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Außenansicht Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Vortrag

Stadtgespräche im Museum

Dr. Alexander Braun
Bad Honnef
Prinz Eisenherz in der Neuen Welt

Prinz Eisenherz ist ein (Comic-) Held ohne Fehl und Tadel. Die 1937 von Hal Foster (1892–1982) erfundene Figur sitzt nicht ohne Grund an der Tafelrunde von König Arthur. Im Jahr 1947 gestattete Hal Foster seinem Helden eine lange Reise nach Amerika: Folgt man der Zeitläufte des Epos, wäre das im Jahr 458 n. Chr. gewesen, also gut 500 Jahre vor der ersten verbürgten Reise von Leif Eriksson in die Neue Welt. Prinz Eisenherz muss mit seinen Wikingern einen ganzen langen Winter dort ausharren, weil seine Frau Aleta hochschwanger ist und eine Rückreise nach England zu gefährlich wäre. So hat Hal Foster ausgiebig Gelegenheit, die Lebensgewohnheiten der nordamerikanischen Ureinwohner darzustellen und seinem Ritter ganz neue Facetten abzugewinnen: Der Prinz aus Thule lässt nämlich sein Schwert stecken und übt sich in respektvollem Kulturaustausch – eine absolute Novität in der amerikanischen Populärkultur der Nachkriegsjahre.

Dr. Alexander Braun ist bildender Künstler, promovierter Kunsthistoriker und Kurator. Er gilt als einer der besten Kenner der Geschichte des Comics und verantwortete große Ausstellungen zum Thema in der Schirn Kunsthalle Frankfurt (2016) und der Bundeskunsthalle Bonn (2017). Als gebürtiger Dortmunder gastierte er u.a. mit einer Winsor-McCay-Retrospektive im MKK (2013). Für den Taschen Verlag Köln gab er die Gesamtausgabe „The Complete Little Nemo“ (2014) heraus, für die er 2015 in den USA mit einem Eisner Award ausgezeichnet wurde. 2019 folgte eine Gesamtausgabe der Farbseiten von George Herrimans „Krazy Kat“. Zurzeit kuratiert er im Auftrag der Stadt Dortmund den neuen „schauraum: comic + cartoon“.

Helden und Mythen

Eine Ringveranstaltung der Technischen Universität Dortmund und des Museums für Kunst und Kulturgeschichte

Auf Helden treffen wir überall. Sie sind die herausragenden Gestalten in mythischen Erzählungen, in geschichtlichen Darstellungen und in Hollywood-Filmen, zuweilen auch Zeitgenossen, die Besonderes geleistet haben und deshalb als Helden gewürdigt werden. Die Heldin und der Held sind manchmal reale Personen, manche stellen sich als bloße Verkörperungen von erstrebenswerten Charaktereigenschaften heraus, andere wiederum sind etwas dazwischen: Verdichtungen realer historischer Personen zu Idealfiguren.

Welche Eigenschaften sie auch immer haben – es gibt Helden, seit Menschen über Menschen sprechen. Sie haben in den Zeiten je verschiedene Stellen- und Nutzwerte. Während sie seit dem Zweiten Weltkrieg und insbesondere seit den 1968er Jahren häufig kritisch gesehen wurden und sogar in der Form von Antihelden auftraten, feiert der ungebrochene Held in der jüngsten Vergangenheit in politischen und populärkulturellen Kontexten eine überraschende Renaissance.

In der diesjährigen Vortragsreihe kreisen Wissenschaftler/innen und Forscher/innen das Phänomen aus der Sicht ihrer verschiedenen Fachgebiete ein und behandeln Helden in Mythen und Literatur, Geschichte und Alltag, Film und Sport.

Veranstaltungsinformation

Vortrag: Stadtgespräche im Museum

Donnerstag, 11. Juli 2019
18:00 Uhr

Veranstalter

Museum für Kunst und Kulturgeschichte