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Außenansicht Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Ausstellungshalle

Weltgeist. René Schoemakers

Hinweis

Aus aktuellem Anlass wird weiterhin empfohlen, beim angegebenen Veranstalter nähere Informationen über die Durchführung von Veranstaltungen einzuholen.

René Schoemakers, Der böhse Paul, Acryl auf Leinwand 180 x 120 cm, 2019/20

René Schoemakers, Der böhse Paul, Acryl auf Leinwand 180 x 120 cm, 2019/20
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): © René Schoemakers

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund MKK zeigt von diesem Sommer an in seiner Ausstellung Weltgeist Arbeiten des aus Kleve stammenden und heute in Kiel lebenden Malers René Schoemakers. Die Ausstellung wird in der etwa 1.000 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche zu sehen sein und wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entwickelt. Schoemakers arbeitet aktuell noch an einigen der mehr als hundert für Dortmund vorgesehenen Werke.

Schoemakers hat seit vielen Jahren einen herausragenden thematischen Schwerpunkt: Er widmet sich der Wirkung von Ideologien und beschäftigt sich mit deren jahrhundertlangen Traditionen. Bei der Betrachtung seines Gesamtwerks zeigt sich, wie stark Schoemakers sich immer schon gegen die Vereinnahmung des Individuums in jeglichem Zusammenhang gezeigt hat und wie in den letzten Jahren die Auseinandersetzung mit Extremismen jeglicher Art weiter in den Vordergrund gerückt ist – als Reflex auf die gesellschaftliche Entwicklung.

Auch die Dortmunder Ausstellung ist eine Reaktion auf aktuelle politische und gesellschaftliche Tendenzen. Hierbei werden vor allem Arbeiten aus den Serien „Dystopia“ (2015), „The Unencumberd Self (2017) und der neuesten Serie „deinos|mashup“ (2019/2020) im Mittelpunkt stehen. Ergänzt werden sie durch Werke aus älteren Serien zurück bis ins Jahr 1997. Seine motivischen Referenzen beziehen sich schon in den älteren Arbeiten auf die christliche Tradition, auf den Islamismus, Linksautonome und rechten Terror seit den 1980er Jahren – dieser letzte Aspekt verstärkt sich noch einmal in den neueren Werken und in der Verdichtung der Dortmunder Ausstellung, nicht zuletzt deshalb, weil die rechte Szene in dieser Stadt besonders aktiv ist und einer der Mordanschläge des NSU in Dortmund verübt wurde.

Schoemakers geht die Motivsetzung formal durch einen bestechenden malerischen Naturalismus an: Die dargestellten Personen und Dinge sind von perfekter, fast altmeisterlicher Oberflächengenauigkeit. Diese visuelle Eindeutigkeit wird schroff durch zunächst schwer einzuordnende Kontexte konterkariert. Die Anspielungen auf Terroristen oder geistige Brandstifter bleiben dabei oftmals vage und personifizieren sich durch bekannte Protagonisten, die aus Sicht des Künstlers mehr gemein haben, als allgemein wahrgenommen wird (zum Beispiel Martin Luther, Karl-Heinz Hoffmann und Anders Breivik).

Die Kunst Schoemakers ist im tiefsten Sinn humanistisch und aufklärend: In seinen Gemälden entlarvt er die Verlogenheit von Ideologien und erkennt in ihnen eine lebensabschnürende Weltentfremdung und Lebensbekämpfung. Höchster Wert von Ideologien ist aus seiner Sicht nicht das humane Leben, sondern die Idee, ihr Mittel ist nicht Klarheit, sondern die Verunklärung um der Ziele einer lebensfernen Idee willen.

Katalog-Cover: René Schoemakers, Anders (Mummenschanz), Acryl auf Leinwand 160 x 120 cm, 2019

Katalog-Cover: René Schoemakers, Anders (Mummenschanz), Acryl auf Leinwand 160 x 120 cm, 2019
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): ©Foto René Schoemakers

Zur Ausstellung ist ein zweisprachiger Katalog (dt./engl.) im Kerber Verlag erschienen.

Der Katalog verschränkt die Motive der Werke und Serien.

Die von der Sparkasse Dortmund finanziell unterstützte Publikation umfasst Essays des Kunsthistorikers Christian Walda und der beiden Schriftsteller Christoph Peters und Arne Rautenberg.

Hardcover, 112 Seiten,
35,00 Euro | ISBN 978-3-7356-0681-5

Veranstaltungsinformation

Ausstellungshalle: Weltgeist. René Schoemakers

Nächster Termin:
Donnerstag, 19. August 2021
(19.08.2021 - 09.01.2022)
11:00 - 20:00 Uhr

Museum für Kunst und Kulturgeschichte
44137 Dortmund

Veranstalter

Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Museum für Kunst und Kulturgeschichte