel Thünker zeigt diese "Zeugen der Vergangenheit" in ihrer landschaftlichen Einbindung und dem ihnen eigenen Reiz. Sie sind für ihn prägende Landmarken der historischen Kulturlandschaft. Sein unkonventioneller Blick, seine Liebe zum Detail, das faszinierende Spiel mit Farbe, Licht und Schatten verleihen den Fotografien eine eigene Ästhetik und Intensität - bislang einzigartig in der Dokumentation archäologischer Denkmäler in ihrer Landschaft.

Gemeinsam mit dem Archäologen und Bodendenkmalpfleger Heinz Günter Horn war er über ein Jahrzehnt lang auf Spurensuche in Nordrhein-Westfalen, um lange bekannte, aber verborgene Bodendenkmäler in ihrer Landschaft für diese Ausstellung zu entdecken und zu zeigen. In dem die Ausstellung begleitenden Fotoband werden die Denkmäler auch textlich vorgestellt.

Die Farbfotografien dieser Ausstellung sind das Ergebnis von vier Kalendern, die das nordrhein-westfälische Ministerium für Stadtentwicklung und Verkehr seit 1991 herausgegeben hat. Während der Entstehung der Farbaufnahmen fotografierte Axel Thünker, immer wieder aufgrund seiner großen Vorliebe für die Schwarzweißfotografie - wenn die Voraussetzungen es zuließen - die Bodendenkmäler auch in schwarzweiß. Alle Aufnahmen wurden in der Begleitpublikation zur Ausstellung "Zeitmarken/Landmarken" veröffentlicht. Die jetzige Präsentation zeigt neben den 43 Farbfotografien erstmals auch 106 ausgewählte Schwarzweißaufnahmen. Sie wurden eigens für diese Ausstellung von Axel Thünker angefertigt, während die kleinformatigen Aufnahmen als Druckvorlagen für die Begleitpublikation dienten.

Ruine am Wasser
Bild: Axel Thünker

31.01.2004 - 02.05.2004

"Varusschlacht - Eine Legende wird ausgegraben"

Im Jahr 9 n. Chr. erlitten die römischen Okkupationstruppen unter Varus eine vernichtende Niederlage gegen die Germanen.

Über 500 Jahre lang wurde versucht, den Ort dieser "Schlacht am Teutoburger Wald" zu lokalisieren. Erst 1989 ergaben die Ausgrabungen am Nordrand des Wiehengebirges zwischen dem Kalkrieser Berg und dem Großen Moor die archäologischen Beweise für eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen Römern und Germanen in spätaugustäischer Zeit. Zuvor hatte ein britischer Hobbyarchäologe außer einem Münzschatz drei römische Schleuderbleie präsentiert.

Die Erforschung dieses Schlachtfeldes, die bisherigen Ausgrabungsergebnisse und Funde sind Gegenstand dieser Ausstellung, deren Träger die gemeinnützige Gesellschaft mbH " Varusschlacht im Osnabrücker Land - Museum und Park Kalkriese " ist.

Auf 30 Schautafeln werden die Themen - die jahrhundertealte Geschichte der Suche nach dem Ort der Schlacht, die besondere geologische Situation des Schlachtortes, die antiken Überlieferungen zur Schlacht, die Beteiligten Varus und Arminius, die Waffen und Ausrüstung der Soldaten sowie die Ergebnisse von Prospektion und Grabungen - veranschaulicht.

Fast 100 archäologische Fundstücke als Originale oder in Nachbildung - Münzen, Waffen und Gerätschaften, aber auch Gebrauchsgegenstände des militärischen Alltags - werden in 10 Vitrinen präsentiert. Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören neben der berühmten eisernen Maske eines Gesichtshelms auch die vielen vergoldeten und versilberten Ausrüstungsteile, die vollständig erhaltene Brustplatte eines Schienenpanzers, die silbernen Schwertscheidenbeschläge und die großen Münzschätze.

Die Ausstellung ist das Ergebnis geglückten Wissenschaftssponsorings. Die ERDGAS-VERKAUFS-GESELLSCHAFT MÜNSTER, die seit 1997 die Ausgrabungen in Kalkriese fördert, gab die Anregung für diese Ausstellung, die vor Dortmund bereits in 12 anderen Städten zu sehen war. Zur Ausstellung wird eine kleine Publikation angeboten.

Maske

Museum für Kunst und Kulturgeschichte