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Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Bild: Jesús González Rebordinos

Henkelmann zum Drehspieß

Ausstellung zum "Essen außer Haus" in drei Museen

Nachricht vom 03.04.2017

"Vom Henkelmann zum Drehspieß" ist der Titel des Ausstellungsprojekts an drei Orten. Das MKK, das Brauerei-Museum und das Hoesch-Museum stellen die Frage nach dem außerhäusigen Essen aus unterschiedlichen Perspektiven und zeigen die Entwicklung in den vergangenen 150 Jahren.

Hoesch-Werksschänke, 1960er Jahre

Essen in Zeiten der "Hoeschianer" ist Teil der Ausstellung im Museum
Bild: © ThyssenKrupp Konzernarchiv/Hoesch-Archiv

Den Anfang macht ab 2. April das Hoesch-Museum, das in seiner Ausstellung die Verpflegung der "Hoeschianer" in den Blick nimmt.

Das 19. Jahrhundert führte zu einem grundlegenden Wandel der Arbeitsstrukturen und der Alltagsorganisation im Ruhrgebiet. Veränderte Familienstrukturen, ein getakteter Tagesablauf und erhöhte Mobilität waren die Folge. Aber auch der Fortschritt in der Lebensmittelindustrie, verbesserte hygienische Bedingungen und der Zuzug von Migrantinnen und Migranten führten zu neuen Formen der Ernährung – gerade außerhalb des Hauses.

Werksangehörige, Kinder, Gäste, Ehemalige – sie alle wurden bei der Firma Hoesch über verschiedene Formen der Gemeinschaftsverpflegung verköstigt. Eine besondere Rolle spielte im heißen Stahlwerk zudem die Getränkeversorgung der Arbeiter. Aber auch ein legendärer Weinkeller gehörte lange zu Hoesch. Vom mitgebrachten Essen im Henkelmann seit den 1870er Jahren über die ersten Speisehallen bis hin zu den modernen Kantinen der Gegenwart wird diese Entwicklung im Hoesch-Museum dargestellt.

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Freuen sich auf das gemeinse Ausstellungsprojekt: v.l. Michael Dückershoff (Leiter des Hoesch-Museums), Dr. Jens Stöcker (Direktor des MKK), Dr. Heinrich Tappe (Leiter des Brauerei-Museums) und Isolde Parussel, Leiterin des Deutschen Kochbuchmuseums.

Das gemeinsame Essen im Haushalt ist schon längst nicht mehr selbstverständlich, eher die Ausnahmesituation. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung zum Außer-Haus-Essen in den letzten 150 Jahren im Ruhrgebiet anhand von Beispielen der Großstadt Dortmund. Wer kocht? Wo wird gegessen? Welche neuen Gerichte gibt es? Diese Fragen stehen im Zentrum an den drei Ausstellungsorten.

Ausblick

Die Ausstellung im MKK ist eine Präsentation des Deutschen Kochbuchmuseums und fasst die grundlegenden Veränderungen und Trends der Zeit nach 1900 und nach 1945 zusammen. Im Brauereimuseum dreht sich alles ums kühle Nass. Restaurants im heutigen Sinne entstanden im ausgehenden 19. Jahrhundert. Zunächst waren sie gut betuchten bürgerlichen Kreisen vorbehalten. Heute bilden Speisegaststätten ein buntes, großteils an internationalen Küchen ausgerichtetes Spektrum unterschiedlicher Restauranttypen für nahezu jeden Geldbeutel.

Zum Thema

Die Ausstellung im Hoesch-Museum eröffnet am Sonntag, 2. April, 11:00 Uhr. Sie ist bis zum 9. Juli zu sehen.