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Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Eröffnung

Kulturbetriebe eröffnen "Schauraum: Comic + Cartoon" - Start mit Ausstellung über Disney-Zeichner Carl Barks

Nachricht vom 19.03.2019

Dortmund bekommt einen Ausstellungsort rund um Comics, Cartoons und Karikaturen. Die Kulturbetriebe eröffnen den 180 Quadratmeter großen "Schauraum: Comic + Cartoon" am Max-von-der-Grün-Platz 7. Los geht es am Sonntag, 7. April, mit der Ausstellung "Ente süß sauer. Carl Barks und die Folgen".

Neuer "schauraum: comic + cartoon" eröffnet mit Ausstellung

Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 7. April 2019. Zur Eröffnung wird Daan Jippes Ausstellungskataloge signieren.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Katrin Pinetzki / Stadt Dortmund

Angedockt ist der Schauraum an das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK), das für die Bespielung mit der Stadt- und Landesbibliothek, dem Kulturbüro und der Bildungsetage Uzwei im Dortmunder U zusammenarbeitet – weitere Kooperationen sind nicht ausgeschlossen.

Die Ausstellung "Ente süss sauer - Carl Barks und die Folgen" wird am Sonntag, 7. April 2019, eröffnet [pdf, 193 kB] . Eine Begrüßung gibt es um 11:00 Uhr im Studio B der Stadt und Landesbibliothek, Max-von-der-Grün-Platz 1-3, durch Stadtdirektor und Kulturdezernent Jörg Stüdemann und Dr. Jens Stöcker, Direktor des Museums für Kunst und Kulturgeschichte. Eine Einführung in die Ausstellung gibt Kurator Dr. Alexander Braun. Der zur Eröffnung angekündigte Starzeichner Daan Jippes ist leider erkrankt und kann am 7. April nicht für seine Dortmunder Fans zeichnen. Der Signiertermin wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Begegnungsraum und Labor für Experimente

"Im Ruhrgebiet sind wir mit dieser Initiative einmalig – das ist ein echter 'Bang' fürs Kulturleben", sagt Kulturdezernent Jörg Stüdemann. "Der Schauraum ist ein Angebot für alle Dortmunderinnen und Dortmunder. Er bietet die Chance, sich kontinuierlich und auf hohem Niveau mit einem allgegenwärtigen Phänomen der Popkultur auseinanderzusetzen. Zugleich schaffen wir einen Begegnungsraum, einen Ort zum Mitmachen und ein Labor für Experimente", beschreibt Kulturdezernent Jörg Stüdemann.

Comics, Cartoons und Karikaturen begegnen uns in den Massenmedien, in Werbung, Kunst und Design, bei der Vermittlung von Lerninhalten oder als ästhetische Folie der Cosplayer-Szene und der Computerspiele. Angesichts dieser Omnipräsenz beschäftigen sich Museen und Bibliotheken bislang vergleichsweise wenig mit dieser populären Kultur – anders als in europäischen Nachbarländern und im angelsächsischen Raum.

Wir schaffen einen Ort zum Mitmachen und ein Labor für Experimente

Kulturdezernent Jörg Stüdemann

"Ich finde es schade, dass der Comic, diese wunderbare Kombination aus Bild und Text, in Deutschland recht schlecht beleumundet ist", sagt Dr. Alexander Braun. Die Gründe hierfür sieht er in der Politik des "3. Reichs", die jegliche Kunst aus Übersee ablehnte. "Die einzige Form aus Text und Bild, die Geltung besaß, waren die Bildergeschichten aus dem 19. Jahrhundert, man erinnere sich etwa an die teils chauvinistischen Geschichten von Wilhelm Busch." In anderen europäischen Ländern gebe es eine positivere Tradition, in Belgien etwa schuf Hergé in den 1920er Jahren Tim und Struppi, Länder wie Frankreich, England oder Spanien zogen nach. Eine Tradition, die bis heute lebendig ist und sich auch monetär niederschlägt: So zahlten Sammler in Frankreich oder Belgien "für ein Original von Hergé bis zu 2.5 Millionen Euro", fährt Dr. Braun fort.

