Dortmund überrascht. Dich.
Dortmunder U

Museum Ostwall

Ausstellungsarchiv Museum Ostwall 2012 - 2014

25.10.2014 - 23.11.2014

Wer bin ich und wer ist das? Portrait und Identität

Schulklassen aller Altersstufen waren von Juni bis Oktober 2014 eingeladen, sich anhand von Werken der Dauerausstellung des Museums Ostwall mit dem Thema Portrait und Identität auseinanderzusetzen.

Die künstlerische Darstellung von Menschen in Malerei, Fotografie, Plastik, Video- und Objektkunst wurde mit Fragen zur eigenen Identität verknüpft. Die Schülerinnen und Schüler lernten Werke vom Expressionismus bis zur zeitgenössischen Kunst aus der Dauerausstellung kennen. Sie gaben den gewonnenen Erfahrungen und Eindrücken eine künstlerische Form. Es wurde zeichnerisch, malerisch und seriell gearbeitet. Die entstandenen ca. 1.100 Portraits der Schülerinnen und Schüler werden in Gegenüberstellung zur Fotoarbeit „Das Geschenk“ von Jochen Gerz im Museumsfoyer ausgestellt.

Zur Ausstellung erscheint eine Projektdokumentation.

Die Projekte und die Ausstellung wurden durch die großzügige Unterstützung von DEW21 ermöglicht.

Treffpunkt: Ebene U2_Kulturelle Bildung

Projektdokumentation [pdf, 946 kB]

20.05.2014 - 19.10.2014

Künstlerpost – Briefe, Karten und Objekte

„Künstlerpost“ – unter diesem Motto präsentiert das Museum Ostwall in seinem Grafik-Kabinett künstlerische Arbeiten, die eines gemeinsam haben: die Kommunikation über den Postweg.

Von der klassischen Künstlerpostkarte, die sich durch eine gestaltete Bildseite auszeichnet, über Mail Art, bei der der Netzwerkgedanke im Zentrum steht, bis hin zu Objekten, die durch den Postversand inspiriert sind, versammelt die Ausstellung Werke aus den Sammlungen Siegfried Cremers, Wolfgang Feelischs und Hermann Brauns (Sammlung Braun/Lieff). Während die Werke aus den beiden erstgenannten seit den 1990er Jahren durch das Museum Ostwall angekauft wurden, befinden sich letztere als Leihgaben im MO.

Fluxus und die ihm verwandten Kunstformen der 1960er und 1970er Jahre folgten der Idee, dass Kunst und Leben kein Gegensatz, sondern im Gegenteil: eine Einheit seien. Begebenheiten des Alltags und alltägliche Materialien wurden mit Hingabe bearbeitet und in Kunst übersetzt. Auch zur Verbreitung ihrer Arbeiten gingen die Künstlerinnen und Künstler zuweilen alltägliche Wege: Zeichnungen, Collagen oder kleine Objekte wurden mit einer Briefmarke versehen und per Post verschickt. Das Museum Ostwall zeigt eine Auswahl dieser teils lustigen, teils poetischen, manchmal aber auch persönlichen Arbeiten, die hier und da einen Einblick in die damalige Vernetzung der Akteurinnen und Akteure bieten.

Besucherinfo [pdf, 3,6 MB]

05.04.2014 - 28.09.2014

Winter/Hörbelt – Körpermaumau

Die Ausstellung "Körpermaumau" mit Werken von Wolfgang Winter und Berthold Hörbelt kreist um die Themen Raum - Körper - Spiel. Das Künstler-Duo verwendet für seine Skulpturen mit Vorliebe alltägliche und industriell gefertigte Materialien.

Diese werden der eigentlichen Nutzung enthoben und zu etwas Neuem transformiert. Neben der ästhetischen Betrachtung räumen Winter/Hörbelt den Ausstellungsbesuchern ganz bewusst auch die Möglichkeit einer körperlichen Erfahrbarkeit der Skulpturen und Installationen ein. Die Kunstwerke bilden einen offenen Handlungsrahmen, innerhalb dessen den Besuchern die Freiheit gegeben wird, zu entscheiden, ob und wie sie sich auf die Objekte einlassen.

Ein "Schwingobjekt" lädt ebenso zur Benutzung ein, wie begehbare "Kabinen", die durch Matratzenfederkerne geformt wurden. Die "Kastenhäuser", die Winter/Hörbelt schon in vielen Teilen der Welt aus Getränkekisten gebaut haben, bieten als begehbare Skulpturen Orte des Verweilens.

So verwandeln Winter/Hörbelt den 500 m² großen Ausstellungsraum im Oberlichtsaal der Ebene 6 in einen Ort zum Entdecken, Erleben und Partizipieren – "Körpermaumau" wird eben auch mit dem Körper gespielt.

Besucherinfo [pdf, 545 kB]

09.05.2014 - 24.08.2014

Preisträger des MO Kunstpreises 2014: Geoffrey Hendricks

"Follow me Dada and Fluxus" ist der Titel des MO Kunstpreises, der von nun an jährlich durch die Freunde des Museums Ostwall an eine Künstlerin oder einen Künstler vergeben wird, der sich um die Kunst des Fluxus und verwandter Spielarten verdient gemacht hat.

Als erster wird mit diesem Preis der New Yorker Künstler Geoffrey Hendricks geehrt, dessen Werk "A ladder for Al to climb into the night" (Hommage à Al Hansen) mit dem Preisgeld für die Sammlung des Museums Ostwall erworben wurde.

Zehn Aquarelle mit nächtlichen Himmelsansichten, an einer Holzleiter befestigt, bilden eine der typischen "Sky"-Arbeiten Hendricks, der sich in seinen Werken und Performances mit dem menschlichen Sein, der Welt und dem Kosmos auseinandersetzt. Weitere Gemälde, Objekte und Dokumentarfotos bieten einen Einblick in die "Himmelsarbeiten" des Künstlers.

27.06.2014 - 29.06.2014

Respect 4 Girls Only

Ein Projekt des Museums Ostwall im Dortmunder U und der Jungen Oper Dortmund im Rahmen von Kulturrucksack NRW
Was möchten Mädchen? Respekt und noch viel mehr? Können Kunstwerke oder Opern Bilder und Wünsche von heutigen Mädchen abbilden und die eigene Identität stärken?

