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Museum für Naturkunde

Neuer Name gesucht

Mammut, Dino & Co - Museum für Naturkunde bereitet sich auf Wiedereröffnung vor

Nachricht vom 13.08.2019

Im Museum für Naturkunde an der Münsterstraße sind die Bauarbeiten abgeschlossen. Nun geht es an die Wiedereinrichtung der Ausstellungsräume. Ein neues Highlight ist ein Mammut-Skelett. Der Iguanodon kommt in großer und kleiner Version zurück. Zum neuen Konzept soll ein neuer Name kommen.

Mammut-Experte Dick Mol und Museumsleiterin Dr. Dr. Elke Möllmann vor dem Skelett

Mammut-Experte Dick Mol und Museumsleiterin Dr. Dr. Elke Möllmann vor dem Skelett
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Die Bauarbeiter sind verschwunden, die Sanierung ist weitestgehend abgeschlossen: Im umgebauten, räumlich erweiterten und sanierten Naturkundemuseum startet nun die Einrichtung einer komplett neuen Ausstellung. Einer der ersten Ankömmlinge ist das Mammut: Mit Unterstützung der Sparkasse Dortmund kann das Museum nach seiner Wiedereröffnung im nächsten Jahr das in Deutschland einzigartige Original-Skelett einer Mammut-Kuh öffentlich ausstellen. Gesucht wird ab sofort außerdem ein neuer Name für das bisherige Museum für Naturkunde der Stadt Dortmund. Bis 6. September können per Mail Vorschläge eingereicht werden.

Ausstellung mit neuem Konzept

Das Team des Naturkundemuseums unter Leitung von Dr. Dr. Elke Möllmann hat nun damit begonnen, das umgebaute und erweiterte Haus wieder einzurichten. Am Dienstag, 13. August, erreichte ein weiterer Transporter voller Exponate aus dem Zwischendepot das Museum an der Münsterstraße. Dr. Dr. Möllmann dazu: "Nach den Bauarbeiten übernehmen wir wieder das Museum. Mein Team und ich freuen uns auf die kommende Zeit, wenn die Räume mit den Exponaten wieder Gestalt annehmen."

Im Museum entsteht eine Dauerausstellung nach völlig neuem Konzept: Von der alten Präsentation bleibt nur das über fünf Meter hohe Modell eines Dinosauriers der Gattung Iguanodon, das die Bauarbeiten in den vergangenen vier Jahren unter einer Schutzfolie miterlebt hat. An einer großen Wand im Eingangsbereich wächst bereits ein vertikaler Garten, gegenüber hängen versteinerte Baumscheiben – sie stehen für die Bereiche Biologie und Geologie.

Bilderstrecke: "Mammut-Aufgabe" geht dem Ende entgegen: Im Naturkundemuseum beginnt die Wiedereinrichtung

Die Bauarbeiter sind verschwunden, die Sanierung ist weitestgehend abgeschlossen: Im umgebauten, räumlich erweiterten und sanierten Naturkundemuseum startet nun die Einrichtung einer komplett neuen Ausstellung.

Einer der ersten Ankömmlinge ist das Mammut 12 Bilder
Das Mammut-Skelett ist ein neues Highlight im Museum. Es besteht aus fast 200 Knochen, die zu fast 200 Tieren gehören.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Deutschlandweit einzigartiges Mammut-Skelett

Anziehungspunkt in der ersten Etage ist jedoch das 2,45 Meter hohe Mammut, das der niederländische Mammut-Experte Dick Mol in den vergangenen Wochen vor Ort aufgebaut hat. Es ist das nahezu vollständige Skelett eines weiblichen Wollhaar-Mammuts – das einzige komplett montierte Skelett einer Mammut-Kuh aus dieser Zeit, das in Deutschland zu sehen ist.

Fast 200 Knochen aus der Nordsee gefischt

Die Abdrücke zahlreicher Seepocken auf den Knochen geben einen Hinweis auf den ungewöhnlichen Fundort: Sie wurden mit Schleppnetzen aus der Nordsee vor der Küste der niederländischen Provinz Zuid-Holland geborgen. Dort ist das Meer heute etwa 20 bis 30 Meter tief. Während der Weichsel-Kaltzeit vor 30.000 bis 40.000 Jahren aber war es trockenes Festland, das der Ur-Rhein als mächtiger Strom durchfloss. Dort lebten in der sogenannten Mammutsteppe auch Wollhaar-Nashörner, Saiga-Antilopen und Wildpferde. Die beinahe 200 verschiedenen Knochen der ausgestellten Mammut-Kuh stammen von ebenso vielen Einzeltieren. Bei der Rekonstruktion des Skelettes wurden Knochen und Zähne passender Größe, Alters und Geschlechts miteinander kombiniert, um so ein Ganzes zu formen.

Dino

Der große Iguanodon verbleibt im Zentrum des Museums.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

"Ich gratuliere der Stadt Dortmund zu diesem großartigen Exemplar", zog Mol ein überaus positives Fazit nach dem Aufbau der Mammut-Kuh. Das Mammut ist ein Geschenk der Sparkasse Dortmund zur Wiedereröffnung des Museums und konnte nur dank einer 150.000-Euro-Spende der Sparkasse angeschafft werden. "Mammuts in Dortmund – das ist wohl für die meisten Bürger*innen unserer Stadt unvorstellbar. Naturkundliches Wissen an Jung und Alt zu vermitteln ist und bleibt wichtig", sagt Dirk Schaufelberger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Dortmund. "Deshalb unterstützen wir dieses herausragende Museum im Dortmunder Norden gerne und sind überzeugt, dass damit die Lebensqualität unserer Stadt wieder ein Stück gesteigert wird."

2,8 Tonnen schwerer versteinerter Baumstamm

Neben der Mammut-Kuh kam an diesem ein weiteres Schwergewicht ins Museum: Ein 2,8 Tonnen schwerer versteinerter Baumstamm fand durch mehrere tatkräftige Helfer und einen Lastenaufzug seinen neuen Platz.

Adolf Miksch, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Naturkundemuseums, freut sich schon auf die Zeit nach der kompletten Einrichtung: "Unser Verein hat den Umbau des Museums fotografisch begleitet. In einer Sonderausstellung werden wir die Bilder präsentieren."

2,8 Tonnen schwerer Baumstamm wird positioniert

Ein 2,8 Tonnen schwerer versteinerter Baumstamm fand durch mehrere tatkräftige Helfer und einen Lastenaufzug seinen neuen Platz.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Neues Konzept, neuer Name

Das Mammut begegnet den Besucher*innen in der geowissenschaftlichen Abteilung im Quartär, auf einer Zeitreise durch die Erdzeitalter. Geplant ist die Wiedereröffnung des Museums für Sommer 2020. Das Konzept der neuen Dauerausstellung stellt die Lebensräume im heutigen und vergangenen Dortmund in den Mittelpunkt und erzählt sie als zusammenhängende, ökologisch komplexe Lebensgemeinschaften. "Das ist ein moderner, ganzheitlicher Ansatz im Vergleich zur bisherigen lehrbuchhaften und systematischen Darstellung – und das soll über einen neuen Namen für das Museum transportiert werden", sagt Dr. Dr. Elke Möllmann. Vorschläge können bis zum 6. September 2019 gemailt werden an neuernamemuseum@dortmund.de

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