Comic-Standort Dortmund

Auch in Dortmund ist die Begeisterung für Comics unübersehbar, ablesbar etwa an zwei Comicshops, dem großen Angebot im Buchhandel und in der Stadt- und Landesbibliothek, deren Comicsammlung aktuell 12.500 Titel umfasst, sowie an regelmäßigen Veranstaltungen und Treffen von Manga-Fans und Cosplayern in Dortmunder Jugendzentren.

Die Messe "GermanComicCon" lockte zuletzt fast 50.000 Menschen in die Westfalenhallen. Das MKK zeigte seit 2.000 mehrere erfolgreiche Comic- und Cartoon-Ausstellungen, zuletzt 2015 "Going West! Der Blick des Comics gen Westen". Zudem verfügt das Institut für Zeitungsforschung über einen Bestand an politischen Karikaturen seit 1848.

"Schauraum: Comic + Cartoon"

Direkt neben der Katharinentreppe öffnet bald der "Schauraum: Comic + Cartoon".
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Nadja Lucas

Seit 2018 erscheint das Dortmunder Szenemagazin "Zasshi" für die deutsche Manga-Community. Die private Hochschule WAM hat zudem einen Schwerpunkt auf Game-Design und Illustration/Comic gelegt.

Initiativen bündeln

Mit dem neuen "Schauraum: Comic + Cartoon" haben sich die Kulturbetriebe Dortmund vorgenommen, die vorhandenen Initiativen in Dortmund zu bündeln und die Themen Comic und Cartoon zunächst über einen Zeitraum von drei Jahren konsequent zu verfolgen – in Ausstellungen ebenso wie mit Partizipationsprojekten (nicht nur) für Kinder und Jugendliche.

"Wir loten weiter aus, welche Formate im 'Schauraum' stattfinden können. Neben einem für Schulklassen soll es einmal im Monat eine After-Work Führung und außerdem eine für Familien geben", sagt Projektleiterin Dr. Nassrin Sadeghi.

Neue Möglichkeiten der Vermittlung

Anspruchsvolle Ausstellungen im Schauraum sollen den Blick des Publikums schulen und ihm die Chance bieten, sich mit der Bildästhetik von Comics als Schlüsselmedium auseinanderzusetzen. So sei auch die gegenwärtige Ausstellung "eine Schule des Sehens", sagt Dr. Alexander Braun: "An den weiteren Künstlern, die es hier zu sehen gibt, wie William Van Hoorn, Romano Scarpa oder Don Rosa lässt sich ablesen, wie unterschiedlich Donald gezeichnet werden kann." Gleichzeitig bekommen die Kulturbetriebe und weitere Partner Gelegenheit, mit Comics neue Vermittlungsmöglichkeiten für ihre didaktische Arbeit auszuprobieren. In der Vermittlung bieten Comics grenzenlose Möglichkeiten, die in Workshops erprobt werden können.

Anbindung an die Dortmunder Kulturmeile

Der neue Ausstellungs- und Mitmachort befindet sich direkt neben der Katharinentreppe gegenüber vom Hauptbahnhof. Eingerichtet wird er im ebenerdig gelegenen ehemaligen Ladenlokal von Dortmund Tourismus. Damit wird der Schauraum zum Teil der "Kulturmeile", die vom Dortmunder U übers Fußballmuseum und die Stadt- und Landesbibliothek bis zu MKK, Domicil und Konzerthaus verläuft. Ansprechpartnerin im Schauraum wird Dr. Nassrin Sadeghi, wissenschaftliche Mitarbeiterin am MKK. Die Finanzierung erfolgt aus dem Etat der Kulturbetriebe.

Museum für Kunst und Kulturgeschichte