Seit März 2014 entwickelten Mädchen in Workshops des Museums Ostwall und der Jungen Oper Dortmund starke Bilder von sich und Geschichten über ihre Sicht der Welt. Die Workshops wurden von Künstlerinnen und Künstlern aus den verschiedenen Sparten von Oper, Tanz, Musik und Kunst geleitet. Sie unterstützten die Mädchen, verschiedene künstlerische Perspektiven auf das Thema „Wer will ich sein, was will ich werden“ einzunehmen.

Die Workshops wurden geleitet von Brigitta Gillessen und Svenja Mentler von der Jungen Oper, den Sängerinnen Hasti Molavian, Paulina Steinmeyer und Engjellushe Duka, der Choreographin Christiane Küpper, dem Rapper Jens Albert alias Der Wolf und der Künstlerin Silke Schönfeld sowie der Grafikdesignerin Sabine Gorski.

Die Idee für dieses Mädchenprojekt gab im Vorfeld zunächst die Hauptfigur Carmen der gleichnamigen Oper.

Die Mädchen besuchten neben den Workshops sowohl die Jugendoper „Außer Kontrolle: Carmen“ - einer Bearbeitung der Bizet-Oper von Brigitta Gillessen und Michael Hönes als auch das Original. Die Protagonistin in Bizets Oper lebt am Rande der Gesellschaft, und ihr wird das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben abgesprochen. Ihre große Anziehungskraft liegt in ihrer Stärke und Kompromisslosigkeit, doch letztendlich zerbricht sie daran.

Brigitta Gilessen verlegt die klassische Carmen-Geschichte in ein sehr heutiges Set: Carmen ist Geschäftsführerin eines angesagten Clubs, José Polizist und zwei Rapper kommentieren das Geschehen.

Neben diesen Besuchen gaben Kunstwerke aus der Sammlungspräsentation des Museums Ostwall zusätzliche Impulse: z.B. Videoarbeiten und Fotoserien von Freya Hattenberger, Martin Brandt, Adrian Paci führten zu einer Befragung von Themen wie dem Schönheitsideal, der eigenen Identität und Stärke. Muss ich mich schminken, um schön zu sein, und darf ich stark sein ohne dabei männlich zu wirken? Im Dialog mit verschiedenen Medien wie Video und Fotografie führten die Mädchen die für sie wichtigen Themen im künstlerischen Prozess weiter.

Ihre selbstbewussten und humorvollen Umsetzungen in Fotostories, Fotografien oder Musikvideoclips wurden im Museum Ostwall gezeigt.

Ein Projekt gefördert vom Landesprogramm Kulturrucksack NRW und unterstützt vom Kulturbüro Dortmund.

Flyer "Respect 4 Girls Only" [pdf, 2,8 MB]

17.01.2014 - 27.04.2014

Matthias Beckmann: Herr Beckmann zeichnet

MO Schaufenster # 09

Matthias Beckmann zeichnet mit Vorliebe in den Museen dieser Welt, direkt vor dem Objekt und ohne fotografische Hilfsmittel.

Auf Einladung des Museums Ostwall unternahm der in Berlin lebende Künstler im Herbst 2013 eine zeichnerische Reise durch das Dortmunder U und das angrenzende Unionviertel. So wurde das U ganz im Sinne der Leitidee eines Zentrums für Kunst und Kreativität mehrere Tage lang zum Ort der künstlerischen Produktion Matthias Beckmanns. In diesem Zeitraum ist ein Konvolut von knapp 100 Zeichnungen entstanden, welches die Vielfalt der verschiedenen Einrichtungen des U und die moderne Innenarchitektur in ungewöhnlichen Perspektiven und Zusammenstellungen abbildet. Dieser illustrative Rundgang durch das Museum Ostwall und die weiteren Institutionen im U ist nun im MO Schaufenster # 09 zu sehen.

Beckmann wurde 1965 in Arnsberg geboren und absolvierte sein Studium der Bildenden Künste in Düsseldorf und Stuttgart. In den vergangenen Jahren machte er mit seinen Zeichnungen u.a. Station im Centre Georges Pompidou in Paris, in der Berlinischen Galerie und im Graphikmuseum Pablo Picasso in Münster.

17.05.2013 - 08.09.2013

Peter Piller nimmt Schaden

MO Schaufenster #08

Die Bilder der Ausstellung stammen aus dem Bildarchiv der Basler Versicherung, Baloise-Gruppe. Sie wurden aus einer halben Million Fotografien, aufgenommen zwischen 2001 und 2005 von Schadensermittlern vor Ort, ausgewählt.

Peter Piller hatte im Jahr 2007 Zugang zum digitalen Fotoarchiv der Schadensabteilung der Basler Versicherungsgruppe erhalten. Indem der Künstler die Bilder für seine Werkgruppe aussuchte, löst er sie von ihrem ursprünglichen Entstehungszusammenhang als Beweisfotos und führt sie zu einem „Bildatlas“ zusammen. Die Archivierung vorgefundener Bilder ist ein zentrales künstlerisches Mittel Peter Pillers. Das archivierte Material bringt er in Ordnungen und Zusammenhänge, die neue Einsichten über die Gestaltung und den Gebrauch insbesondere von Pressebildern bieten.

Das MO Schaufenster mit der Ausstellung "nimmt Schaden" grenzt an das einmalige "Interaktive Bildarchiv", an dem sich die Besucherinnen und Besucher mit eigenen Bildern und Bildatlanten beteiligen können.

27.11.2011 - 18.08.2013

Der zweite Blick

Sammlung in Bewegung

Die Dauerausstellung des Museums Ostwall (MO) wird unter dem Motto "Sammlung in Bewegung" regelmäßig verändert. Die Gegenüberstellung bekannter Werke mit alten und neuen Arbeiten aus den Depots laden derzeit dazu ein, bei einem "zweiten Blick" Neues zu entdecken.

Ein Bereich der Klassischen Moderne ist dem Motto "Menschenbilder" gewidmet. So suchen im "Großen zoologischen Garten" August Mackes Stadtbewohner nach Harmonie mit dem Tier, während Otto Muellers "Badende im Teich" ganz in der Natur aufgehen; ein schüchterner "Knabenakt" Carl Hofers tritt in Dialog mit der stolzen Darstellung der nackten "Tänzerin Sent M’Ahesa" Bernhard Hoetgers. Die informelle Malerei ist mit Werken von Winfred Gaul, Bernard Schultze, Peter Brüning und Gerhard Hoehme vertreten. Sie werden - als zweiter Strang der deutschen Nachkriegskunst - den abstrakten Werken von Ernst Wilhelm Nay, Fritz Winter und Fritz Wotruba gegenüber gestellt.

Die zeitgenössische Kunst ist unter anderem durch Werke von Anna und Bernhard Blume, Freya Hattenberger und Mark Dion vertreten. Gemälde Phil Sims’ geben einen Einblick in die aktuelle Farbmalerei.

Die Künstlerin Christina Kubisch arbeitet mit speziellen, von ihr entwickelten Induktionskopfhörern. Hierdurch werden im Raum vorhandene, aber mit bloßen Ohren nicht wahrnehmbare elektrische Felder hörbar. Beim "Electrical Walk U", einem Spaziergang durch das Museum Ostwall, können sonst stumme Kunstwerke akustisch erfahren werden – denn manche Kunstwerke senden wie Monitore, Touchscreens und Elektroleitungen Signale. Mit einem Plan leitet Christina Kubisch zu Orten im Innen- und Außenraum. Auf dem Rundgang werden auch die elektromagnetischen Felder des Dortmunder U und seiner Umgebung hörbar.

Die Klanginstallation "Private Cloud" der Künstlerin lässt hingegen an verschiedenen Orten der Welt aufgenommene Datenströme mit Hilfe von Induktionskopfhörern hörbar werden.
Neu ab November 2012 ist die Präsentation zweier amorpher Polyesterskulpturen Thomas Rentmeisters, die in spannendem Kontrast zu geflochtenen Kreaturen Susanne Thiemanns stehen.

Im Zentrum der Dauerausstellung stehen jedoch weiterhin die Werke des Fluxus, jener Kunst-Bewegung, die in den 1960er Jahren Kunst und Alltag zu verbinden suchte. Zusammen mit Multiples aus jener Zeit sowie größeren Werkkomplexen von Wolf Vostell, Dieter Roth und Joseph Beuys bilden sie den inhaltlichen Schwerpunkt des Museums Ostwall im Dortmunder U.

Im Grafik Kabinett:
19. März bis 18. August 2013: Künstler, Verleger, Galerist - Hansjörg Mayer zum 70. Geburtstag

Ab dem 19. März wird im Grafik-Kabinett eine kleine Auswahl von Grafiken an die verlegerische und künstlerische Tätigkeit Hansjörg Mayers in den 1960er und 1970er Jahren erinnern. Mayer gehörte zur Stuttgarter Gruppe, die richtungsweisend für experimentelle Literatur und visuelle und konkrete Poesie wirkte. Anlässlich seines 70. Geburtstags zeigt das Museum Ostwall einige Ausgaben der Zeitschrift "futura", ein von Mayer herausgegebenes Mappenwerk und zwei Einzelarbeiten von Mayer selbst.

Das Interaktive Bildarchiv des Museums Ostwall ist Teil der Sammlungspräsentation. Es sammelt fotografische und digitale Bilder und ist als Projekt gedacht, an dem sich alle Menschen beteiligen können. Das Interaktive Bildarchiv bietet eine Plattform zur Verhandlung über und Teilhabe an einem Bilddiskurs, der über die Bilderwelten der Kunst hinausgeht. Die aktive Teilnahme, Vorträge und die Gesprächsrunden "Bildatlas" lassen den Raum des Interaktiven Bildarchivs zu einem Ort des Denkens in Bildern, des Sprechens über Bilder und des Sammelns von Bildern werden.

Flyer zum Rundgang Electrical Walk [pdf, 703 kB]
Skulpturen von Thomas Rentmeister und Susanne Thiemann [pdf, 96 kB]

20.04.2013 - 04.08.2013

Stadt in Sicht - Werke aus der Sammlung Deutsche Bank. Von Feininger bis Gursky

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit der Sammlung Deutsche Bank und dem Museum Ostwall im Dortmunder U.

Bildende Künstler interessieren sich seit Jahrhunderten für die Stadt und ihre Menschen. In unterschiedlichen Medien, sei es Malerei, Handzeichnung, Druckgrafik, Fotografie oder Film, stellen sie ihre subjektive künstlerische Wahrnehmung von Urbanität dar. Das Museum Ostwall im Dortmunder U präsentiert in der Ausstellung „Stadt in Sicht – Werke aus der Sammlung Deutsche Bank. Von Feininger bis Gursky“ eine Übersicht künstlerischer Sichtweisen zum Thema Stadt von der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart.

Unterschiedliche künstlerische Interessen am Leben in der Stadt, an deren Orten und Wahrzeichen, an Veränderungsprozessen oder den vielfältigen Zeichen führen in der Ausstellung zu überraschenden thematischen Feldern. Mit gestalterischen Interventionen in Bildern wie im städtischen Raum, mit visionären und utopischen Entwürfen bringen die Künstlerinnen und Künstler ihre Vorstellungen zur Stadt der Zukunft ein.

Die Zusammenschau von Perspektiven bietet daher keine Darstellung der Stadt in all ihren Facetten, sondern beabsichtigt ein inspirierendes Panorama vielfältiger künstlerischer Interpretationen. 76 Künstlerinnen und Künstler werden mit Fotografien, Zeichnungen, Collagen und Videoarbeiten auf einer Ausstellungsfläche von 1000 m² im Dortmunder U-Turm zu sehen sein. Darunter: Bernd und Hilla Becher, Christo, Thomas Demand, Otto Dix, Lyonel Feininger, Peter Fischli & David Weiss, Nan Goldin, Andreas Gursky, Candida Höfer, E. L. K irchner, Gerhard Richter, Dieter Roth, Thomas Ruff, Beat Streuli, Thomas Struth, wie auch Wim Wenders.

Der Katalog „Stadt in Sicht – Werke aus der Sammlung Deutsche Bank. Von Feininger bis Gursky“ mit Beiträgen von Katja Knicker und Sven Stienen ist für 9,90 Euro im Museum erhältlich.

Flyer "Stadt in Sicht" [pdf, 163 kB]

30.11.2012 - 05.05.2013

Wa(h)re Kunst.

Der Museumsshop als Wunderkammer

Theoretische Objekte, Fakes und Souvenirs

Innerhalb Bazon Brocks Forschung zur Ästhetik des Alltags, wurde besonders sein Interesse für den Museumsshop als Lehrraum der Kulturgeschichte geweckt.

„Die Museen sollen ja bewahren und sammeln, aber auch historisch und ästhetisch bilden, und so muss auch das Angebot in den Museumsshops diesem Bildungsauftrag leistungsfähig entsprechen.“ (Bazon Brock)

Unter dem Titel Wa(h)re Kunst. Der Museumsshop als Wunderkammer – Theoretische Objekte, Fakes und Souvenirs zeigte das Museum Ostwall im Dortmunder U in der Ausstellung Schaufenster #07 vom 30. November 2012 bis zum 5. Mai 2013 Bazon Brocks umfangreiche Sammlung von Museumsshopartikeln auf 17 Tableaus und in zwei Vitrinen.

Bazon Brock wählte mit „MuseumFluxus und Gegenstrom. Reflux Sodbrennen“ einen ergänzenden Ausstellungstitel, mit dem er an die Wechselausstellung „FLUXUS – Kunst für Alle!“ anknüpft. Brock gehörte Anfang der 1960er Jahre zu den Aktivisten des Fluxus.

Manche der käuflichen Shopartikel offenbaren einen erfindungsreichen Witz, den die Übertragung des Kunstobjekts auf einen profanen Gebrauchsgegenstand mit sich bringt.

Wie der Titel der Ausstellung andeutet, handelt es sich dabei um Souvenirs - Objekte der Erinnerung, die ein jeder kennt, der sich einmal nach dem Museumsbesuch in einem dazugehörigen Shop umgesehen hat. Schirme mit impressionistischen Landschaften aus dem 19. Jahrhundert, Manschettenknöpfe mit aufgedruckten Stadtkarten oder eben auch Paper Dolls, zum Beispiel in Person des Davids von Michelangelo.

Jedoch hat der gut sortierte Museumsshop mehr zu bieten als einfache Repliken von Kunstwerken: Manche Artikel imponieren im Gewand eines berühmten Gemäldes mit ihrer kunsthistorischen oder anthropologischen Perspektive. Durch die Verknüpfung von Motiv und dekorativem oder funktionalem Alltagsgegenstand werden den Käufern auf lapidare Weise komplexe kunsthistorische Bedeutungsebenen näher gebracht.

In der Ausstellung Wa(h)re Kunst, die eine Kulisse für einen nachempfundenen Museumsshop darstellt, erleichtert und verstärkt Bazon Brock diesen symbolischen Gehalt, indem er durch das Zusammenstellen verschiedener Objekte auf einzelnen Tableaus visuelle Querverweise schafft, die dem Betrachter weitere Bedeutungsebenen eröffnen.

Somit deutet die schablonenhafte David-Anziehpuppe mit der Aufforderung „Dress me up“, auf den päpstlichen Appell an Künstler im 16. Jahrhundert hin, unverhüllte Figuren, wie jene in Michelangelos Darstellung des Jüngsten Gerichts in der Sixtinischen Kapelle „anzukleiden“. Brock veranschaulicht uns, dass sich der Typus Michelangelos durchaus auf Barbies Freund Ken übertragen lässt. Beide stellen, wie auch die Komponisten-Büsten Bach, Mozart, Schumann und Strauss, kulturelle Kulturhelden ihrer Zeit dar.

Somit sind Souvenirs nicht nur massenhaft produzierte Zeichen des Kitsches. Sie werden zu „theoretischen Objekten“: Sie dienen nicht ausschließlich als Erinnerungsstück, sondern auch als Aussage über das ästhetische Empfinden der Konsumenten, als Gedächtnisstütze und als Vermittler kulturhistorischen Wissens. So geben die miniaturisierten Modelle von Designerstühlen einen Eindruck von internationaler Designgeschichte von Macintosh bis Gehry.

In Wa(h)re Kunst betrachtet Brock seine erstandenen Nachdrucke, Reproduktionen und Repliken als Lehrmittel, die historische, ästhetische und künstlerische oder kulturelle Themen vermitteln und dadurch anders zu bewerten sind.

09.03.2013 - 07.04.2013

Der fiktive Museumsshop-Kiosk

Produkte und Souvenirs aus den MO Kunstkursen für Kinder und Jugendliche

Bazon Brock präsentiert im MO Schaufenster des Museums Ostwall eine Auswahl der interessantesten und skurrilsten Gegenstände aus den verschiedensten Museumsshops.

Kinder und Jugendliche, die die wöchentlichen Kunstkurse des Museums Ostwall besuchen, haben diese Ausstellung angeschaut und sich inspirieren lassen. Sie haben ihrerseits Kunstprodukte und Souvenirs entworfen und hergestellt, die in einem fiktiven „Museumsshop-Kiosk“ gezeigt werden. Inspiriert für ihre Museumsshop-Produkte wurden die Kinder und Jugendlichen durch Kunstwerke aus der Dauerausstellung des Museums:

So wurden nachgeahmte konstruktivistische Muster, die die Künstlerin Anna Blume in kleinen Zeichnungen auf Frauenkleidung darstellt, umgesetzt in bedruckte T-Shirts. Aus ehemaligen Ankündigungsbannern nähten sie Fluxus-Kissen und Kunst-Krawatten wurden belebt durch expressionistische Motive. Darüber hinaus werden Süßigkeiten für einen kreativen Genuss angeboten.

01.02.2013 - 01.04.2013

Hans Breder – Kollisionsfelder

In Kooperation mit der TU Dortmund

Die Ausstellung gibt einen Rückblick auf die Skulpturen, Videoarbeiten, Fotografien und Gemälde des in Herford (*1935) geborenen und seit Jahrzehnten in den USA lebenden Künstlers Hans Breder.

Hans Breder gründete 1968 das Intermedia and Video Art Program, der University of Iowa in Iowa City. Vor seiner Übersiedlung in die USA Mitte der 1960er Jahre studierte er von 1960 bis 1964 Malerei an der Hochschule für Bildende Künste, Hamburg. 1965 war er Assistent des Bildhauers George Rickey in New York. Seit einigen Jahren befindet sich das seit 1968 in über dreißig Jahren entstandene Intermedia-Archiv Hans Breders im Museum Ostwall und wird gemeinsam mit der TU Dortmund erschlossen und im Museum Ostwall ausgestellt.

Neben seiner lehrenden Tätigkeit widmete sich Hans Breder intensiv auch seiner künstlerischen Arbeit.

Faltplakat zur Ausstellung von Hans Breder [pdf, 1,6 MB]

30.11.2012 - 13.01.2013

Dortmund - Ein Ort für uns!

Familienprojekt mit abschließender Ausstellung des Museums Ostwall im Dortmunder U

Von Juli bis November 2012 lud das Museum Ostwall im Dortmunder U im Projekt „Dortmund – Ein Ort für uns!“ zu zwölf kostenlosen Familienworkshops ein. Diese bewegten sich im Bereich der drei Bezugspunkte: Stadt – Kunst – Familie.

Kinder, Jugendliche, ihre Eltern, Großeltern und andere Verwandte, waren eingeladen, ihre Zeit gemeinsam und im Austausch mit anderen Familien in den Kunstworkshops zu verbringen.

Zwölf Kunstworkshops: Wie können wir Stadt künstlerisch sehen? Im Projekt setzten sich die Familien auf kreative Art und Weise mit Fragen zu Dortmund auseinander: Wie können wir Stadt, z.B. Dortmund, künstlerisch sehen? Wie wird der Stadtraum von den Bewohner/-innen tatsächlich genutzt oder wie würden wir bekannte Orte gerne anders nutzen? Haben die verschiedenen Generationen eine jeweils andere Sichtweise auf die Stadt? Welche Rolle spielen Erinnerungen bei der Wahrnehmung von Orten und Räumen? Und welche Gedanken und Gefühle verknüpfen wir mit ihnen?

Eine Auseinandersetzung mit Werken aus der Dauerausstellung des Museums Ostwall wurde jeweils kombiniert mit einer Begehung des Stadtraums und der eigenen kreativen Gestaltung.

In den Workshops mit Titeln wie „Gullideckel und Kopfsteinpflaster – ein Stadtspaziergang mit Frottage-Bildern“, „Dortmund mit Augen zu! – Geräusche und Klänge der Stadt“, „Die Stadt der Wünsche – Stadtteilexkursionen und Modellbau“ oder „Dortmund bei Nacht – Nachtbilder“ gaben die teilnehmenden Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen ihren Gedanken und Erkenntnissen in vielfältigen künstlerischen Prozessen eine Form. Verschiedenste Medien und Techniken wurden miteinander verbunden: Zeichnung, Malerei, Collage, Modellbau, Digitalfotografie, Audio-Aufnahmen, literarische Annäherungen und Mapping, die künstlerische Kartierung von Stadtteilen.

An den zwölf kostenlosen Workshops mit ihren vielseitigen Themen nahmen 180 Kinder, Jugendliche und Erwachsene teil.

Begleitet wurden die Workshops von Künstler/-innen und Expert/-innen aus der Raumplanung und der Architektur. Der praktisch-kreative Teil der Workshops fand statt in den Kunstwerkstätten auf der 2. Etage, der U2_Kulturelle Bildung im Dortmunder U.

Die Ausstellung

Die vielfältigen Ergebnisse der gestalterischen Prozesse werden vom 30.11.2012 bis zum 13.01.2013 in einer abschließenden Ausstellung auf der Ausstellungsfläche der U2_Kulturelle Bildung präsentiert.

Das Familienprojekt mit Ausstellung wurde ermöglicht durch die großzügige Unterstützung der PSD-Bank Rhein-Ruhr eG im Rahmen des Stadt-FörderPreis 2011.

25.08.2012 - 06.01.2013

Fluxus - Kunst für Alle!

„Kunst ist, was das Leben interessanter macht als Kunst“
(Robert Filliou)

Vor 50 Jahren kamen aus den USA, aus Europa und Asien stammende Künstlerinnen und Künstler zum ersten Mal unter dem Label „Fluxus“ zusammen, um gemeinsam neuartige Aktionsstücke in Form von kurzen, Aufsehen erregenden Performances aufzuführen.

Beeinflusst durch John Cage, in dessen Kompositionen alltägliche Sounds, der Zufall und das Publikum eine wichtige Rolle spielten, entsteht eine genreübergreifende Kunstbewegung, die bisherige Kunstbegriffe radikal infrage stellte. Kunst und Leben einander näherzubringen, ist ein Leitgedanke von Fluxus. „FLUXUS – Kunst für Alle!“ zeigt künstlerische Arbeiten, die sich sowohl kritisch mit dem damaligen Zeitgeschehen beschäftigen als auch auf spielerische Art neue Sichtweisen auf Alltägliches ermöglichen. Dabei wird dem Publikum Gelegenheit gegeben, selbst Akteur zu sein.

Es werden einige prägende Künstlerpersönlichkeiten vertiefend in den Blick genommen: George Brecht, Robert Filliou, Dick Higgins, Allan Kaprow, Milan Knizák, Takako Saito, Alison Knowles und Wolf Vostell. Ihnen gemeinsam ist eine künstlerische Haltung, die konkret im realen Leben ansetzt. Dabei gingen sie verschiedene Wege, sodass ihre Werke einen facettenreichen Überblick der unterschiedlichen Möglichkeiten vermitteln, Kunst in das Alltagsleben der Menschen zu integrieren.

Die Ausstellung umfasst rund 300 Exponate (Wand- und Raumobjekte, Skulpturen, Assemblagen, Grafiken, Multiples, Zeichnungen, Partituren, Textdokumente, Fotografien und Filme) aus den Jahren 1958 bis 2007. Die Ausstellung wird zudem von drei Installationen mitgeprägt: Die raumgreifendste ist ein Environment nach dem Happening „Umgraben“, 1970, von Wolf Vostell. Des Weiteren wurde nach Allan Kaprows Ansatz der „Re-invention“ sein schon 1986 im Museum am Ostwall realisiertes Activity-Environment „Frische Luft“ neu erfunden. Eine umfangreiche Diashow des Intermedia-Künstlers Dick Higgins präsentiert Bilder aus seiner Theater-Performance „Saint Joan at Beaurevoir – a ceremony through the flames“ von 1960.

Die Ausstellung basiert insbesondere auf jüngsten Erwerbungen aus der Sammlung Feelisch, Remscheid, die mit Mitteln der Freunde des Museums Ostwall und der Stadt Dortmund angekauft wurden, sowie Werke aus der umfangreichen Dauerleihgabe der Düsseldorfer Sammlung Braun/ Lieff. Der Sammler und Verleger Wolfgang Feelisch ist dem MO seit Ende der 1960er Jahre bis heute eng verbunden und ermöglichte den Sammlungsschwerpunkt im Bereich Fluxus: durch bedeutende und kontinuierliche Schenkungen, wichtige Dauerleihgaben und temporäre Ausstellungen aus dem Bestand der Sammlung Feelisch.

Mit diesen wichtigen Neuzugängen hat das Museum Ostwall in der deutschen Museumslandschaft seine Bedeutung als Ort der Fluxus-Kunst deutlich gestärkt.

Eine Ausstellung mit freundlicher Unterstützung von DSW21 und den Freunden des Museums Ostwall e.V.

15.09.2012 - 18.11.2012

Über Kunst sprechen …

MO Schaufenster #06

Präsentation und Edition
In der Reihe „Über Kunst sprechen“ präsentiert das Museum Ostwall im Dortmunder U Künstler aus der Sammlung, die über ihre Haltung zur Kunst reden und dadurch tiefe Einblicke in ihre Arbeits- und Denkweise gewähren.

Die Besonderheit der Künstlerporträts liegt in der Unmittelbarkeit ihrer Produktionsweise und der hohen Anschaulichkeit. Zugleich bietet die Reihe kunsthistorisch wichtige Primärquellen.

Die Künstlerporträts wurden von Ralph Goertz und dem Institut für Kunstdokumentation und Szenografie (ISK) in Zusammenarbeit mit Kurt Wettengl, Direktor des MO, produziert.

Es werden folgende Interviews gezeigt:
Freya Hattenberger, Hans Breder, Otto Piene, Tobias Zielony, Wolfgang Feelisch, Jochen Gerz, Thomas Rentmeister, Mark Dion, Alison Knowles, Philip Corner.

Die beiden ersten DVDs der neuen Reihe „Über Kunst sprechen“ sind bereits erschienen (EDITION MUSEUM OSTWALL, Volume_1, Wolfgang Feelisch, Jochen Gerz, Thomas Rentmeister und EDITION MUSEUM OSTWALL, Volume_2, Freya Hattenberger, Hans Breder, Otto Piene).

Weitere Editionen, insbesondere zum Fluxus-Schwerpunkt der Sammlung, sind derzeit in Arbeit.

Die DVDs lassen sich auch im schulischen Unterricht, zur Vor- und Nachbereitung eines Ausstellungsbesuchs einsetzen, sind selbstverständlich aber auch für die private Nutzung gedacht.

Die DVDs sind an der Kasse des Dortmunder U zum Preis von 12,90 Euro erhältlich.

06.05.2012 - 09.09.2012

Roseline Rannoch: Beat Me

Schaufenster #05

Ausstellung für die Förderpreisträgerin für Bildende Kunst der Kulturstiftung Dortmund

Roseline Rannoch (*1974, Neuss) erhält im Jahr 2012 den Förderpreis der Kulturstiftung Dortmund und anlässlich dessen eine Ausstellung im Museum Ostwall.

Roseline Rannoch arbeitet in den Medien Installation, Skulptur und Text. Die Künstlerin selbst beschreibt ihre Arbeitsweise so: "Von einem konzeptuellen Anfangspunkt ausgehend entwickle ich häufig prozesshafte kompositorisch und formal abstrakte Arbeiten, wobei ich großen Wert auf so etwas wie eine Logik des Materials lege".

Die in Berlin lebende Künstlerin studierte von 1998-2003 Medienkunst und Kunstwissenschaft/Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. In den Jahren 2009/10 gehörte sie im Rahmen von Transfer France – NRW zu den Stipendiaten des NRW Kultursekretariats.

06.05.2012 - 29.07.2012

Heinz Mack - Zwischen den Zeiten

Ausstellung für den Preisträger für Bildende Kunst der Kulturstiftung Dortmund

U6 – Oberlichtsaal der Wechselausstellungsfläche im Dortmunder U

Heinz Mack (*1931, Lollar) gehört seit vielen Jahrzehnten zu den international bekannten Künstlern. Im Jahr 2012 ehrt die Kulturstiftung Dortmund Heinz Mack mit ihrem Kulturpreis, der abwechselnd an herausragende Künstlerinnen und Künstler der Musik oder der Bildenden Kunst vergeben wird. Die Ausstellung präsentiert insbesondere unbekannte und selten gezeigte Arbeiten. Licht und Dynamik gehören zu den zentralen Momenten im Schaffen des Künstlers und finden sich deshalb in den unterschiedlichsten Medien: in Skulptur, Malerei, Keramik und Fotografie. Die Räume der Ausstellung sind thematisch gegliedert, und zeigen auch Werke und Objekte, die z. B. in der außergewöhnlichen Sahara-Expedition des Künstlers entstanden sind. Mit Modellen, Zeichnungen und Fotocollagen werden auch Ideen vorgestellt, die aus vielerlei Gründen (noch) nicht realisiert sind oder auch Konzept bleiben.

Besucherinformationen [pdf, 1,2 MB]

Vermittlungsangebote des Bereichs Bildung und Kommunikation des Museums Ostwall im Dortmunder U zur Ausstellung „Heinz Mack: Zwischen den Zeiten“ [pdf, 448 kB]

02.06.2012 - 17.06.2012

Kunstparcours

Bildungspartnerschaften des MO mit Förderschulen
Eine Kooperation mit der Wilhelm-Rein-Schule und der Langermannschule

Das Museum Ostwall setzt einen Schwerpunkt seiner Bildungsarbeit in der Zusammenarbeit mit Förderschulen wie der Wilhelm-Rein-Schule und der Langermannschule. In wöchentlich stattfindenden Workshops besuchen Schülerinnen und Schüler beider Schulen das Museum.

Unter der Anleitung von Barbara Hlali (Künstlerin und Diplompädagogin) und Sabine Held (Künstlerin und Kunstvermittlerin) arbeiten die Schüler/innen zu verschiedenen Kunstformen und Medien: Von Werken der Klassischen Moderne über Fluxus und Kinetik bis hin zu zeitgenössischen Arbeiten; von Malerei und Plastik über Fotografie bis zu modernen Medien.

Im Mittelpunkt des Projektes steht eine ganzheitliche Wahrnehmungsförderung. Dazu werden klassisch-haptische Wahrnehmungsübungen verknüpft mit einem kreativen Umgang mit „neuen“ Medien wie digitaler Fotografie und Video. In dieser Ausstellung präsentieren die Schüler/innen eine Auswahl ihrer Kunstwerke: Zeichnungen, Collagen, Figuren, einen Trickfilm, Cut-Out-Aufsteller und eine Rauminstallation.

Ort: 2. OG im Dortmunder U

27.11.2011 - 10.06.2012

Das Drama der Farben und Formen

Zum 100. Geburtstag Harry Fränkels
Die Siebdrucke

Im Rahmen der Sammlungspräsentation „Der zweite Blick“

Zum 100. Geburtstag des Dortmunder Künstlers Harry Fränkel präsentiert das Museum Ostwall seit September 2011 in einem eigenen Kabinett eine Auswahl seiner Arbeiten.

Während der erste Teil der Ausstellung Holzschnitte aus der Nachkriegszeit bis in die 1960er Jahre präsentierte, sind nun im zweiten Teil Siebdrucke aus dem Spätwerk Harry Fränkels zu sehen.

Das druckgraphische Werk Harry Fränkels, so war es im ersten Teil der Ausstellung zu sehen, war seit der Nachkriegszeit vom Holzschnitt geprägt. Kurz vor seinem Tod wendet sich der Künstler im Jahr 1968 jedoch noch einmal einer neuen Technik zu: dem Siebdruck. Die nun entstehenden Arbeiten zeigen zunächst weiterhin freie Kompositionen; schon bald wird jedoch eine deutliche Veränderung der Formsprache des Künstlers sichtbar. Die neue Drucktechnik ermöglicht Fränkel nun makellose Farbflächen, scharfe Konturen, Perfektion in der Ausarbeitung seiner geometrischen Formen.

Deutlich zeigt sich in einigen dieser Werke der Einfluss der Op-Art: Im „Siebdruck 2/68“ beispielsweise verstärken sich leuchtendes Blau und kräftiges Rot gegenseitig und lassen eine Vibration im Auge des Betrachters entstehen. „Siebdruck 7/68“ hingegen zeigt, wie Blautöne, von perfekten Kreisen aus verschiedenen Pink- und Lilatönen umrahmt, auf schwarzem Grund zum Leuchten gebracht werden.

Neu ist auch das Spiel mit glänzenden und matten Farben. „Siebdruck 14/69“ zeigt eine enorm dynamische Komposition aus Kreisen, Punkten und freien Formen die aus weißer Druckfarbe auf weißem Papier besteht und ihre Spannung allein aus dem Wechselspiel von glänzender und matter Farbe bezieht. Obwohl in ihrer Farbgebung auf das Maximalste reduziert, kann diese Arbeit ohne weiteres neben derselben Komposition in Signalgelb auf weißem Grund bestehen.

Das Thema der Variation behandelt Fränkel in den verschiedenen Ausführungen des „Siebdrucks 26/69“, in denen sich zwei tropfenförmige Gebilde mal Rot auf Pink, mal Pink auf Rot oder mal Schwarz auf Schwarz miteinander verschränken. Die „Siebdrucke 20-21/69“ greifen das Thema der Serie auf und zeigen formal identische, in der Farbgebung jedoch verschiedene Kompositionen von Quadraten, die die wechselseitige Wirkung der Farben aufeinander untersuchen.

In dem Werkverzeichnis Harry Fränkels aus dem Jahr 1991 zitiert Renate Thieman-Gerold aus einem Manuskript des Künstlers, in dem er die künstlerische Arbeit seiner letzten zwei Schaffensjahre reflektiert. Er beschreibt, wie ihn die Auseinandersetzung mit dem von Licht geprägten Werk Otto Pienes zu der Frage führte, wie man die Realisierung des Lichts „in einem flächigen Bild verwirklichen könne. Daraus sind einige Arbeiten entstanden, in denen ich mit matter und glänzender Farbe geformt habe. Hierbei führte die Vertauschbarkeit der Formen zur Entwertung der Form als Ausdruck. Dieser Umstand führte zuletzt wieder zu seriellen Bildern und am Schluss zu Quadratspielen, in denen durch Gleichsetzung aller Farben in dieselbe Helligkeitsstufe nur noch Farbvariationen und -spannungen eine Rolle spielen und ausserdem dem Betrachter eine grössere Variationsbreite eingeräumt ist in dem Sinne, dass er... mehrere – allerdings programmierte – Kombinationen erkennen und herstellen kann. [...] Von diesen seriellen Bildern und Lichtspielen erwarte ich keine Steigerungsmöglichkeiten. [...] Ich arbeite nun an Bildern, in denen die serielle Technik nur das Fundament für neue Ereignisse im Bilde darstellt.“ (Manuskript Harry Fränkels aus dem Jahr 1969, Archiv für Bildende Kunst im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, zit. nach: Renate Thiemann-Gerold (Hg.): Harry Fränkel. Werkverzeichnis der Schnitte und Siebdrucke, Frankfurt am Main 1991.)

Welche neuen Ereignisse das künstlerische Schaffen Harry Fränkels noch hätte bewirken können, muss unbeantwortet bleiben. Der Künstler stirbt am 28. April 1970 an Krebs. Die Ausstellung im Museum Ostwall im Dortmunder U vermittelt einen Eindruck von Harry Fränkels Spätwerk, das – wie so oft – unvollendet bleiben muss.

03.02.2012 - 29.04.2012

Jürgen Stollhans: Horizon bleu

Schaufenster # 04
Auf der 4. Etage des Dortmunder U eröffnet sich den Besuchern der Blick auf eine große Glasscheibe. Diese stellt eine transparente Membran zwischen Treppenhaus und Ausstellungsfläche des 50 m² großen "Schaufensters" dar, die räumlich in die ständige Sammlungspräsentation des MO eingebettet ist. Dort werden im regelmäßigen Wechsel Werke von Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart gezeigt.

Schaufenster # 04 ist eine Ausstellung des in Köln lebenden Künstlers Jürgen Stollhans. In den 1980er Jahren studierte Stollhans Malerei an der Kunstakademie Münster und Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf.

Sein Oeuvre ist vielseitig: In verschiedenen Medien, wie Zeichnungen, Bilder- und Textcollagen, Installationen, Objekten wie auch Mixed Media setzt sich Stollhans teils spielerisch und ironisch mit den Zusammenhängen von gesellschaftlichen und politischen Themen auseinander. Regionale Bezüge sind dabei nicht selten. Stollhans’ Werk wurde auf der documenta 12, in Einzelausstellungen sowie zahlreichen Gruppenausstellungen präsentiert. Als Stipendiat nahm er am internationalen Künstleraustausch des NRW-Kultursekretariats "Transfer France-NRW 2008-2010" teil.

Informationen zur Ausstellung [pdf, 179 kB]

Hinweise zu den Ausstellungstafeln [pdf, 605 kB]

23.03.2012 - 08.04.2012

„Taschenwelten“

aus dem Projekt „Puderquaste, Maggiflasche und Plakatabrisse – Kunst und Alltag im Museum“ des Museums Ostwall für Kinder und Jugendliche aus der Dortmunder Nordstadt

Foyer des Museums Ostwall

Weitere Informationen zur Ausstellung "Taschenwelten" [pdf, 26 kB]

20.01.2012 - 09.04.2012

Alex Katz: Der perfekte Augenblick

„Perfekte Augenblicke“ – Alex Katz hält sie in seinen Bildern fest. Ob Landschaft oder Porträt, immer geht es dem Künstler darum, ein eindringliches Motiv, einen Moment der Schönheit festzuhalten.

„Images are made of light“ – „Bilder sind aus Licht gemacht“, sagt Alex Katz und so fängt er in seinen Landschaften und Seebildern die wenigen Minuten perfekten Lichts, das eigentümliche Leuchten der Farben ein. In mehreren Schritten, von der Ölskizze über Zeichnungen bis zum Gemälde oder zur Druckgraphik, verdichtet Katz den Kern des perfekten Augenblicks.

Auch die Porträts halten Momentaufnahmen für die Ewigkeit fest: Zeitlos schöne Menschen, gekleidet im Stil der 1960er, 1980er oder 2000er Jahre, manchmal an Comiczeichnungen erinnernd, ein anderes Mal wie eine Großaufnahme in einem Hollywoodfilm. Katz malt keine Individuen – seine Porträts sind Symbole. So ist seine Frau Ada für ihn Inbegriff der amerikanischen Frau schlechthin; weniger als um die Darstellung ihres Wesens geht es ihm um ihr „Big Red Smile“.

Die rund 170 Kunstwerke umfassende Ausstellung zeigt Druckgraphiken, Cut-Outs und von Katz illustrierte Gedichtbände aus der Albertina, Wien; außerdem Gemälde aus der Kunsthalle Würth, der Sammlung Brandhorst und der Galerie Ropac.

Die Ausstellung wurde organisiert in Kooperation mit der Albertina, Wien.

Mit freundlicher Unterstützung der DSW21 und der Sparkasse Dortmund.

Flyer zur Ausstellung [pdf, 335 kB]
Besucherinfo zur Ausstellung [pdf, 464 kB]
Angebote für Schulen und Kindertagesstätten im Rahmen der Ausstellung [pdf, 324 kB]

25.09.2011 - 15.01.2012 / / verlängert bis 22. Januar 2012

Christina Kubisch: Dichte Wolken

MO Schaufenster # 03 (4. MO-Etage)

Die Künstlerin Christina Kubisch arbeitet mit speziellen, von ihr entwickelten Induktionskopfhörern. Hierdurch werden im Raum vorhandene, aber mit bloßen Ohren nicht wahrnehmbare elektrische Felder hörbar.

Für die Ausstellung entstanden drei neue Klangkunstarbeiten: Beim Electrical Walk U, einem Spaziergang durch das Museum Ostwall, können sonst stumme Kunstwerke akustisch erfahren werden – denn manche Kunstwerke senden wie Monitore, Touchscreens und Elektroleitungen Signale. Mit einem Plan leitet Christina Kubisch zu Orten im Innen- und Außenraum. Auf dem Rundgang werden auch die elektromagnetischen Felder des Dortmunder U und seiner Umgebung hörbar. Im MO Schaufenster fließen in der künstlerischen Installation Cloud unsichtbare Datenströme, die Christina Kubisch weltweit aufnahm und hier wahrnehmbar werden lässt. Stimmen von Menschen, die zwar in der Nähe sind, aber nicht gesehen oder wahrgenommen werden, sind live in der Installation Höranlage hörbar. Überall ist Klang.

Das MO Schaufenster # 03 wird von der Sparkasse Dortmund unterstützt.

Neu im Interaktiven Bildarchiv

Ab dem 4. Oktober haben Besucher, die über einen Benutzerausweis verfügen, jeden Dienstag in der Zeit von 14 bis 18 Uhr, kostenlosen Zugang zum Interaktiven Bildarchiv im Museum Ostwall (Ebene 4).

Christina Kubisch - Electrical Walk "U" [pdf, 703 kB]